Leiningerland
Keime im Trinkwasser: Werte verschlechtert
Eigentlich glaubten sich die Stadtwerke auf einem guten Weg. Übers zweite Juli-Wochenende hatte ein Labor bei einer Routinekontrolle eine leichte Keimbelastung im Trinkwasser für die Stadt und Teile der Verbandsgemeinde Leiningerland entdeckt. Also wurde ab Montag ein wenig Chlor dazugegeben. Wenige Tage später vermeldete der Versorger dann, dass die mutmaßliche Quelle des Übels gefunden und beseitigt ist: In eine Anlage im Wasserwerk waren einige Mücken eingedrungen.
Am vergangenen Mittwoch kam schließlich auch aus dem Labor Entwarnung, wie Stadtwerke-Technikchef Steffen Albert berichtet: Das Wasser war wieder keimfrei. Also wurde die Chlor-Dosis verringert. Doch das böse Erwachen folgte seinen Angaben zufolge prompt: Am Freitag entnahm die Verbandsgemeinde in ihrem Teil des Netzes eine neue Probe, am Montag kam dazu die Auswertung. Die besagte: Die koliformen Keime sind wieder da. Und diese Hiobsbotschaft wurde am Dienstag noch einmal bekräftigt.
Das ist die erste Reaktion
Denn da gab es die Ergebnisse der Proben, die am Vortag zum Beispiel im Grünstadter Wasserwerk entnommen worden waren. Ergebnis: Die Belastung ist nun noch höher als beim ersten Keim-Alarm vor gut zwei Wochen. Sorgen machen, versichert Albert, müssten sich die Abnehmer trotzdem nicht. Denn die schlechten Werte gab es für nur schwach gechlortes Wasser, das sich anschließend im Hochbehälter mit dem stärker behandelten Vorrat vermischte und erst danach zu den Verbrauchern geflossen ist.
Als „niederschmetternd“ bezeichnet der Technikchef den neuen Befund aber trotzdem. Denn er bedeutet: Es wird jetzt wieder so viel Chlor ins Netz gegeben wie gleich nach dem ersten Keim-Alarm. Was dann aus den Leitungen kommt, ist weiterhin als Trinkwasser eingestuft. Doch der sanfte Schwimmbad-Geruch bringt manche Leitungswasser-Trinker trotzdem dazu, nun Flaschenwasser zu kaufen. Und dabei wird es wohl eine ganze Weile lang – mindestens zwei Wochen, möglicherweise auch noch deutlich länger – bleiben.
So geht es jetzt weiter
Denn selbst wenn die Proben schon bald wieder keimfrei sind und die Bakterien auch nach einer erneuten Verringerung der Chlor-Dosis wegbleiben: Bis das mit der Chemikalie behandelte Wasser durchs ganze Netz geflossen und verbraucht ist, vergehen viele Tage. Doch zunächst beginnt bei den Stadtwerken ohnehin wieder die Suche nach dem Ursprung des Übels. Die muss irgendwo im Wasserwerk verborgen sein, denn die gleich an den Brunnen entnommenen Testchargen sind bakterienfrei.
Es gibt jedoch keinen Hinweis darauf, wo genau in der Aufbereitungstechnik die Keim-Quelle versteckt sein könnte. Albert erläutert: Die Anlagen dort werden jetzt noch einmal feinsäuberlich auf Löcher und Ritzen untersucht. „Um überall reinschauen zu können, haben wir uns auch ein Endoskop beschafft.“ Und Mitte nächster Woche rückt ein Dienstleister an, um ein weiteres Mal alles zu desinfizieren. Albert sagt: „Eher waren die nicht wieder zu kriegen. Die kommen ohnehin schon sehr schnell – weil sie wissen, dass die Dringlichkeit so groß ist.“
Info
Neben Grünstadt sind in der Verbandsgemeinde Leiningerland betroffen: Mertesheim, Ebertsheim, Quirnheim, Kindenheim, Bockenheim, Obrigheim, Dirmstein, Gerolsheim, Großkarlbach, Laumersheim und Obersülzen.