Eisenberg
Einkaufsservice, Hilfe bei Formularen und mehr: Was den Verein „Bürger für Bürger“ ausmacht
Am Samstag, 7. Dezember, war einiges los vor der Bäckerei „Süßes Eck“ am Marktplatz in Eisenberg. Mitglieder des Vereins „Bürger für Bürger“ standen vor der Bäckerei mit einem großen Würfel und jeder aus der Verbandsgemeinde Eisenberg, der wollte, durfte mal würfeln. „Für die Anzahl der Augen verschenken wir heute kostenlos Brötchen“, erklärt Stefan Lauble, der erste Vorsitzende des Vereins „Bürger für Bürger“.
Ulf Hambel aus Eisenberg hat vier Brötchen erwürfelt, der siebenjährige Leon aus Ramsen tatsächlich sechs Brötchen und auch Landrat Rainer Guth hatte Glück und durfte sechs Brötchen mit nach Hause nehmen. „Die Spenden, die wir heute einnehmen, sind für die Prunksitzung am 1. Februar im evangelischen Gemeindehaus, die wir zusammen mit dem Gesang- und Musikring Eisenberg organisieren und zu der jede Menge Karnevalsvereine erwartet werden“, betont Lauble.
Aktionen finanzieren sich aus Spenden
Am vierten Adventssamstag hatte der Verein bereits 30 Brote an Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Eisenberg verschenkt, in einer anderen Aktion wurde der große Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz mit von Kindern gebasteltem Weihnachtsschmuck geschmückt. Die Aktionen finanzieren sich grundsätzlich aus Spendengeldern. Doch was macht der Verein „Bürger für Bürger“, wenn er mal keine Brötchen oder Brot verschenkt? „Der gemeinnützig anerkannte Verein, der inzwischen 145 Mitglieder zählt, gliedert sich in drei Standbeine: Kinder- und Jugendarbeit, Seniorenarbeit und Migration“, erklärt der erste Vorsitzende.
Die Vorstellung des Vereins sei, auf regionaler, außerpolitischer Basis gemeinsam Gutes für alle in der Verbandsgemeinde (VG) Eisenberg lebenden Bürgerinnen und Bürger aller Nationalitäten, vom Teenager- bis zum Seniorenalter zu tun. Dabei sei es den Mitgliedern wichtig, Verbindungen und Vertrauen zu schaffen, damit sich die Bevölkerung der VG näherkommt und vor allem die Menschen zu sensibilisieren, um das Gefühl der Hilfe und des gemeinsamen konstruktiven Schaffens zu erzeugen. „Mit offenen Augen durchs Leben gehen, miteinander sprechen und sich persönlich nicht immer an erster Stelle sehen, sondern bemerken, dass auch andere Menschen Probleme haben, die im täglichen Miteinander häufig nicht gesehen werden“, ist Laubles Anliegen.
Vielfältige Hilfsangebote hat der Verein schon ins Leben gerufen und an Ideen, diese weiter auszubauen, fehlt es nicht. So wird beispielsweise ein Einkaufsservice angeboten, bei dem Vereinsmitglieder mit hilfebedürftigen Menschen der VG einkaufen gehen oder es gibt den Formularlotsen, der beim Ausfüllen aller möglichen Formulare hilft. „Oft wissen ja selbst Studierte nicht, wie manche Formulare auszufüllen sind“, meint Lauble lachend. Auch Hausaufgabenhilfe, Förderung zur besseren und leichteren Integration von ausländischen Mitbürgern und Begleitung bei Behördengängen werden bereits angeboten.
Bürgerbus soll kommen
Eine der Ideen, die in 2025 angegangen werden soll, ist der Bürgerbus, der innerhalb der VG Eisenberg kostenlos fahren soll – ähnlich, wie das Vorbild in der VG Grünstadt-Leiningerland. „Dafür würden wir dann drei ehrenamtliche Rentner suchen, die als Fahrer zur Verfügung stehen“, kündigt er an. Auch ein Weihnachtsdorf für Kinder, ein Ferienprogramm und ein gemeinsames Kochbuch, in dem alle Nationen, die in der VG wohnen, ihre Lieblingsgerichte verraten, sind Ideen, die Lauble gerne umsetzen würde.
Der Verein hat den Slogan „Miteinander. Füreinander. Hilfe bekommen, selbst helfen“ gewählt. „Menschen, die Hilfe bekommen möchten, gibt es viele, leider hapert es manchmal an der Bereitschaft der Menschen, Hilfe zu leisten“, bedauert der Vorsitzende. So sei er beispielsweise schon gefragt worden, was für die geleistete Hilfe denn bezahlt würde und wenn die Antwort dann war, dass die Hilfe ehrenamtlich ohne Entgelt erfolgen soll, war das Hilfsangebot weg. „Das ist grundsätzlich natürlich schade, denn vielleicht braucht gerade derjenige selbst mal Hilfe und ist froh, wenn dann jemand da ist“, so Lauble, der selbst Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit lebt und Freundschaft und Vertrauen, ein Miteinander auf Augenhöhe in den Verein bringt. Er sagt: „Wenn man will, dass sich etwas verändern, muss man selbst aktiv werden.“
Info
Weitere Informationen gibt es unter Telefon 01522 3554491.