Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Abgesackte Straße: Welche Firmen nun besonders leiden

Kein Durchkommen: die abgesackte Ferdinand-Porsche-Straße unmittelbar vor einer der beiden Einfahrten zum Grünstadter Globus-Gel
Kein Durchkommen: die abgesackte Ferdinand-Porsche-Straße unmittelbar vor einer der beiden Einfahrten zum Grünstadter Globus-Gelände.

Weil sie abgesackt ist, bleibt die Ferdinand-Porsche-Straße im Grünstadter Gewerbegebiet auf Monate gesperrt. Damit ist eine Zufahrt zum Globus-Markt blockiert, den täglich Tausende Kunden ansteuern. Welche Firmen nun leiden und woran es Kritik gibt.

Wie weit die Anziehungskraft seines Einkaufs-Komplexes reicht, kann der Grünstadter Globus-Chef ziemlich genau beziffern. Olaf Fischer sagt: „Unser Einzugsradius beträgt über 38 Kilometer. Aus unserem Stammgebiet haben wir eine äußerst hohe Kundenabdeckung, wobei unsere Kunden zwei- bis dreimal in der Woche bei uns einkaufen.“ Wie viele Menschen so Tag für Tag aufs Areal strömen, will der Geschäftsleiter hingegen nicht verraten: Betriebsgeheimnis. Eine vage Größenordnung lässt er sich dann aber doch noch entlocken.

Mehrere Tausend Kassenbons

Demnach werden an gewöhnlichen Werktagen mehrere Tausend Kassenbons ausgedruckt. Und samstags sowie vor Feiertagen können es zweieinhalb- bis dreimal so viele Bezahlvorgänge werden. Doch seit Mitte Juli müssen sich die Einkäufer mit einem Anfahrts-Hindernis arrangieren. Eine der beiden Globus-Zufahrten ist gesperrt, die Direktverbindung ins Gewerbegebiet gekappt. Denn dort ist die Ferdinand-Porsche-Straße auf etwa 30 Metern abgesackt, sie wird nun aufgegraben und mehrere Monate lang saniert.

Abgesackt: die Ferdinand-Porsche-Straße.
Abgesackt: die Ferdinand-Porsche-Straße.

Direkt neben der Baustelle steht das Mercedes-Autohaus Falter. Allerdings ist dessen Zufahrt noch erreichbar, und der Standort-Chef lässt ausrichten: Auf den Betrieb bei ihm hat die Sperrung keinerlei Auswirkungen. Auf der anderen Straßenseite bei Gartencreativ Deister sieht das anders aus. Jens Armbrust, einer der Geschäftsführer, sagt: Der Pflanzenverkauf vor Ort richtet sich eher an anspruchsvolle Hobbygärtner. Also hat es viele Kunden, die gezielt kommen und sich von der Baustelle nicht abschrecken lassen.

Die Laufkundschaft bleibt weg

Aber es gebe eben auch Spontan-Besucher, die auf dem Weg vom oder zum Globus einen Zwischenstopp einlegen. Und die fehlten jetzt – ein Problem, das sich auch schon einige Meter vor der Sperrzone bemerkbar macht. Jan Bamberg ist Juniorchef bei Brigitte B.’s Küchenkultur, er sagt: „Wir merken definitiv einen Rückgang der Kundenfrequenz. Mit Sicherheit liegt dieser auch zum Teil an den Ferien und es wird generell im Sommer etwas ruhiger. Jedoch ist der Betrieb spürbar verhaltener als in den letzten Jahren. “

Zur Sackgasse geworden: die abgesackte Straße im Grünstadter Gewerbegebiet.
Zur Sackgasse geworden: die abgesackte Straße im Grünstadter Gewerbegebiet.

Um so ärgerlicher findet er, dass es dabei über die Ferien-Phase hinaus noch mehrere Monate lang bleiben dürfte. Und er bemängelt, dass sich die Stadtverwaltung deshalb bei seinem Betrieb kein einziges Mal gemeldet habe: „Da man uns jetzt in eine Sackgasse verfrachtet hat, wäre eine Info definitiv hilfreich gewesen.“ Gartencreativ Deister hingegen war als Direkt-Anlieger vorab in Absprachen eingebunden, Koordinationsprobleme hat es laut Geschäftsführer Armbrust dann aber trotzdem gegeben.

Einfahrt von Baufirma blockiert

Der Garten- und Landschaftsbaumeister erläutert: Das Unternehmen verkauft nicht nur Pflanzen vor Ort, es legt für seine Kunden auch ganze Gärten an. Also gehört zum Betrieb auch ein kleiner Bauhof mit, zum Beispiel, Baggern und Lastwagen. Doch ausgerechnet dessen Einfahrt habe die Baufirma zunächst blockiert – absprachewidrig. Aber dieses Problem habe sich schnell lösen lassen. Abgefunden hätten sich die Pflanzenfachleute hingegen damit, dass ein Teil ihrer eigentlich noch nutzbaren Parkplätze mit Maschinen vollgestellt sei.

Vor Beginn der Bauarbeiten: sichtbare Delle in der Ferdinand-Porsche-Straße.
Vor Beginn der Bauarbeiten: sichtbare Delle in der Ferdinand-Porsche-Straße.

Armbrust sagt: „Das war so eigentlich nicht auch angekündigt, aber wir wollen ja, dass es an der Baustelle vorangeht.“ Nichts zu bemängeln hat hingegen Globus-Chef Fischer. Aus seiner Sicht haben Planung, Koordination und Information für die Anlieger vorab gut funktioniert. Und auch die Folgen fürs Geschäft blieben überschaubar: Der Einkäufer-Andrang sei seit Sperrung der Ferdinand-Porsche-Straße zwar schon zurückgegangen, aber eben nur leicht. Und dazu passt, was er von Unterhaltungen des Personals mit den Kunden berichtet.

„Umleitung gut zu fahren“

Demnach ist die Baustelle durchaus Gesprächsgegenstand. Aber die Einkäufer seien der Meinung, dass „dass die Umleitung sehr kurz gehalten und gut zu fahren ist“. Ärgerlich sei die Blockade eines Anfahrtswegs natürlich trotzdem, sagt Fischer. Aber er meint: In diesem Fall war sie „auf Dauer nicht zu verhindern“.

Mehr zum Thema
x