Fussball
Vor der Saison: VfR Frankenthal will wieder oben angreifen
In der vergangenen Saison war der VfR die „Torfabrik“ der Bezirksliga. Das Team von Coach Martin Wohlschlegel schoss in den acht Spielen bis zum Ligaabbruch 22 Tore und stand zu Recht auf dem zweiten Tabellenplatz. Entsprechend stolz ist Wohlschlegel auf die Leistung. „Aus der vergangenen Saison nehme ich positiv mit, dass wir als Mannschaft agiert haben. Wir hatten eine sehr disziplinierte Truppe“, sagt er. Auch bei Rückständen habe man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, sondern weiter den Fußball gespielt, den man zeigen wollte: überlegter Spielaufbau, keine langen Bälle.
Ein, wenn nicht sogar der Schlüssel zum Erfolg sei das Training gewesen, so Wohlschlegel. Auch wenn es komisch klinge, die Pandemie habe diesbezüglich positive Auswirkungen gehabt: „Das kontaktlose Corona-Training mit Abstand und Passspiel hat uns bei der Fitness viel gebracht“, erklärt Wohlschlegel. Kein Wunder, dass er dies in der aktuellen Vorbereitungsphase beibehielt.
Nur ein Testspiel verloren
Ein weiterer möglicher Pluspunkt: „Vielleicht haben wir aus diesem Grund derzeit so wenige Verletzte“, sagt Wohlschlegel. Dabei seien die Übungseinheiten von Anfang an gut besucht worden. Das Training solle seinen Schützlingen auch Spaß machen, betont der VfR-Coach. „Ich baue das langsam auf, mache viele Spielformen, die auch wettbewerbsmäßig ausgeführt werden. Es soll ein gewisser Ansporn da sein, Gas zu geben.“
Das hat Wohlschlegels Mannschaft auch in den vielen Vorbereitungsspielen getan, von denen nur eines verloren ging. Alle anderen wurden zum Teil deutlich gewonnen. So triumphierte der VfR gleich mehrfach gegen klassenhöhere Vereine wie den Landesligisten SV Ruchheim (2:0). Gegen den SV Südwest Ludwigshafen, der ebenfalls in der Landesliga spielt, holte der VfR sogar einen 4:1-Pokalsieg. „Wir haben wenig Tore bekommen und haben selbst viele geschossen“, sagt Wohlschlegel. „Wir haben mutig gespielt.“ Mit der Saisonvorbereitung sei er rundum zufrieden.
Schlüsselspieler verloren
Es scheint, als liefe alles perfekt für die Blau-Schwarzen. Doch bleiben einige Fragen offen: Wie verkraftet das Team die Abgänge von Schlüsselspielern wie Torjäger Jurica Antonovic, Spielmacher Florian Kaiser oder Flügelstürmer Giuseppe Moncada? Wohlschlegel weiß, dass das Verluste sind, die schmerzen. „Florian Kaiser zieht immer zwei, drei gegnerische Spieler auf sich“, erklärt der Coach. Er hofft, dass Kaisers Wechsel zum B-Klassisten ASV Mörsch anderen Spielern die Möglichkeit bietet, in diese Lücke zu stoßen.
Ähnlich verhält es sich bei Antonovic. Einen „Wandspieler“ wie ihn verliere er ungern, sagt Wohlschlegel. Von der Sorte gebe es nicht viele. Ein möglicher Ersatz für den Stoßstürmer kommt aus den eigenen Reihen, ist aber dennoch ein gefühlter Neuzugang. Gemeint ist Nexhat Hajra, der nach zweijähriger Verletzungspause endlich wieder zurück ist.
Auf den Rückkehrer freut sich Martin Wohlschlegel besonders: „Nexhat ist ein Mittelstürmer, der den VfR mehrmals eine Klasse höher geschossen und auch in Grünstadt schön eingenetzt hat.“ Der Trainer möchte jedoch nicht nur den erfahrenen Spielern Einsatzzeiten geben, sondern auch den jungen. Wohlschlegel setzt auf die Breite im Kader und auf Spieler, die aus der A-Jugend zu den Aktiven stoßen. Darunter sind Behazad Rezaei, Christopher Schwalb, Felix Weiß, Liam Spiegel und Kai Amann. Sie sollen sich in die Mannschaft integrieren und an die Bezirksliga herangeführt werden.
Ruhiger Spielaufbau
Seine jungen Kicker sollen im besten Falle den Weg machen, den im vergangenen Jahr bereits Bastian Hommrich gegangen ist. Der 19-jährige Rechtsaußen schaffte nicht nur den Sprung zu den Aktiven, sondern machte auch den Schritt in die Bezirksliga. Dort schoss er in acht Spielen sechs Tore. Mit seiner forschen Spielweise hat Hommrich Eindruck hinterlassen, nicht zuletzt bei der Konkurrenz. Aber auch beim eigenen Trainer. „Bastian ist ein sehr guter Fußballer. Er spielt mit viel Geschwindigkeit, ist beidfüßig und clever. Er bringt alles mit, was man braucht“, sagt Wohlschlegel. „Wir sind froh, dass er sich sehr früh zum VfR bekannt hat.“ Ob Hommrich jedoch wieder rechts außen zum Zug komme, sei noch nicht sicher.
„Im Moment ist nur eines klar: Ich spiele mit einer Viererkette“, erklärt der Übungsleiter. „Alles davor ergibt sich dann.“ Wenn sich ein Spieler im Training besonders empfehle, werde die Formation angepasst. Klar ist indes, wie auf dem Platz agiert werden soll: Im Mittelfeld soll gepresst werden. Mit einem ruhigen Aufbau und sicheren Passspiel will der VfR wieder das Spiel machen. Das sportliche Ziel formuliert Wohlschlegel so: „Am letzten Hauptrundenspieltag am 28. November wollen wir unter den ersten Fünf stehen.“