Grünstadt
Einsturzgefahr: Dieses städtische Gebäude soll abgerissen werden
Risse in den Wänden, gerostete Stahlträger, herunterstürzende Betonbrocken: Der Bauhof in Grünstadt ist nicht nur dringend sanierungsbedürftig, sondern stellt eine Gefahr dar. Ganze Gebäudeteile sind deshalb gesperrt. „Die Statik ist ein großes Thema, sie drohen einzustürzen“, sagt Vorstandsvorsitzender Steffen Albert. Das ist nicht alles.
Die Umkleidemöglichkeiten entsprächen nicht mehr den Vorgaben, die sich inzwischen überholt hätten, und auch die Waschmöglichkeiten reichten nicht aus. „Das Gebäude ist in die Jahre gekommen“, fasst Grünstadts Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) die Situation zusammen. Derzeit werde der Zustand des Bauhofs noch geduldet, von Dauer dürfe er nicht so bleiben. Aus diesem Grund soll in den nächsten Jahren ein neuer Bauhof in der Max-Planck-Straße entstehen.
Die Notwendigkeit dafür gibt es bereits seit zwölf Jahren: Damals habe es erste Workshops gegeben, in denen die Beteiligten überlegt haben, wie der Bauhof in Zukunft gestaltet werden soll, erinnert sich Wagner, der damals schon Bürgermeister war. Zwei bis drei Jahre habe sich das Ideensammeln gezogen. „Die Frage war, wie groß wir bauen“, so Wagner. Im Raum gestanden habe beispielsweise eine Kooperation mit der früheren Verbandsgemeinde Grünstadt-Land, die allerdings schnell wieder vom Tisch war.
Mehrere Gründe für Verzögerung
Außerdem hineingespielt haben die Aufgaben der Bauhofmitarbeiter. Die haben sich laut Albert nämlich in dieser Zeit verändert. Seit „alles, was schnell gehen soll oder sehr teuer wäre“, von den Bauhofmitarbeitern erledigt und nicht mehr an externe Dienstleister vergeben wird, wie Albert sagt, gibt es mehr Berufsgruppen im Team: Angestellt sind Elektriker, Schlosser, Verputzer, Maurer und Schreiner. Sie erledigen unter anderem die Grünpflege für städtische Anlagen, die Straßenreinigung, den Winterdienst sowie kleinere Instandhaltungsarbeiten und Hausmeisterdienste in den städtischen Gebäuden. Weil sich die Aufgaben verändert haben und mehr geworden sind, müsse auch das Bauhofgebäude dafür ausgelegt sein, so Albert.
Einen Entwurf gibt es bereits. Auch die Baugenehmigung lag schon vor, allerdings für einen veralteten Entwurf. Der sei inzwischen aber noch einmal überarbeitet worden, sagt Wagner, und das hat einen Grund. Waren ursprünglich vier Gebäude vorgesehen, die auf dem Gelände u-förmig stehen sollten, sieht der aktuelle Plan ein größeres Gebäude vor, erklärt Albert: „Der erste Entwurf hätte heute wenig Sinn wegen der weiten Wege und der Verkehrssicherheit.“
Da die Fahrzeuge in der ersten Variante ständig den Hof gequert hätten, wäre dadurch eine Gefahr für die Mitarbeiter entstanden. Auch diese Planänderung hat für eine Verzögerung gesorgt – genauso wie die Coronapandemie und schließlich die explodierenden Baukosten. „Wir haben daraufhin bewusst noch ein Jahr gewartet“, so Wagner mit Blick auf das Jahr 2021.
Gebäude soll in drei Jahren fertig sein
Nun soll es aber losgehen, denn Ziel sei es, den neuen Bauhof 2027 fertigzustellen. Der Baustart soll 2026 erfolgen. Zuerst geht es aber an die Feinplanung, bevor der Stadtrat darüber entscheidet. Die Finanzierung sei im Haushalt jedenfalls schon vorgemerkt, wie der Bürgermeister sagt. Um die zehn Millionen Euro sagt die grobe Kostenschätzung voraus. Wie teuer es am Ende wirklich wird, zeige sich erst, wenn die Pläne konkreter werden. Das Problem laut Wagner: „Es gibt keinen Zuschuss.“ Die Stadt prüfe gerade, ob nicht doch noch Fördertöpfe für das Vorhaben infrage kommen.
Bis das geklärt ist, müssen die knapp 40 Mitarbeiter vorerst mit dem Bestandsgebäude auskommen. „Sie sind nicht unzufrieden“, betont Wagner und räumt gleichzeitig ein: „Sie brauchen aber eine Perspektive.“ Die ist nun zumindest etwas näher gerückt. Bauhofleiter Martin Fluch freut das: „Wir hätten das Gebäude lieber Übermorgen als in drei Jahren.“