Grünstadt Technischer Schutz an Grenzen

Obwohl auf den Gewässerzweckverband Isenach-Eckbach immer mehr Aufgaben zukommen, wird sich die von den beteiligten Kommunen zu zahlende Umlage nur unwesentlich erhöhen. Sie liegt nach dem von der Verbandsversammlung in Lambsheim einstimmig beschlossenen Doppelhaushalt 2015/16 bei rund 1,7 Millionen Euro pro Jahr. Eine Sonderumlage für Gemeinschaftsaufgaben wird in den kommenden beiden Jahren nicht erhoben.
Von den 16 im Zweckverband zusammengeschlossenen Mitgliedern (acht Städte und Gemeinden, sieben Verbandsgemeinden und ein Landkreis) werden die Städte Bad Dürkheim (10,5 Prozent) und Frankenthal (10,2 Prozent) am stärksten zur Kasse gebeten werden. In einem Einzugsgebiet von rund 46 Hektar hat der Verband mehr als 600 Kilometer Gewässer zu unterhalten. Dazu kommen Schöpfwerke und zahlreiche Rückhaltebecken. Diese Pflichtaufgaben werden mit 19 Vollzeitbeschäftigten und mit dem Einsatz von Fremdfirmen bewältigt. Wie Geschäftsführer Hans Peter Theiß zum Haushaltsplan ausführte, stehen zudem noch Hochwasserschutz- und Renaturierungsmaßnahmen im Vordergrund. Auch führe die Zunahme von Sturm- und Hochwasserereignissen zu erheblicher Mehrbelastung der Mitarbeiter und zu Mehrkosten für den Zweckverband. Hinzu komme die Mitarbeit in der Hochwasserpartnerschaft Nördliche Vorderpfalz. Bei den in den kommenden Jahren geplanten Investitionen steht der Bau der Südspange als Gemeinschaftsaufgabe des Zweckverbands an erster Stelle. Die Gesamtkosten sind mit 11,25 Millionen Euro veranschlagt, Baubeginn soll 2015 sein. Ein Jahr später soll die Renaturierung des Mönchsbruchs in Bobenheim-Roxheim in Angriff genommen werden. Weitere Maßnahmen sind am Schwabenbach in Gönnheim und am Marlach-Stechgraben westlich von Schauernheim vorgesehen. Um die Abflussverhältnisse auf der Frankenthaler Terrasse zu verbessern, ist ein Genehmigungsverfahren geplant. Über den aktuellen Stand der vor vier Jahren ins Leben gerufenen Hochwasserpartnerschaft, an der sich Ludwigshafen, Frankenthal, der Rhein-Pfalz-Kreis, Bobenheim-Roxheim und die BASF beteiligen, informierte Stefan Wallisch vom Ingenieurbüro BGS aus Darmstadt. „Mit dem technischen Schutz kommen wir an Grenzen“, sagte er. Daher seien Koordination, Risikomanagement und abgestimmte Alarm- und Einsatzpläne von entscheidender Bedeutung. In bisher acht Workshops seien die Themen Gefahrenabwehr, Informationsvorsorge und Möglichkeiten des Wasserrückhalts behandelt worden. Wallisch erläuterte, dass bei einem Versagen des Rheinhauptdeichs insbesondere dem Binnendeich in Bobenheim-Roxheim, dem Damm der Autobahn 6 und dem Wirtschaftsweg südlich der A 6 eine wichtige Funktion zukomme. Allerdings müssten die Öffnungen verschlossen werden. Örtliche Hochwasserkonzepte würden in Bobenheim-Roxheim und Lambsheim erarbeitet. Für Anfang 2015 sei wieder eine Bürgerversammlung geplant. Bis spätestens Dezember 2015 müssten die Risikomanagementpläne unter Dach und Fach sein, sagte Wallisch. (eec)