Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserrohrbruch: Etwa 30.000 Haushalte betroffen – B9 nur einspurig befahrbar

Weil die marode Leitung ausgetauscht wird, fließt der Verkehr auf einem Teil der Strecke der B9 von Ludwigshafen-Edigheim kommen
Weil die marode Leitung ausgetauscht wird, fließt der Verkehr auf einem Teil der Strecke der B9 von Ludwigshafen-Edigheim kommend in den nächsten Wochen nur einspurig. Hier ein Bild von den Reinigungsarbeiten am Dienstagmorgen.

Ein Leck an der Hauptleitung sorgte am Montagabend dafür, dass rund 30.000 Haushalte in Frankenthal und Bobenheim-Roxheim für etwa zwei Stunden kein oder nur wenig Trinkwasser hatten. Die überflutete Bundesstraße blieb bis Dienstagmorgen gesperrt. Auch die Feuerwehren waren in Alarmbereitschaft.

Duschen, Waschen oder ein Glas Wasser trinken: Wer am Montag nach 19.45 Uhr den Hahn aufdrehte, der bekam unter Umständen nur ein paar Tropfen. Ein Rohrbruch an der Hauptversorgungsleitung in der Edigheimer Straße sorgte für einen Druckabfall im Wasserwerk Nord. Von dort aus wird neben dem Stadtgebiet und den vier Frankenthaler Vororten auch die Gemeinde Bobenheim-Roxheim versorgt – in Summe rund 30.000 Haushalte. Wie viele Anschlüsse wo genau betroffen waren, können die Stadtwerke Frankenthal auf Nachfrage nicht sagen. Über die Notrufleitung des Energieversorgers gingen am Montagabend Hunderte Anrufe von Bürgern ein.

Stadtwerke: Trinkwasser wird untersucht

Gegen 21.45 Uhr seien die betroffenen Rohre vom Netz abgetrennt und der unkontrollierte Wasserfluss damit gestoppt gewesen. Damit sei der Wasserdruck im Netz wieder stabil gewesen. Für Verunsicherung hatten Gerüchte gesorgt, das Trinkwasser könnte durch den Rohrbruch verunreinigt sein. Das sei erfahrungsgemäß nicht der Fall, informieren die Stadtwerke. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt seien Proben genommen worden. Mit dem Ergebnis der Laboranalyse rechnet das Unternehmen bis Mittwoch.

Stundenlang war die B9 Richtung Frankenthal nach einem Wasserrohrbruch am Montagabend gesperrt.
Stundenlang war die B9 Richtung Frankenthal nach einem Wasserrohrbruch am Montagabend gesperrt.

B9: LBM untersucht auf Einbruchgefahr

Die betroffene Trinkwasserhauptleitung verläuft auf einer Strecke von 60 Metern auf Frankenthaler Stadtgebiet parallel zur Bundesstraße 9. Durch den Wasserrohrbruch auf einem Abschnitt von etwa vier Metern wurde die B9 auf der Strecke zwischen Frankenthal und Ludwigshafen-Edigheim überflutet. Sie war bis Dienstagmorgen komplett gesperrt. Als Grund für den Schaden geben die Stadtwerke Materialermüdung an. Die in diesem Bereich verlegten Graugussrohre stammten aus den 1920er-Jahren und sollten eigentlich im Zuge der laufenden Netzerneuerung mittelfristig ausgetauscht werden, heißt es in einer Mitteilung am Dienstagmittag.

Während der Reparaturarbeiten – das defekte Leitungsstück wird durch ein moderneres und widerstandsfähigeres Rohr ausgetauscht – sei die B9 von Ludwigshafen-Edigheim in Fahrtrichtung Frankenthal voraussichtlich für die kommenden vier Wochen nur einspurig befahrbar. Ob die Straße unterspült wurde und damit möglicherweise einbruchgefährdet ist, will der Landesbetrieb Mobilität (LBM), dessen Straßenmeisterei am Montagabend ebenfalls an der Unfallstelle war, in den kommenden Tagen untersuchen, heißt es auf Anfrage.

Feuerwehr: „Kein Löschwasser aus Leitung“

Die Feuerwehr Frankenthal, die zunächst aufgrund der Druckschwankungen durch eine automatische Brandmeldeanlage in der Innenstadt alarmiert worden war, rief am Montagabend alle verfügbaren Kräfte in die Hauptwache im Nordring. Sechs der Löschfahrzeuge der Freiwilligen Wehr seien mit Tanks von einem Fassungsvermögen zwischen 1600 und 4000 Litern ausgestattet. Diese Fahrzeuge seien fest zugeteilt worden. Die drei Werkfeuerwehren von KSB, Howden Turbo und Renolit, die zusammen über vier wasserführende Fahrzeuge verfügen, wurden laut Feuerwehrsprecher Thomas Bader ebenfalls in Alarmbereitschaft versetzt. Mit den umliegenden Feuerwehren der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim und Bobenheim-Roxheim sei man den Abend über in engem Austausch gewesen.

Die Feuerwehr Frankenthal war vor Ort mit im Einsatz.
Die Feuerwehr Frankenthal war vor Ort mit im Einsatz.

„Kein Trinkwasser heißt auch kein Löschwasser aus der Leitung“, erläutert Bader. Glücklicherweise habe es während des Wasserausfalls keine Brandeinsätze im Stadtgebiet gegeben. Allerdings kontrollierten Kräfte der Freiwilligen Wehr, ob sich die Überflutung auf tiefergelegene Bereiche entlang der Bruchstelle ausbreitet, etwa Richtung Sporthalle Am Kanal und Ostparkbad sowie in die Kleingartenanlage Sauweide. Auch hier habe man Entwarnung geben können.

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