Grünstadt Kitas im Mittelpunkt der Debatte

Das Gelände der Kita Kinderkiste grenzt an das des Friedhofs. Ob dazwischen eine Mauer stehen sollte, wird noch besprochen.
Das Gelände der Kita Kinderkiste grenzt an das des Friedhofs. Ob dazwischen eine Mauer stehen sollte, wird noch besprochen.

Der Fehlbetrag im Carlsberger Ergebnishaushalt wird am Ende dieses Jahres mehr als doppelt so hoch sein wie zum 31. Dezember 2018. Gemäß dem Etatplan, der dem Ortsgemeinderat bei seiner Sitzung im Bürgerhaus Hertlingshausen am Donnerstagabend vorlag, steigt das Defizit von knapp 66.300 Euro auf fast 149.000 Euro. Längere Diskussionen gab es über drei Anträge zum Zahlenwerk, dem aber letztlich doch einmütig zugestimmt wurde.

Die drei ausgiebig diskutierten Anträge in der Ratssitzung stammten von Altbürgermeister Dieter Winnewisser (SPD). Der wunderte sich zum einen über jeweils 1500 Euro für „Betriebsausstattung“ in beiden Kindergärten. Nach der Erklärung, dass das Geld für die Anschaffung der Zeiterfassungs-Software Aida gedacht ist, sagte er: „Ich frage mich, wer entschieden hat, dass der Gesamtbetrag von 3000 Euro in den Haushalt eingestellt wird.“ Das Personal in den Kitas empfinde das Programm als Zeichen des Misstrauens gegenüber der Einrichtungsleitung. Erfahrungen mit dem System in den Hettenleidelheimer Kitas seien wenig positiv. So gebe es immer wieder technische Probleme. Generell lasse sich die erzieherische Arbeit in ihrem Umfang nur erfassen, wenn jeder Mitarbeiter ein Gerät mit sich herumschleppe, so der Sozialdemokrat. Er plädierte für die Streichung der Posten. Ortschef Werner Majunke (CDU) zeigte Verständnis für die Verbandsgemeinde Leiningerland: „Die wollen alle Kitas gleich ausstatten.“ Im Übrigen stünden viele Dinge vorsorglich im Etat, für die noch keine Beschlüsse vorlägen. Roswitha Mayer-Karl (SPD), pensionierte Kita-Leiterin des Spatzennests“, erzählte, dass das Team der Kirchheimer Kita Löwenzahn sehr genervt von Aida sei. „Für den Bewegungskindergarten in Laumersheim ist das System abgelehnt worden. Dort will man das Geld sinnvoller verwenden“, so Mayer-Karl. Anna Majunke (CDU) entgegnete: „Ich habe als Erzieherin gearbeitet, sechs Jahre lang auch mit einer elektronischen Zeiterfassung. Ich kann nur sagen: Man gewöhnt sich daran.“ Aus ihrer Sicht hat die „Stechuhr“ Vorteile. So würden keine Überstunden gemacht, Pausen eingehalten, und man wisse, wer wann wo war, sodass es nachvollzogen werden könne. Marcus Noll (CDU) meinte: „So ein System sagt nichts über die Qualität der Arbeit aus und kann fehlende Führungskompetenzen nicht kompensieren.“ Auch Erster Beigeordneter Valentin Hoffmann (SPD) sieht Aida kritisch: „Das mag ja in großen Betrieben sinnvoll sein, um den Überblick zu behalten, aber bei uns ist das unnötig.“ Bürgermeister Majunke plädierte dafür, mit den Kita-Teams darüber zu sprechen und ins Protokoll aufzunehmen, dass die eingestellten 3000 Euro nicht bedeuten, dass die Zeiterfassung auch eingeführt wird. Zum zweiten Antrag Winnewissers, in dem es um die geplante Mauer zwischen dem Kita-Gelände Kinderkiste und dem Friedhof ging, riet Majunke ebenfalls, zunächst mit den Erziehern und den Eltern zu reden. Er erläuterte, dass von Seiten der Einrichtung kein Sichtschutz gewünscht sei, da „die ständige Konfrontation mit dem Tod“ als pädagogisch hilfreich angesehen werde. Hoffmann versicherte, dass es nicht darum gehe, die Kinder „einzumauern“. „So eine Einfriedung lässt sich auch hübsch gestalten“, sagte der Beigeordnete. Die Ratsmitglieder kamen überein, die Angelegenheit noch einmal im Fachausschuss zu beraten. In seinem dritten Antrag forderte Sozialdemokrat Winnewisser die Planung der Erweiterung des Kita-Grundstücks gen Osten, wofür ein Stück vom Friedhof aufgegeben werden müsste, und die entsprechende Berücksichtigung im Haushalt. Dazu sagte Werner Majunke: „In die Entscheidung sollten wir den Kindergarten und die Ausschüsse für Bau- und Umwelt sowie für Sport, Jugend und Soziales einbinden.“

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