Eisenberg
Nach der Stadtbürgermeisterwahl: Was jetzt möglich ist
Die Wähler haben ihre Entscheidung getroffen und dem amtierenden Eisenberger Stadtbürgermeister Peter Funck (FWG) in der Stichwahl mit 57,3 Prozent das Vertrauen ausgesprochen. Er geht jetzt in seine zweite Amtszeit. Die Erste Beigeordnete Sissi Lattauer, die für die SPD ins Rennen ging, fuhr immerhin einen Achtungserfolg von 42,7 Prozent der Wählerstimmen ein. Mit diesem Ergebnis könne jeder der beiden Kandidaten „gut leben“, stellte Funck fest.
Staufer stark an der Urne
Einige Bestürzung rief allerdings bei den Kandidaten und bei den Beobachtern die niedrige Wahlbeteiligung hervor. Gaben beim ersten Wahlgang zum Stadtbürgermeister zwei Wochen zuvor noch 57,5 Prozent der Wähler ihren Stimmzettel ab, waren es bei der Stichwahl nur noch 36,4 Prozent. Konkret machten 1358 Wähler ihr Kreuzchen beim Amtsinhaber und 1011 votierten für seine Gegenkandidatin.
Beim Blick auf die Ergebnisse in den einzelnen Wahllokalen fällt auf, dass die Staufer mit 66 Prozent die höchste Wahlbeteiligung aufzeigen, die wenigsten Wahlberechtigten (27 Prozent) haben ihre Stimmzettel im Thomas-Morus-Haus in die Urne geworfen. Die Wahllokale Evangelisches Gemeindehaus und Haus der Kirche in Steinborn wiesen jeweils 42 Prozent aus und im Wahllokal Rathaus waren es 31,5 Prozent Wahlbeteiligung.
Wo Lattauer gewann
Auch beim Abstimmungsverhalten zeigen sich Unterschiede. So führt Lattauer in Stauf mit einem Achtungserfolg von 54,5 Prozent (54 Stimmen) vor Funck mit 45,5 Prozent (45). In den übrigen Stimmbezirken fuhr Amtsinhaber Funck die meisten Stimmen ein. Spitzenreiter war hier das Evangelische Gemeindehaus mit rund 60 Prozent, gefolgt von Steinborn mit 58 Prozent, dem Thomas-Morus-Haus mit 57 Prozent und dem Schlusslicht Rathaus mit 56 Prozent der Wählerstimmen.
Nach eigenem Bekunden wollen Funck und Lattauer in der kommenden Amtszeit in der bisherigen Konstellation weiterarbeiten, zumindest was den Stadtbürgermeister und die Erste Beigeordnete betrifft. Ob Erwin Knoth (FWG) und Ender Önder (SPD) ihre Beigeordnetenposten weiterführen werden, ist derzeit noch nicht bekannt.
Was jetzt möglich ist
Bleibt es bei der bisherigen Koalition FWG (zehn Sitze)/SPD (acht Sitze), hätte Peter Funck eine komfortable Mehrheit im Rat. Theoretisch könnte sich aufgrund des Wahlergebnisses zum Stadtrat der Stadtvorstand außer dem Stadtbürgermeister aber auch ganz anders zusammensetzen. Möglich wäre auch eine Koalition zwischen FWG und der CDU mit ihren nunmehr fünf Ratsmitgliedern. Die FDP mit einem Sitz bleibt auf jeden Fall außen vor. Nach demokratischen Gepflogenheiten suchen die Wahlgewinner das Gespräch mit den anderen Ratsfraktionen.
Egal mit welchem Ergebnis diese enden werden, an den Aufgaben, die in den kommenden Jahren in der Stadt anstehen, wird sich grundlegend nichts ändern. Auch künftig werden die angespannten Finanzen der Prüfstein bei dem sein, was über die bereits laufenden Projekte hinaus realisiert werden kann. Deshalb sind die Möglichkeiten, etwas Großes zu bewegen, eingeschränkt.
Auf der Agenda der vorhandenen Baustellen stehen das Millionenprojekt Kita-Neubau ebenso wie die noch unbekannten Kosten für die Beibehaltung und künftige Nutzung des Evangelischen Gemeindehauses. Ebenfalls schon in die Wege geleitet wurden die grundlegende und energetische Sanierung der städtischen Wohnungen. In den Fokus wird auch die weitere Verwendung des Hauses Isenburg rücken müssen und auch die Kosten für die geplante Gestaltung des Freizeit- und Festplatzes an der Römerstraße.
Dass im Stadtzentrum im Bereich Begrünung etwas getan werden muss, steht ebenfalls außer Frage. Hinzu kommt die über viele Jahre angelegte Umgestaltung des Eisenberger Friedhofs, mit der bereits begonnen wurde. Existenziell von Bedeutung wird auch der Hochwasserschutz sein. Die Liste der vorhersehbaren Aufgaben ließe sich fortführen, bei den unvorhersehbaren bleibt sie aber nach oben offen.