Fragen und Antworten
Keimquelle wohl gefunden: Was jetzt mit dem Grünstadter Trinkwasser passiert
Zunächst einmal zur Ausgangslage: Was ist mit dem Wasser in Grünstadt und weiten Teilen der Verbandsgemeinde Leiningerland los?
Das Trinkwasser wird ständig auf Sauberkeit kontrolliert. Dazu werden Proben im Labor überprüft. Bis Ergebnisse vorliegen, dauert es aber jeweils fast einen Tag. Übers vergangene Wochenende fiel so auf: Es gibt eine Minimalbelastung mit coliformen Keimen. Die ist für die meisten Menschen unbedenklich, es ist daher auch kein Abkochgebot ausgesprochen worden. Allerdings schreiben die Regeln vor, dass überhaupt nichts gefunden werden darf. Also wird das Wasser jetzt leicht gechlort, es gilt aber weiterhin als trinkbar. Betroffen sind neben Grünstadt auch jene Orte der Verbandsgemeinde Leiningerland, die von den Stadtwerken mitversorgt werden: Mertesheim, Ebertsheim, Quirnheim, Kindenheim, Bockenheim, Obrigheim, Dirmstein, Gerolsheim, Großkarlbach, Laumersheim und Obersülzen.
Was haben die Stadtwerke mittlerweile über die Keimquelle herausgefunden?
Sie haben sie von Anfang an im Wasserwerk vermutet. Also haben sie laut Stadtwerke-Chef Albert Monath die Geräte dort genauer untersucht und so festgestellt: Offenbar sind ein paar Mücken in eine Anlage eingedrungen.
Wie sicher sind sich die Stadtwerke jetzt?
Letzte Gewissheit haben sie noch nicht, aber es fügt sich gut zusammen. Denn die Proben aus den Brunnen waren allesamt negativ. Es liegt also nahe, die Keimquelle in Wasserwerk zu vermuten. Die dort entdeckten Mücken wiederum würden Monath zufolge gut zu der vorhandenen, aber eben sehr niedrigen Keimbelastung passen.
Wie geht es jetzt weiter? Gibt’s bald wieder chlorfreies Wasser?
Monath erläutert: Die mutmaßliche Keimquelle wird gereinigt und desinfiziert, aber ausgestanden ist die Sache damit noch nicht. Zunächst einmal muss das gechlorte Wasser bis zur letzten Entnahmestelle im verzweigten Netz gekommen sein. Dann wird kontrolliert, ob das so behandelte Wasser keimfrei bleibt. Ist das tatsächlich der Fall, kann wieder ungechlortes Wasser eingespeist werden. Aber wenn die Keime dann doch wieder auftauchen, wird erneut die Chemikalie beigemischt.
Wie haben die Menschen auf die Keim- und Chlornachrichten reagiert?
Mittlerweile gehen kaum noch Anfragen ein, sagt der Stadtwerke-Chefs. Anfangs sei das aber anders gewesen. Und: Es habe teils absurde Vorwürfe gegeben – etwa von Menschen, die wegen des Wassers angeblich Beschwerden haben, aber gar nicht im betroffenen Gebiet leben. Leininger Nachlese