Leiningerland
Bürgerbus: Verbandsgemeinde will auf Elektromobilität umsteigen
Mit den Fördermitteln aus dem Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (Kipki) will die Verbandsgemeinde beim Bürgerbus auf Elektromobilität umsteigen. Dafür hat der VG-Rat während seiner vergangenen Sitzung mit der Auftragsvergabe den Weg frei gemacht. Angeschafft werden sollen zwei vollelektrische Neun-Sitzer der Marke Mercedes-Benz EQV, die vor allem Senioren zum Einkaufen, zum Arzt oder zu Freunden und Verwandten befördern sollen.
Kosten bei der Anschaffung fallen für die Verbandsgemeinde nicht an. Insgesamt 915.000 Euro hat das Land der VG zur Verfügung gestellt, mit denen Projekte zu hundert Prozent gefördert werden können. Für den Kauf der beiden E-Fahrzeuge sind nach einer Zusage des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität maximal 180.000 Euro als Fördersumme möglich – rund 130.000 kosten die beiden elektrischen Kleinbusse. Die restlichen Fördermittel könnte die VG beispielsweise noch in die Anpassung der Ladestruktur oder die Beklebung der neuen Bürgerbusse stecken.
Dennoch gab es im VG-Rat eine Diskussion über das Angebot. So hatte sich ein Teil der Ratsmitglieder gewünscht, dass mindestens einer der neuen Bürgerbusse auch mit einer Rollstuhlrampe ausgestattet wird. Das wäre rein technisch möglich: Laut der Fricke Behindertenfahrzeuge GmbH etwa, die Autos behindertengerecht umbaut, kann ein Mercedes EQV mit einer Rampe ausgestattet werden, die im Auto den Kofferraumboden bildet und je nach Bedarf ausgezogen werden kann.
Nur: Der Umbau ist lediglich in der etwa 20 Zentimeter längeren „extralangen“ Variante des EQV möglich und würde außerdem eine Einschränkung bei den Sitzplätzen bedeuten. Statt neun hätte der Bürgerbus noch fünf Sitzplätze sowie einen zusätzlichen Platz für Rollstuhlfahrer. Zu wenig Platz, meint VG-Bürgermeister Frank Rüttger (CDU). So würden nur drei Sitzplätze für Fahrgäste verbleiben, da sich neben dem Fahrer noch ein weiterer Ehrenamtlicher auf dem Beifahrersitz befindet, um etwa beim Ein- oder Auslagern von Einkäufen oder bei der Begleitung älterer Fahrgäste zu helfen. Zudem sei ein Umbau zu aufwendig, teuer und rechtlich mit Blick auf Haftungsfragen vermutlich auch nicht umsetzbar. Eine Einstiegshilfe sowie genug Platz für zwei Rollatoren sei aber in den neuen Fahrzeugen vorhanden, so Rüttger.
Auslieferung im Frühjahr
Nach den Vergabeunterlagen ist der späteste Lieferzeitpunkt der 30. Juni 2025. Allerdings geht Rüttger davon aus, dass die beiden neuen E-Fahrzeuge bereits im Frühjahr zur Verfügung stehen könnten. Die Auslieferung erfolge im ersten Quartal 2025, so Rüttger. Nur noch Kleinarbeiten stünden an, darunter die Beklebung oder die Montage einer Trittstufe, um den Einstieg zu erleichtern.
Was mit den alten Bürgerbussen geschehen soll, ist bislang unklar. „Wir sind da frei in der Verfügung“, so Rüttger. Nach Absprache mit dem Bürgerbus-Team werde aber davon abgesehen, die beiden Verbrenner als Ergänzung zu den E-Fahrzeugen weiter im Einsatz zu behalten. Daher sei eher vorstellbar, dass die beiden Transporter entweder verkauft werden oder an eine andere Einrichtung, die dringend auf ein solches Fahrzeug angewiesen ist, gespendet werden. So oder so: Die Entscheidung darüber soll erst zu einem späteren Zeitpunkt getroffen werden.