Grünstadt
Firma Elaris bietet chinesische E-Autos an
Seit rund einem Jahr hat das Unternehmen Elaris, das von Lars Stevenson und Andreas Matthis gründet wurde, seinen Standort in der Industriestraße. Es war von Anfang an eine Grünstadter Firma und erfuhr innerhalb von zwölf Monaten ein „beängstigendes Wachstum“, wie Stevenson sagt. Seinen Angaben zufolge wird Elaris bis zum Jahresende einen Umsatz von 90 Millionen Euro erwirtschaften.
Das hänge unter anderem damit zusammen, dass die Grünstadter einen Generalvertrag mit der Reifen- und KFZ-Service-Kette Euromaster abschließen konnten. Die Michelin-Tochter werde künftig das komplette Service-Angebot für alle Elaris-Fahrzeuge in Deutschland übernehmen. „Das gewährleistet einen flächendeckenden Service“, sagt Michael Schwarz, Vertriebsleiter bei Elaris. „In Deutschland suchen wir für unsere Fahrzeuge 100 Vertriebspartner, 30 konnten wir bereits verpflichten und bis Jahresende wollen wir alle Verträge unter Dach und Fach haben“, so Schwarz.
Ein SUV und zwei Zweisitzer im Angebot
Vier Fahrzeugtypen werden bei Elaris bis Ende Juli zur Verfügung stehen. Der Verkauf läuft laut Stevenson bereits: „Probefahren kann der Kunde bislang hier bei uns Grünstadt. Im Juli werden dann die Händler und auch Euromaster mit den Fahrzeugen ausgestattet. Im Oktober kommt noch der Leo auf den Markt, ein SUV.“ Bereits getestet werden können der Beo, das Flaggschiff von Elaris und ebenfalls ein SUV, sowie der Finn und der Zhidou, zwei Zweisitzer, von denen Letzterer der kleinste Wagen ist.
„Das sind die Fahrzeugtypen, die der Markt dringend braucht: SUVs und Zweisitzer“, meint Andreas Matthis. Er ist überzeugt, mit dieser Fahrzeugpalette genau das anzubieten, was die Kunden erwarten. „Der Zhidou kann ab einer Summe von zehn Euro finanziert oder ab 3550 Euro gekauft werden, sofern alle Förderungen abgeschöpft werden“, sagt Stevenson. Der Otto-Normalverbraucher zahlt für den Zhidou allerdings 8550 Euro, der niedrigere Preis wird bei dem Kleinstwagen vor allem für Pflegedienste und Unternehmen aus dem sozialen Bereich angeboten. Damit soll erreicht werden, dass gerade solche Unternehmen und Anbieter möglichst nachhaltig im Straßenverkehr unterwegs sein können.
Elaris bietet auch Solaranlagen und Speicher an
Beim Laden der Fahrzeuge soll übrigens auf die Ökologie geachtet werden. „Wir geben zu jedem Auto die Lichtblick-Karte dazu, die an den Ladesäulen dazu dient, das Auffüllen der Batterien mit Ökostrom über die Abrechnung zu garantieren“, erklärt Stevenson. Außerdem berät das Unternehmen seine Autokäufer auch über ganzheitliche Lösungen, bietet Solaranlagen, Speicher und Lademöglichkeiten für die eigenen vier Wände mit an.
Um E-Mobilität für Arbeitgeber interessanter zu machen, ist Elaris nach eigenen Angaben auch im Bereich der Netto-Lohn-Optimierung tätig. „Das heißt, dass wir für Arbeitgeber Modelle haben, mit denen sie ihren Angestellten für geringe Summen eines unsere Fahrzeuge bieten können“, erklärt Andreas Matthis die Idee dahinter.
Viele der Komponenten kommen aus Deutschland
Für ihn sollte die Tatsache, dass die Fahrzeuge alle aus China kommen, kein ausschlaggebendes Argument für oder gegen einen Kauf darstellen. „50 bis 60 Prozent der Komponenten kommen aus Deutschland oder sind mit deutschem Fachwissen gebaut“, erklärt der Firmenchef. Aus diesem Grund ist er davon überzeugt, dass es gelingen wird, bis Ende 2023 rund 25.000 Fahrzeuge in Europa zu verkaufen – bis zum Jahresende 2021 sollen rund 3000 Elaris-Fahrzeuge auf deutschen Straßen rollen. Großes Interesse an den E-Mobilen bestehe auch in Österreich, von wo fast täglich Interessensbekundungen bei Elaris eintreffen, erzählt er.
„Mittelfristig streben wir bei Elaris in Europa einen Marktanteil von drei Prozent an“, gibt Stevenson Ziele für das Unternehmen vor. 2022 will es etwa 14.000 bis 15.000 Autos absetzen und einen Umsatz von 462 Millionen generieren. Die Stadt darf sich in dem Zusammenhang darüber freuen, dass Elaris in Grünstadt expandieren will. In der Industriestraße wird es voraussichtlich ab August einen weiteren Standort geben. „Wir wollen hier bleiben“, beteuert Andreas Matthis.
Ökologischer Strom ist die Grundvorausstezung
„Ein Stück weit sind wir Idealisten, wollen den Standort Deutschland voranbringen und eine Nachhaltigkeit erreichen“, betont Stevenson. Dazu gehöre eben auch, dass Elaris die Rundum-Lösung für die gesamte Elektromobilität anbiete – von der Ladestation über die eigene Photovoltaikanlage bis hin zum flächendeckenden Werkstattservice. Dabei sei aber vollkommen klar, dass ein wirklicher Nutzen beim E-Auto nur dann eintreten könne, wenn tatsächlich ökologischer Strom verwendet wird.