Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Leiningerland-Räte ohne AfD: Die verräterische Zurückhaltung der Partei

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Auf Dorf-Ebene hat sich die AfD im Leiningerland auch diesmal nicht zur Wahl gestellt. Was das über die Partei aussagt.

Die AfD spuckt gerne große Töne. Dass sie alles besser machen würde als die anderen Parteien, hat sie bislang auf Bundes- oder Landesebene – zu ihrem Glück – nicht beweisen müssen. Und auf kommunaler Ebene hat sie es noch kaum versucht. Im Kreis Bad Dürkheim war und ist sie zwar im Kreistag vertreten, aber außer in Haßloch nicht in Stadt-, Orts- oder Verbandsgemeinderäten. Daran haben auch ihre Erfolge beim Urnengang vor drei Wochen nichts geändert. Denn auf den unteren Ebenen trat sie wieder nur in Haßloch an.

Am Sendungsbewusstsein messen

Ihr Kreisvorsitzender Thomas Stephan begründet diese Zurückhaltung so: „Als immer noch relativ junge Partei sind wir noch nicht überall in der Fläche präsent.“ Ganz von der Hand zu weisen ist dieses Argument nicht. Aber unterm Strich überzeugt es trotzdem nicht. Denn die AfD muss sich an ihrem gigantischen Sendungsbewusstsein messen lassen, und das lässt die Zurückhaltung verräterisch wirken. Schließlich gibt’s auf Dorf-Ebene ruckzuck viel zu tun für Leute, die dem Gemeinwohl dienen wollen.

Vermutlich würden neugewählte AfD-Mitglieder in Räten zwar erst einmal auf Vorbehalte stoßen. Aber am Ende könnte sie keine noch so hohe politische „Brandmauer“ daran hindern, sich fleißig durch Akten zu kämpfen und anschließend konstruktive Vorschläge zu machen. Und eifrig mit anzupacken, wenn das Dorfgemeinschaftshaus frisch gestrichen oder beim Dreckweg-Tag Müll eingesammelt wird. Aber dafür werden halt Schaffer-Typen gebraucht.

Die tauchen bei der AfD offensichtlich sehr viel seltener auf als die Große-Töne-Spucker.

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