Grünstadt / Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel Glasfaser-Ausbau: Dieser Ort bildet das Schlusslicht

Das „Licht“ ist nun auch in Weisenheim am Berg angekommen, noch sind aber nicht alle Hausanschlüsse fertiggestellt.
Das »Licht« ist nun auch in Weisenheim am Berg angekommen, noch sind aber nicht alle Hausanschlüsse fertiggestellt.

Während Bobenheim und Weisenheim am Berg seit Ende 2024 „am Licht“ sind, müssen sich etliche Bürger im Leiningerland noch gedulden. Woran das liegt und wie es weitergeht.

13 der 19 Ortsgemeinden in der VG Leiningerland, die durch den geförderten Breitband-Ausbau im Kreis Bad Dürkheim ans Glasfasernetz angeschlossen werden sollen, sind inzwischen „am Licht“. Das heißt im Umkehrschluss, sechs Ortsgemeinden fehlen noch, genauso wie Grünstadt, obwohl laut ursprünglichem Zeitplan alle seit Ende 2024 angeschlossen sein sollten. Und auch dort, wo der Anschluss längst steht, surfen die Kunden teilweise noch nicht im schnellen Netz, zum Beispiel in Bobenheim am Berg und Weisenheim am Berg.

Für Weisenheim am Berg nennt Thomas Schommer, Pressesprecher der Deutschen Glasfaser, 380 Adressen, von denen 330 dem geförderten Ausbau zuzurechnen sind, sogenannte A-Adressen. In Bobenheim am Berg sind es 115, wovon 15 Anschlüsse gefördert werden, und 100 sogenannte B-Adressen sind, die ohne öffentliche Förderung ausgebaut werden. Doch obwohl es Ende des vergangenen Jahres noch große Hoffnung gegeben hatte – man wollte die Kunden laut Schommer „schnellstmöglich aufs Glasfasernetz schalten“ – ist seit Dezember nicht viel passiert. Das berichteten kürzlich Bürger in einer Ratssitzung in Bobenheim am Berg.

„Anschluss nur überörtlich realisiert“

Jürgen Schneider (parteilos), Bürgermeister von Bobenheim am Berg, bestätigt die Lage. „Meines Wissens ist Bobenheim überörtlich ans Glasfasernetz angebunden mit einem ,PoP’ (Point of Presence), ob aber schon Kunden Glasfaser nutzen können, weiß ich nicht. Bei mir kommen keine Zahlen an.“ Er wisse aber, dass die Zufriedenheit mit den Glasfaserarbeiten durch Inexio, die sich mit der Deutschen Glasfaser 2020 zu einer Unternehmensgruppe zusammengeschlossen hat, gegen null gehe.

Ähnlich ist die Stimmungslage in Weisenheim am Berg. Sowohl Bürgermeister Edmund Müller (Bürger für Weisenheim) als auch der Breitbandbeauftragte Martin Molzahn zeigen sich enttäuscht über den Stand des Ausbaus. Müller weiß, dass bei manchen Kunden wohl schon Hausanschlüsse gelegt wurden. Zum Teil müssten diese aber ertüchtigt werden, da sie geknickt seien.

Überörtliche Anbindung ist fertiggestellt

Schommer erklärt die Lage: „Wenn die Gemeinde ,am Licht’ ist, ist die überregionale Anbindung realisiert.“ Im letzten Quartal 2024 habe die Deutsche Glasfaser im Kreis Dürkheim alles daran gesetzt, die überörtlichen Verbindungsstrecken hinzubekommen. Das sei Grundvoraussetzung dafür, dass Kunden innerorts aktiviert werden könnten. In Bobenheim am Berg sind laut Schommer 80 Prozent aller Hausanschlüsse fertiggestellt. In Weisenheim am Berg fehlten nur noch letzte Anschlüsse. Zu kleineren Bauarbeiten im Straßenraum könne es jetzt noch kommen, sollte bei den Aktivierungen, die in Gange seien, ein Problem auftreten.

Wichtig ist dem Pressesprecher: „Es werden nur Anschlüsse aktiviert, die einen Dienstvertrag mit uns abgeschlossen haben. Kunden, die sich an einer geförderten Adresse ausschließlich für einen Hausanschlussvertrag entschieden haben, müssen zur Nutzung einen Dienstvertrag abschließen.“ Welchen Vertrag Kunden abgeschlossen haben, sei deutlich in den Vertragsunterlagen zu erkennen.

Hintergrund der Anmerkung: Innerhalb des geförderten Ausbaus konnten sich Kunden kostenfrei einen Hausanschluss legen lassen, ohne direkt einen Tarif zu buchen.

Kreis: „Ausbau noch nicht abgeschlossen“

Auch dem Landkreis sind Probleme bei der Aktivierung von Kunden bekannt. Laut Aussage von Inexio hängen diese jedoch auch mit Schwierigkeiten in der Terminabstimmung mit den einzelnen Hauseigentümern zusammen. Für den Anschluss der beiden Berg-Gemeinden ist laut Kreis-Pressesprecherin Laura Estelmann noch kein Geld gezahlt worden, da zum Zeitpunkt der letzten Auszahlung an Inexio die Orte noch nicht in Betrieb waren. „Für einen weiteren Fördermittelabruf müssen (...) die funktionierenden Hausanschlüsse nachgewiesen werden“, teilt Estelmann mit.

Fest steht: Das Projekt muss in allen betroffenen Orten bis September 2025 abgeschlossen sein, um den Zuschuss zu erhalten, so Estelmann. Und das soll klappen. Wie Schommer aufzeigt, stehe der Anschluss der verbleibenden Ortsgemeinden kurz bevor. Der Technikstandort in Alt- und Neuleiningen sei bereits in Betrieb, allerdings hatte es Verzögerungen wegen Umplanungen im Bestandsnetz gegeben. In Großkarlbach hatten laut Schommer Personalengpässe beim Baupartner zu Verzögerungen geführt, wobei der Technikstandort dort auch seit Mitte März in Betrieb ist.

Ähnliches gilt für Mertesheim und Quirnheim, wobei hier umgeplant worden sei, sodass ein anderer Unternehmer die Arbeiten jetzt übernehme. Ziel sei die Inbetriebnahme im April. Bissersheim soll im Juni folgen. Wie Schommer erklärt, hänge die Verbindung aber an Grünstadt, wo noch etliche Querungen gemacht werden müssen. Dort werde es Juni, bis alles funktioniert. Entsprechend bildet Grünstadt weiter das Schlusslicht: Weil dort die Querungen ausstehen, hinken die Arbeiten laut Pressesprecher hinterher. Grünstadt gehe also voraussichtlich erst im Juli ans Netz.
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