Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Vereinigte VR-Bank hält an Bauprojekt fest

Auf dem Schild vor der Koppschen Villa ist noch die frühere RV Bank Rhein-Haardt als Bauherrin ausgewiesen.
Auf dem Schild vor der Koppschen Villa ist noch die frühere RV Bank Rhein-Haardt als Bauherrin ausgewiesen.

Viel hat sich seit dem Aufstellen des Baustellenschilds vor der Koppschen Villa nicht mehr getan. Die Vereinigte VR-Bank Kur- und Rheinpfalz hält allerdings an ihrem Ziel, das historische Gebäude mit einem Anbau zu erweitern fest. Der Stadt liegen nun nochmals überarbeitete Entwürfe für das Projekt vor.

Deutlich mehr als vier Jahre sind vergangen, seit der Frankenthaler Planungs- und Umweltausschuss die seinerzeit noch im Namen der RV Bank Rhein-Haardt (Lambsheim) gestellte Bauvoranfrage positiv beschieden hat. Das Ziel damals wie heute: eine Erweiterung der etwa 1870 errichteten Villa des Industriellen Hanns Kopp am Nordende des Jahnplatzes um einen modernen Anbau. Der Zweck damals wie heute: die Nutzung der Immobilie als Regionaldirektion des genossenschaftlichen Geldinstituts, das 2019 mit der Speyerer Volksbank zur Vereinigten VR-Bank Kur- und Rheinpfalz verschmolzen ist.

Vor der Villa ist schon seit einiger Zeit ein großformatiges Schild platziert, das auf die ehrgeizigen Pläne hinweist – außer der Rodung des dahinterliegenden Grundstücks ist allerdings noch nichts Sichtbares passiert. Der Grund: Hinter den Kulissen wird offenbar seit Längerem zäh darum gerungen, wie das Projekt realisiert werden kann. Denn: Gegen den ersten Entwurf, den die Bank präsentiert hatte, regte sich Widerstand bei den Nachbarn.

„Städtebauliche Chance“

Auf Anfrage der RHEINPFALZ zum Sachstand bei dem Vorhaben kommt vom Sprecher der VVR-Bank ein Bekenntnis, trotz aller Schwierigkeiten am Projekt festhalten zu wollen: „Für unsere Bank, Mitglieder und Kunden sowie für die Stadt Frankenthal ist die Errichtung einer Regionaldirektion am Jahnplatz sicherlich die richtige Entscheidung.“ Das Vorhaben eröffne „eine städtebauliche Chance“ am Jahnplatz, „die aus unserer Sicht sehr hoch zu bewerten ist“, so die Stellungnahme.

Bei der virtuellen Vertreterversammlung am 9. Mai sei darüber informiert worden, dass neue Planentwürfe zur Genehmigung bei der Stadtverwaltung Frankenthal eingereicht wurden. Man stehe in enger Abstimmung mit der Stadt. Deren Aufgabe sei es, eine rechtssichere Grundlage zu schaffen, beispielsweise über den Weg eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Was den Widerspruch der direkten Anwohner betrifft, hofft das Geldinstitut, „mit den neuen Planentwürfen für alle Beteiligten eine tragfähige Lösung gefunden zu haben“.

Platz für 30 Mitarbeiter

Unverändert hält die Bank daran fest, am Jahnplatz eine Regionaldirektion zu etablieren – „mit Nutzung der Koppschen Villa als Beratungszentrum für Firmenkunden und Private Banking“, wie der Sprecher erläutert. Von der Idee, dass Frankenthal auch Dienstsitz eines Vorstandsmitglieds wird, scheint man sich in Speyer verabschiedet zu haben. Aber: „Ein Vorstand unseres Hauses wird bei Bedarf jederzeit vor Ort sein“, heißt es dazu. Etwa 30 der insgesamt 740 Beschäftigten sollen an dem neuen Standort arbeiten.

Zum Investitionsvolumen hält sich die Genossenschaftsbank bedeckt. Weil die Planung noch nicht abgeschlossen sei und vor dem Hintergrund von steigenden Baukosten und Lieferengpässen bei bestimmten Materialien sei keine verbindliche Aussage möglich. Zu einem früheren Zeitpunkt war von zehn bis zwölf Millionen Euro die Rede gewesen. Von dem Projekt hängt offenbar die künftige Präsenz in der Stadt ab: „Sobald die Realisierung unseres Vorhabens möglich ist, werden wir über die Zukunft unserer Filialen in Frankenthal – in enger Abstimmung mit unseren Gremien – beraten und entscheiden.“ Bislang unterhält die Bank Zweigstellen in der Speyerer Straße, im Albrecht-Dürer-Ring und in der Eppsteiner Straße (Flomersheim).

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