Kolumne „Am Rande“ RHEINPFALZ Plus Artikel Bäcker Görtz macht Eisenberg zum Bielefeld der Pfalz

Der neue Görtz hat am Kreisel am Stadteingang von Kibo eröffnet.
Der neue Görtz hat am Kreisel am Stadteingang von Kibo eröffnet.

Der gemeine Eisenberger schaut ja bisweilen schon ein kleines bisschen neidisch nach Kirchheimbolanden. Denn: Irgendwie konzentriert sich im Donnersbergkreis doch vergleichsweise viel auf die Residenzstadt. Dort sitzen die Kreisverwaltung und der Kreistag, dort fährt der Eisenberger hin, wenn er ins Krankenhaus muss und dort hat es auch die größeren kulturellen Events (etwa das Open-Air-Musikfestival). All das, obwohl Eisenberg doch eigentlich die größte Stadt im Kreis ist.

Das nagt am Selbstverständnis. Vor allem, wenn man dann auch noch vergessen wird. Wenn man zum Bielefeld des Donnersbergkreises degradiert wird und sich um die eigene Existenz plötzlich zahlreiche Mythen ranken. Wie etwa neulich, vor der Eröffnung der neuen Zweigstelle der Bäckerei Görtz am Aral-Kreisel in Kirchheimbolanden. Da verkündete Peter Görtz, der das Unternehmen mit seinem Bruder Frank in zweiter Generation leitet, nämlich stolz in der RHEINPFALZ: „Es ist zwar unsere erste Filiale im Donnersbergkreis, aber Verbindungen zu Kirchheimbolanden gibt es schon lange (...) Einen großen Teil unseres Mehls beziehen wir aus der Mühle Bindewald.“

Autsch!

Kann natürlich mal passieren, bei dem gefühlt sekündlich wachsenden Filialnetz kurz den Überblick zu verlieren. Denn immerhin das haben Kibo und Eisenberg ja gemein: eine Görtz-Filiale. Wenigstens für den Erwerb von Brötchen und Baguette aus der Backstube des Ludwigshafener Unternehmens muss der Eisenberger seine Stadt also nicht verlassen. Übrigens: In Bielefeld gibt es – Stand jetzt – keinen Görtz. Stand jetzt immer noch nicht.

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