Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Geplatzte Beigeordnetenwahl: Fraktionen müssen an einen Tisch

Das Rathaus in Hettenleidelheim.
Das Rathaus in Hettenleidelheim.

Ein Eklat im Gemeinderat Hettenleidelheim hat die Beigeordnetenwahl platzen lassen. Statt Machtspielen sollten die Fraktionen Gespräche führen – im Interesse der Bürger.

So kann es in Hettenleidelheim nicht weitergehen. Bei der Sitzung des Gemeinderats hat ein Streit zwischen den Fraktionen einen Tiefpunkt erreicht. Dass die Ratsmitglieder von CDU und FWG den Raum verlassen haben, mag aus ihrer Sicht ein Protest gegen den Bürgermeister gewesen sein – in Wahrheit traf es die SPD-Kandidatin, und das mit Wucht. Alle Beteiligten müssen sich jetzt bewusst machen, dass es da keine Gewinner gibt. Die Fronten scheinen verhärtet. Dabei gilt eigentlich: Ratsmitglieder sollten den Bürgern dienen. Eigeninteressen zu vertreten, ist keine Schande, aber nicht auf Kosten der Allgemeinheit. In dieser Hinsicht müssen die Beteiligten aufhören, mit dem Finger auf den jeweils anderen zu zeigen. Wer engstirnig auf Positionen beharrt, kommt nicht weiter. Dass die SPD einen nachfolgenden Kandidaten aufstellen möchte, ist gelebte Tradition. Daran darf niemand rütteln. CDU und FWG haben ebenfalls Argumente, wenn sie den Rücktritt von Raimund Hoffmann nutzen möchten, um die Geschäftsbereiche neu zu diskutieren. Letztlich hätte das einen Vorteil: Dann könnte der CDU-Beigeordnete endlich eine Aufgabe übernehmen – was gute Sitte ist. Wer braucht einen Beigeordneten, der nichts zu tun hat? Dazwischen steht Bürgermeister Burkhardt. Er kann weiter auf formalen Rechten beharren, – oder konstruktiv das Gespräch suchen. Das ist seine Aufgabe. Wenn nun alle einen Schritt zurücktreten, bleibt mehr Raum, um Gemeinsamkeiten zu sehen. Das sind alle Beteiligten den Bürgern schuldig.

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