Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Schutz vor Ekel-Vandalismus auf Spielplatz: Sparvorschlag abgelehnt

Zwischen den Holzschnitzeln lauern gefährliche und widerliche Hinterlassenschaften: Untergrund der Grünstadter Alla-Hopp-Anlage.
Zwischen den Holzschnitzeln lauern gefährliche und widerliche Hinterlassenschaften: Untergrund der Grünstadter Alla-Hopp-Anlage.

Glasscherben und Fäkalien zwingen zu einem 50.000 Euro teuren Umbau der Grünstadter Alla-Hopp-Anlage. Die Spar-Idee eines Ratsherrn hilft laut Stadtverwaltung nicht weiter.

Ganz so viel Geld müsse die Stadt vielleicht doch nicht ausgeben, befand der Sozialdemokrat Gregor Grzonkowski bei einer Sitzung vor einigen Wochen. Da hatte Bürgermeister Mimmo Scarmato (CDU) zu allgemeiner Empörung verkünden müssen, dass ein teurer Umbau der Alla-Hopp-Anlage ansteht. Denn Rabauken werfen immer wieder Glasflaschen gegen die Pfosten der Straßenbrücke, die sich über einen Teil des Areals spannt. Oder sie schmeißen sie gleich gegen die Boulderwand, die in diesem Bereich der Spiel- und Bewegungsfläche steht.

Granulat statt Naturmaterial

Die Scherben liegen dann in den Griffmuscheln der Klettersteine – oder zwischen den Holzschnitzeln, die rundherum den Boden bedecken und bei Stürzen als weiche Landefläche dienen sollen. Alle scharfen Splitter dort wieder herauszuholen, ist kaum möglich. Und oft wird’s obendrein eklig. Die Bauhof-Arbeiter entdecken laut Stadtverwaltung immer wieder Exkremente. Zum Teil stammen sie von Tieren, zum Teil aber auch von Menschen. Und Normal-Besucher haben bisweilen kaum Chancen, solche widerlichen Hinterlassenschaften rechtzeitig zu bemerken.

Wollte weniger Fläche bedecken lassen: SPD-Ratsmitglied Gregor Grzonkowski.
Wollte weniger Fläche bedecken lassen: SPD-Ratsmitglied Gregor Grzonkowski.

Ein Komplett-Austausch der Holzschnitzelschicht wiederum kostet laut Bürgermeister Mimmo Scarmato (CDU) gleich beachtliche 12.000 Euro, weshalb es seiner Meinung nach eine 50.000 Euro teure Ersatzlösung hermuss: Das Naturmaterial wird durch einen rutschhemmenden, fugenlosen, wasserdurchlässigen und UV-beständigen Bodenbelag aus Gummigranulat mit Beton-Randeinfassung ersetzt. SPD-Mann Grzonkowski schlug daraufhin vor, dabei wenigstens ein bisschen Geld zu sparen: indem weniger als die bislang 140 Quadratmeter bedeckt werden.

Bis zur Skateranlage

Denn derzeit sei der Holzschnitzel-Bereich sehr großzügig bemessen. Er erstrecke sich auch auf Stellen, auf die von der Kletteranlage aus niemand fallen kann. Die Stadtverwaltung hat diesen Einwand des Sozialdemokraten mittlerweile geprüft, sie beharrt aber weiterhin auf der bisherigen Fläche. Denn sie erstrecke sich bis zur 2,20 Meter hohen Wand einer benachbarten Skateranlage, deren Oberkante von den Nutzern ebenfalls bestiegen werde. Und bis zu einer Sitzgelegenheit, in deren Nähe „auch sehr oft Scherben und anderer Unrat gefunden“ würden.

Außerdem werde unter der Brücke auch kein Rasen wachsen, irgendein Belag müsse dort also ohnehin verlegt werden. Und: Die Dimension der Schutzfläche rund um die Klettersteine sei vorgeschrieben, das Ausmaß des ergänzend bedeckten Untergrunds „überschaubar“.

x