Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel Biberdämme: An diesen Stellen drohen Überschwemmungen

Mit Hilfe einer Ampelkarte soll der Gewässerzweckverband Isenach-Eckbach zukünftig schneller auf problematische Biberdämme reagi
Mit Hilfe einer Ampelkarte soll der Gewässerzweckverband Isenach-Eckbach zukünftig schneller auf problematische Biberdämme reagieren dürfen.

Biberdämme können Bäche stauen. Das kann eine Gefahr für Anwohner werden. Ein Entwurf soll bald riskante Bereiche zeigen. Auch das Leiningerland taucht da auf.

Tritt das Wasser eines Bachs oder Grabens über die Ufer, kann das für Anwohner zum Problem werden. Schuld an der Flut ist manchmal ein Biber. Denn durch seine Dämme fließt das Wasser nicht mehr richtig ab. Die Lösung wäre, den Damm zu verändern. Das geht allerdings nicht ohne Weiteres. Der Grund: Biber und ihre Bauten stehen unter Artenschutz. Heißt: Legt jemand unerlaubt Hand an, zieht das Strafen nach sich.

Um in den Damm einzugreifen, muss ein Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises gestellt werden. Die prüft, ob ein Biberdamm für höhere Pegelstände verantwortlich ist – und ob Menschen betroffen sind. Gibt die Behörde grünes Licht, kann der Damm verändert werden, damit Wasser abfließen kann. Diese Aufgabe übernimmt in der Region der Gewässerzweckverband Isenach-Eckbach. Er ist für rund 500 Kilometer Gewässer in der Vorderpfalz zuständig.

Eingreifen ohne Anträge

Aktuell arbeitet der Verband an einer Ampelkarte. In dieser sind Gewässer im Verbandsgebiet eingetragen, und es gibt Markierungen in gelber und roter Farbe. Diese zeigen die Stellen, wo es zu Problemen kommen könnte, wenn sich dort ein Biber niederlässt. Die Karte gibt somit Übersicht. Und der Gewässerzweckverband soll durch sie schneller eingreifen dürfen. Die Idee: Lässt sich ein Biber in einer rot markierten Gegend nieder, kann der Verband ohne langfristiges Antragsverfahren an die Dämme ran – sofern notwendig.

Auch das Leiningerland könnte profitieren. Laut Kartenentwurf könnte ein Biber entlang des Eckbachs Probleme machen. Das betrifft vor allem die Ortsgemeinden Kleinkarlbach und Kirchheim, aber auch den östlichen Teil von Bissersheim. Auch Dirmstein und Laumersheim wären im Zweifel durch einen Biber gefährdet. Ebenso betroffen wäre Obersülzen durch den Floßbach, wenn sich dort ein Biber ansiedelte.

Verbands-Chef: „Noch ein Entwurf“

Hans Peter Theiß, Geschäftsführer des Gewässerzweckverbandes, teilt mit, dass derzeit keine Biberdämme in der Verbandsgemeinde bekannt seien. Zuvor hatte es im September 2024 eine Biber-Sichtung gegeben. Im renaturierten Eisbach bei Ebertsheim hatte ein Biber Äste und Reisig im Bachlauf angehäuft. Vor allem den Eckbach hatte der Biber als Siedlungsort für sich entdeckt. Tiere sind in Bobenheim-Roxheim sowie zwischen Großniedesheim und Beindersheim entdeckt worden, so Theiß.

Die Karte sei kürzlich an die Obere Naturschutzbehörde zur Prüfung weitergegeben worden. Eine Zustimmung steht jetzt noch aus. Laut Theiß soll es dann weitere Gespräche geben. Bis dahin handele es sich bei der Karte erst um einen Entwurf, betont er. Es könnten sich also noch weitere Anpassungen ergeben.

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