Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Interview: Wie die IGS zum Erasmus-plus-Programm kam und ausgezeichnet wurde

Das erste Erasmus-Projekt der Integrierten Gesamtschule Daniel Theysohn aus Waldfischbach-Burgalben wurde mit dem Erasmus-plus-Q
Das erste Erasmus-Projekt der Integrierten Gesamtschule Daniel Theysohn aus Waldfischbach-Burgalben wurde mit dem Erasmus-plus-Qualitätssiegel ausgezeichnet. Für das Koordinatorenteam Stefanie Müller, Sebastian Geibel-Emden und Christine Huwer (von links) ist das eine Bestätigung für die geleistete und eine Motivation für die künftige Arbeit.

Die Integrierte Gesamtschule Waldfischbach-Burgalben Daniel Theysohn beteiligt sich am EU-Förderprogramm Erasmus plus und wurde für ein Projekt nun sogar ausgezeichnet. Über die Arbeit im Programm, die Schwierigkeiten und die positiven Aspekte sprach Andrea Daum mit den Projektkoordinatoren Stefanie Müller, Christine Huwer und Sebastian Geibel-Emden.

Das EU-Förderprogramm Erasmus plus ermöglicht jungen Menschen, die europäischen Nachbarn kennenzulernen und zu verstehen. Die Integrierte Gesamtschule Waldfischbach-Burgalben Daniel Theysohn wurde vom Pädagogischen Austauschdienst für das Projekt „Schule macht Nachhaltigkeit – Nachhaltigkeit macht Schule“ und die damit verbundene Leistung mit dem Erasmus-plus-Qualitätssiegel ausgezeichnet.

Glückwunsch zur Auszeichnung, die ihnen gerade Doris Lax von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion überreicht hat. Was bedeutet dieses Qualitätssiegel für sie?
Huwer: Das Qualitätssiegel ist für uns eine gute Rückmeldung, dass wir alles richtig gemacht haben in einer herausfordernden Zeit. Wir mussten viel improvisieren, viel ausprobieren und uns vieles ausdenken. Der Weg war ja nicht immer ganz so klar. Umso schöner ist diese Bestätigung.

Müller: Ich möchte ergänzen, dass es für unsere Schule das erste Erasmus-Projekt war, an dem wir teilgenommen haben. Wir haben auch gleich federführend koordiniert. Als koordinierende Schule hatten wir es in der Hand, zu entscheiden, welche Partnerschulen zum Projekt kommen. Wir haben uns für Schulen aus Griechenland, Spanien, Litauen und Italien entschieden.

Die Erasmus-Premiere war schon spannend. Aber Frau Huwer hat es anklingen lassen, das Projekt lief während herausfordernden Zeiten – während der Corona-Pandemie. Durch die Kontaktbeschränkungen waren die deutschen Kollegen wahrscheinlich fast so weit weg wie die internationalen Kollegen?
Müller: Videokonferenzen waren in dieser Zeit an der Tagesordnung.

Geibel-Emden: Innerhalb des Koordinatorenteams hat es ganz gut funktioniert. Wir haben es geschafft, uns immer mal persönlich abzustimmen. Der Grund, warum es funktioniert hat, warum das Projekt auch in der Corona-Phase lief, war, dass wir alle die gleiche Richtung hatten, uns einig waren, dass wir das unbedingt weitermachen wollen – egal wie schwierig es gerade war. Es macht einfach riesige Freude, in diesem Team zu arbeiten.

Wie hat das mit den Schülern funktioniert?
Müller: Das war online schon etwas schwieriger. Man hat gemerkt, dass es, je länger es sich hinzog, umso anstrengender wurde, die Luft immer ein bisschen mehr entwich. Videokonferenz und noch eine Videokonferenz, das machte es anstrengend, das Projekt am Leben zu halten. Obwohl wir online tolle Sachen gemacht haben. Mit den Spaniern haben wir online Macarena getanzt, mit den Griechen haben wir virtuell ein Meeresschildkröten-Rettungszentrum besucht. Das waren schon Highlights. Wir haben bei uns im Schulhof Sport gemacht, so wie es mit Abstand damals erlaubt war, und haben die Partnerschulen online dazugeholt. Aber der internationale persönliche Austausch war nicht da, und manchmal hat es sich angefühlt, wie ein Projekt, das wir vor Ort machen.

Der erste persönliche Austausch war dann etwas ganz Besonderes?
Müller: Das war wie heimkommen. Die Freude war riesengroß. Die Begeisterung, der Enthusiasmus, alles war sofort da. Für mich war es der Moment, in dem ich wusste, wofür wir die viele Arbeit gemacht haben. Den ersten Austausch gab es hier bei uns mit den Lehrern. Der erste Austausch mit Schülern fand in Italien, in Potenza, statt. Der bleibt allen als etwas Besonderes in Erinnerung.

Huwer: Das war ein richtiger Motivationsschub für die Schüler.

Überträgt sich die Erasmus-Begeisterung auch auf Schüler, die nicht am Projekt beteiligt sind?
Huwer: Ich merke, dass viele schon neugierig sind, etwas darüber wissen wollen und mich auch konkret darauf ansprechen. Sie wollen etwas wissen über das Thema, aber auch über die Menschen, die aus den anderen Ländern zu uns kommen. Man merkt dann aber auch, dass sich viele noch nicht richtig trauen, mitzumachen. Ich bin mir sicher, dass es selbstverständlicher werden wird, am Erasmus-Programm teilzunehmen, wenn wir das jetzt noch ein paar Jahre machen.

Geibel-Emden: Da hilft ganz sicher auch die Auszeichnung, die wir jetzt bekommen haben. Wir merken schon, dass das, was man macht, wirkt. Dass Schüler kommen und nachfragen, dass Schüler sich mehrfach einbringen, das überträgt sich auf jeden Fall.

Die Kollegin aus Italien hat gerade bei der Preisverleihung die Besonderheit der Natur hier, das viele Grün, hervorgehoben. Wie sind Sie auf das Projektthema „Nachhaltigkeit macht Schule – Schule macht Nachhaltigkeit“ gekommen?
Müller: Die Natur war schon mit ein Grund. Wenn wir aus unserer Schule rausschauen, dann schauen wir aus vielen Räumen ins Grüne, schauen auf den Wald. Mitten im Wald zu sein, das zeichnet die Südwestpfalz sicher aus. Das floss in die Projektfindung mit ein. Parallel dazu lief bei uns ein Projekt der Schülervertretung zum Thema Nachhaltigkeit. Wir sind zwischenzeitlich auch als Schule der Nachhaltigkeit ausgezeichnet worden. Nachhaltigkeit ist schon viele Jahre ein Thema, mit dem sich die Schule stark befasst. Die Summe all dieser Dinge hat das Erasmus-Thema ergeben, das bei den Partnerschulen sehr gut ankam.

Bei diesem Programm geht es um ein Schwerpunktthema, aber auch viele weitere Dinge. Was war wichtig?
Müller: Die Aufgeschlossenheit ist wichtig. Man merkt das an den Schülern. Da ist am Anfang eine Zurückhaltung, verbunden mit der Frage, ob man sich das zutraut. Zum Beispiel eine Woche bei einer Gastfamilie in einem anderen Land zu verbringen. Das ist schon eine Herausforderung. Aber das löst sich, weil man sich kennenlernt. Die zwischenmenschlichen Begegnungen sind entscheidend.

Huwer: Das Zwischenmenschliche ist die Basis des Ganzen.

Für Sie gilt, dass nach dem Projekt zugleich vor dem Projekt ist. Erasmus plus geht weiter. Wie sieht das aus, was ist das Thema?
Müller: Ja, es geht weiter. Wir freuen uns sehr. Es ist jetzt ein etwas anderes System. Wir sind als Erasmus-Schule akkreditiert. Das ist so eine Art Club-Mitgliedschaft. Die läuft bis 2027. In diesem Zeitraum kann man jährlich neue Mittel beantragen. Das nächste Projekt läuft ein Jahr. Die Schule aus Potenza (Italien) ist wieder dabei. Die weiteren Partner kommen aus Portugal und Finnland. Schwerpunktthema ist Digitalisierung.

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