Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Weihnachten weltweit (9): Nur echt mit Truthahn aus den USA

Den Zauber der amerikanischen Weihnacht will Michelle Langston-Miller auch für ihre Söhne Jaxon und Tyler zelebrieren. Dafür wir
Den Zauber der amerikanischen Weihnacht will Michelle Langston-Miller auch für ihre Söhne Jaxon und Tyler zelebrieren. Dafür wird selbst Hündin Maya festlich eingekleidet.

Im Pyjama vom Auto aus die Weihnachtsdeko der Nachbarn erkunden – diese Erinnerung verbindet Michelle Langston-Miller mit Heiligabend in Texas. Dort wird Christmas in XXL gefeiert, und Wichtel stromern in der Adventszeit wochenlang durch die Haushalte.

Michelle Langston-Miller stammt aus der texanischen Stadt Killeen bei Austin. An Heiligabend nach der Bescherung stieg die Familie mit den Kindern, die bereits im Schlafanzug waren, ins Auto. Während der Fahrt vorbei an stimmungsvoll dekorierten Häusern und Vorgärten gab es heiße Schokolade. Im Weihnachtskleid erstrahlt ganz Texas ebenso wie die USA bereits nach dem Erntedankfest Thanksgiving. „Bigger and better ist dort in der Weihnachtszeit das Motto, alle wollen sich übertrumpfen beim Schmücken mit Lichterketten“, weiß die 33-Jährige, die seit drei Jahren in Frankenthal lebt und im kommenden Jahr nach Texas zurückkehren wird. Auch der Handel wetteifert um die prunkvollsten Auslagen. Der Advent ist, wie in vielen anderen Ländern auch, die umsatzstärkste Saison des Jahres.

Im Garten werden gern Haferflocken verstreut, damit sich das Rentier Rudolph nach der anstrengenden Reise vom Nordpol satt essen kann. Es zieht den mit Geschenken vollgepackten Weihnachtsschlitten für Santa Claus. Den Truthahn, den Langston-Miller in Killeen an Heiligabend immer gegessen hat, gibt es auch in Frankenthal zum Fest. Wichtig ist ihr, dass es ein nordamerikanischer Turkey ist. Daher fährt die junge Frau vor dem anstehenden deutsche Weihnachtsfest extra nach Ramstein, wo es das Federvieh dank des Hauptquartiers der United States Air Force zu kaufen gibt.

Wichtel und Weihnachtsstrumpf

Die Weihnachtsfeste ihrer Kindheit mit ihrer deutschen Mutter Birgit und dem aus North Carolina stammenden Papa Thomas waren sehr stimmungsvoll, erinnert sich die zweifache Mutter. „Für meine Söhne will ich diesen Zauber aufrechterhalten.“ Der zehnjährige Tyler und sein sechs Monate alter Bruder Jaxon kennen daher auch den Weihnachtswichtel aus den Kindertagen ihrer Mutter: Der kleine Kobold zieht in der Adventszeit in die Wohnung und steht immer wieder an einem anderen Ort, als ob er sich nachts heimlich bewegt hätte. Das tut er aber nur in den Wohnungen braver Kinder. Der Wichtel trägt eine rote Mütze wie der Weihnachtsmann, hat aber keinen Bart. Ganz wichtig: Man darf ihn niemals anfassen. Sonst verliert der Zwerg seine magischen Kräfte. Auch die Christmas Sockings kennt Tyler: An Heiligabend hängt er seinen großen Weihnachtsstrumpf auf. Und nach dem Aufstehen ist dieser wundersamerweise mit kleinen Überraschungen gefüllt.

Aus dem benachbarten Mexiko stammt dagegen der Brauch der Posadas. Ab dem 16. Dezember symbolisiert jeder Tag einen Monat der Schwangerschaft Marias. In dieser Zeit besuchen sich Freunde und Verwandte. Der Gastwirt reicht eine heiße Ponche, die ähnlich wie Bowle schmeckt, und es wird eine Piñata zerschlagen. Um Mitternacht am 24. Dezember wird dann das Jesuskind in seine Krippe gelegt.

Die Serie

  • Weihnachten wird fast überall auf der Welt gefeiert. Aber wie? Die RHEINPFALZ hat sich bei Frankenthalern mit internationalen Wurzeln erkundigt, welche Traditionen es in den Familien gibt, was im Advent und an Heiligabend auf den Tisch kommt und welche Erinnerungen an die Heimat mit dem Fest verknüpft sind.
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