Grünstadt
Neue Kita: Das ist die Lösung fürs größte Problem des Gebäudes
Wer ist an der Planung für den neuen Grünstadter Kindergarten beteiligt?
Ausgearbeitet hat die Pläne für den neuen Grünstadter Kindergarten am Von-Skell-Platz das Architekturbüro Hort und Hensel aus Kaiserslautern, das eigenen Angaben zufolge schon etwa 20 derartige Einrichtungen gebaut hat. Als Vertreterin der Stadt-Spitze ist die Beigeordnete Natascha Bechert (FWG) verantwortlich, die selbst als Erzieherin arbeitet. Aber auch die künftigen Nutzer haben mitgemischt. Markus Schubert, der derzeitige Leiter der Kita Pfalzkitz, wird Chef der künftigen Bitz-Kita. Er sagt: „Wir sind seit dem ersten Tag der Planung mit drin.“
Wie ökologisch wird das Gebäude?
Die Architektin Barbara Hort verspricht ein Gebäude „auf dem Niveau eines Passivhauses“. Beheizen soll es eine Wärmepumpe in Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage.
Bekommt der Kindergarten einen eigenen Parkplatz?
Der Kindergarten bekommt nach jetziger Planung nur vier eigene Stellplätze. Das ist den Planern zufolge das gesetzlich vorgeschriebene Minimum. Neben dem Wendehammer am Von-Skell-Platz ist aber auch der Park-and-Ride-Parkplatz als Anfahrmöglichkeit vorgesehen. Dort können weitere Eltern- und Erzieherautos abgestellt werden.
Was war bei der Planung das Hauptproblem?
Der neue Kindergarten muss zweistöckig werden, weil sonst der Platz auf dem Grundstück für die mehr als 100 Kinder nicht reicht. Außerdem dient der Gebäudekomplex als Schallschutzwall zwischen Alla-Hopp-Anlage und dem Bitz-Baugebiet, er muss daher mindestens acht Meter hoch sein. Gegen die Idee einer Einrichtung auf zwei Etagen gab’s anfangs aber massive Vorbehalte, die vor allem die FWG geltend machte. Auch Kita-Leiter Schubert berichtet von schlechten Erfahrungen mit solchen Gebäuden – Erzieher seien dann oft damit beschäftigt, die ganz kleinen Kinder ständig vom einen Stock in den anderen zu tragen.
Gibt es für dieses Problem eine Lösung?
Formal wird die Bitz-Kita ein einziger großer Kindergarten, praktisch sollen Ober- und Erdgeschoss aber wie zwei voneinander unabhängige Einrichtungen funktionieren. Zum Essen etwa bleiben die Kinder auf ihrer jeweiligen Etage. Auch die Erzieher werden demnach fest einem Stockwerk zugeordnet. Schubert meint: In zwei überschaubaren Einheiten ist die Atmosphäre ohnehin besser als in einer Riesen-Kita.
Welche besonderen Vorgaben mussten die Architekten berücksichtigen?
Jeder Gruppenraum braucht für den Notfall einen zweiten Ausgang, der direkt ins Freie führt. Im Erdgeschoss geht’s jeweils direkt ins Gelände, im Obergeschoss auf eine Galerie. Als offizieller Rettungsweg dient dann eine Außentreppe. Es soll daneben aber auch eine Rutsche ins Freigelände geben.
Wie teuer wird der Kindergarten?
Im Grünstadter Haushalt für 2025 sind gerade einmal 320.000 Euro für den Kindergarten-Neubau vorgesehen. Unterm Strich wird eine deutlich höhere Summe stehen. Die Architektin verweist auf die von ihr geplante Kita St. Norbert in Kaiserslautern, die im Frühjahr 2023 eingeweiht worden ist. Sie habe 4,63 Millionen gekostet. Seither seien die Baukosten allgemein um knapp 20 Prozent gestiegen. Außerdem werde das Gebäude in Grünstadt größer. Damit sei am Ende mit knapp sieben Millionen Euro zu rechnen. Hort versichert: „Das sind sehr belastbare Zahlen.“
Wird auch Geld für Kunst am Bau ausgegeben?
Diese Frage hat der Grünstadter Beigeordnete Hans Tisch (CDU) in einer Sitzung aufgeworfen. Sein Unterton dabei ließ erkennen: Er würde dieses Geld lieber einsparen. Architektin Hort allerdings sagte, dass die Vorschriften die Stadt zu dieser Form der Kunst-Förderung zwingen. Es werde aber gelingen, die Kunstwerke so gestalten zu lassen, dass sie zum Beispiel als Spielgeräte oder Rückzugsnischen für die Kinder dienen können.
Wie sieht der Zeitplan aus?
Bis Ende Juni will die Verwaltung einen Förderantrag schreiben. Bis er und der Bauantrag bewilligt sind, vergehen wohl drei bis sechs Monate. Anschließend folgt die genauere Bauplanung und -vorbereitung, in etwa einem Jahr könnten demnach die Bagger anrollen.