Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Wahlerfolgen: Wo die FWG ihre Schwächen sieht

Hat einen Vorschlag gemacht, den nicht alle Mitglieder gut finden: FWG-Chef Kay Kronemayer.
Hat einen Vorschlag gemacht, den nicht alle Mitglieder gut finden: FWG-Chef Kay Kronemayer.

Auf ein „rundum gelungenes Wahljahr“ hat der Vorsitzende der FWG Leiningerland, Kay Kronemayer, bei der Generalversammlung des Gemeindeverbandes am Montag geschaut. Die FWG befindet sich extrem im Aufwind. Allerdings gilt das nur für die unteren Ebenen.

Kronemayer blickte auf die Veränderungen nach der Kommunalwahl im Juni und dankte allen Mitstreitern sowie den Spendern. „Die Menschen nehmen uns als Partner wahr“, sagte der 45-Jährige. In vielen Ortsgemeinden habe die Wählergruppe Sitze dazugewonnen, in Bockenheim und Kindenheim sei sie stärkste Fraktion. In etlichen Dörfern der Verbandsgemeinde (VG) hat die FWG auch die absolute Mehrheit errungen: In Altleiningen nimmt sie zehn von 16 Plätzen ein, in Ebertsheim sogar 13 von 16, in Gerolsheim zwölf von 16, in Kirchheim zehn von 16, in Laumersheim sieben von zwölf und in Obrigheim elf von 20. Inzwischen stelle die FWG auch sieben Bürgermeister beziehungsweise Ortsvorsteher, schaute Kronemayer zufrieden auf Altleiningen, Bockenheim, Ebertsheim, Gerolsheim, Kindenheim, Rodenbach und Obrigheim.

„FWG ist eine Kirchturmpartei“

Die dortige Ortschefin Nicole Eicher berichtete als Fraktionssprecherin im VG-Rat von einer konstruktiven und projektbezogenen guten Zusammenarbeit mit der CDU und der FDP. In der Koalition mit den beiden Parteien habe die FWG, die mittlerweile die größte Gruppe in dem Gremium darstelle, eine solide Mehrheit: 27 von 40 Stimmen. „Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, die Dinge in unserem Sinn umzusetzen“, so Kronemayer. Eicher erzählte, dass sich die Freien Wähler beispielsweise damit durchgesetzt hätten, den Ersten VG-Beigeordneten zu einem hauptamtlichen zu machen. Zur stellvertretenden Schiedsperson sei aus den eigenen Reihen Regina Schattner ernannt worden.

Weniger gut vertreten sind die Freien Wähler auf höheren Ebenen. Wie der Vorsitzende der Bad Dürkheimer Kreistagsfraktion, Hanns Gauch, berichtete, hat man gerade den Status quo der vorangegangenen Legislaturperiode halten können: Die FWG hat nach wie vor sechs der 46 Sitze inne. „Mit Abstand die meisten Stimmen, und zwar 139.000, kamen aus der VG Leiningerland“, erzählte er und analysierte: „Die FWG ist eine Kirchturmpartei, die besonders auf der Ortsebene stark ist.“ Aber Gauch gab sich auch kämpferisch. Ziel sei es, im Landkreis, in dem es allein 17 Ausschüsse gebe, mehr an Einfluss zu gewinnen.

„Man kennt sich kaum“

Frank Krieger, stellvertretender Vorsitzender der Kreis-FWG, gab als Marschrichtung vor, die kreisweit acht Gemeindeverbände zusammenzuführen. „Man kennt sich untereinander oft kaum“, monierte er. Kronemayer würde gern den Kontakt mit der Grünstadter FWG intensivieren. Schließlich liege die Stadt wie eine Insel inmitten der Verbandsgemeinde. Und damit sich die Freien Wähler in den 21 Dörfern besser kennenlernen, plant er für 2025 ein FWG-Fest. Über die Details müsse aber noch beraten werden.

Besprochen werden müsse darüber hinaus, ob für die bislang freie Mitgliedschaft im Gemeindeverband nicht künftig ein kleiner Obolus entrichtet werden sollte. „Den Wahlkampf konnten wir nur finanzieren, weil uns einige Ortsverbände unterstützt haben und etliches gespendet wurde“, begründete er seine Gedanken. Gauch erinnerte daran, dass die Ortsverbände vor der Fusion der Verbandsgemeinden Hettenleidelheim und Grünstadt-Land automatisch dem Gemeindeverband angehörten. Seit 2018 gelte aber das Prinzip der Einzelmitgliedschaft und der heute rund 180 Mitglieder zählende Gemeindeverband habe auf Beiträge verzichtet, weil die Leute schon auf Ortsebene einen Obolus entrichteten. Ein erster Austausch zu Kronemayers Vorschlag zeigte, dass es noch manchen Diskussionsbedarf gibt.

Bei der Neuwahl des Vorstandes waren sich alle Anwesenden einig. Jeder Posten wurde einstimmig besetzt.

Vorstand

Vorsitzender: Kay Kronemayer (Kirchheim), Stellvertreter: Nicole Eicher (Obrigheim) und Reinhold Kuales (Gerolsheim), Kassenwart: Benjamin Claus (Altleiningen), Schrift- und Geschäftsführerin: Sandra Neumann (Wattenheim); Beisitzer: Georg Best (Kirchheim), Axel Bona (Kirchheim), Ursula Knauber (Hettenleidelheim), Chiara Lucarelli (Hettenleidelheim) und Roger Schreiber (Hettenleidelheim).

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