Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Abgesackte Straße repariert: Wo der Untergrund jetzt Sorgen macht

Sanierung beendet: Auf den letzten Metern vor der Globus-Zufahrt war die Grünstadter Ferdinand-Porsche-Straße abgesackt.
Sanierung beendet: Auf den letzten Metern vor der Globus-Zufahrt war die Grünstadter Ferdinand-Porsche-Straße abgesackt.

Monatelang war eine der beiden Globus-Zufahrten in Grünstadt gesperrt, nun ist die Sanierung der abgesackten Ferdinand-Porsche-Straße beendet. Was die Stadtverwaltung jetzt über die Ursache des Schlamassels weiß und wo es neue Anzeichen für bedenkliche Bewegung in der Tiefe gibt.

Wie umfangreich waren die Arbeiten zur Sanierung der abgesackten Straße?
Wie aufwendig die Sanierung der Grünstadter Ferdinand-Porsche-Straße werden würde, war bei Baubeginn im Sommer nur schwer abzuschätzen. Denn vorab ließ sich nicht eindeutig feststellen, warum genau ein 30-Meter-Abschnitt der Fahrbahn kurz vor der Globus-Einfahrt abgesackt war. Also wurde für die Reparatur ein Mindestprogramm definiert, und bei dem ist es laut Stadtverwaltung im Wesentlichen geblieben: „Die Sanierungsarbeiten verliefen insgesamt im erwarteten Rahmen.“ Es gab demnach zwar kleinere Anpassungen an örtliche Gegebenheiten, aber die fielen nicht groß ins Gewicht.

Was kostet das jetzt?
Den Zuschlag für die Arbeiten hatte eine Firma aus Mannheim bekommen, die fürs Basis-Programm ein Angebot über knapp 400.000 Euro eingereicht hatte. In dieser Größenordnung müsste sich demnach nun auch ihre Rechnung bewegen. Aber weil die noch nicht vorliegt, will auch die Stadtverwaltung derzeit noch keine Angaben über die tatsächlich angefallenen Kosten machen.

Wie haben die Anlieger-Unternehmen die Zeit überstanden?
Am härtesten hat es aufgrund ihrer Lage die Firma Gartencreativ Deister getroffen. Es fehlten wegen der gekappten Straßenverbindung die Kunden, die ihren Globus-Einkauf mit einem Abstecher zu den Pflanzen-Verkäufern verbanden. Deister-Geschäftsführer Jens Armbrust sagt: „Der Gartencenter-Bereich kam praktisch zum Erliegen.“ Und nun sei die Saison in dieser Sparte nahezu vorbei. „Wir hoffen, dass wir wenigstens etwas vom Weihnachtsgeschäft abbekommen. Wir haben ja zum Beispiel Adventskränze.“

Lässt sich nun sagen, warum die Straße abgesackt war?
Laut Stadtverwaltung hat sich am Ende ein Verdacht bestätigt, der schon seit einer Weile im Raum stand: Demnach gab’s in dem Areal früher eine Tongrube, die zum Beispiel mit Schutt und Keramikresten aufgefüllt wurde. Das Material wurde Angaben aus dem Rathaus zufolge dann nicht ausreichend verdichtet. Daher kam es immer wieder zu Veränderungen im Untergrund, etwa durch Feuchtigkeit. So sind Bereiche ausgespült worden und eingesackt.

Betrifft das nur die Straße oder auch die Anlieger-Grundstücke?
Die Baugrube für die Straßensanierung war seitlich mit Spundwänden abgesichert. Der Zustand des Bodens hinter diesen Barrieren blieb unsichtbar. Die Stadtverwaltung hält es daher für denkbar, dass auch Anlieger-Grundstücke gefährdet sind. Ein Sprecher sagt: „Sollte sich die Auffüllung über einen größeren Bereich erstrecken, können weitere Absenkungen je nach Belastung nicht ausgeschlossen werden.“ Deister-Geschäftsführer Armbrust berichtet: Im Zuge der Bauarbeiten hat er erfahren, dass sich das Tongruben-Gebiet auch aufs Firmengelände erstreckt haben soll. Und dort seien im Außenbereich nun ebenfalls Stellen zu erkennen, an denen der Boden etwas eingesunken sein. „Die Stadt sagt uns: ,Firma Deister, das ist euer Problem’“, erzählt der Chef-Gartenbauer. „Aber als unser Gebäude entstand, wusste niemand, dass da mal eine Tongrube war.“

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