Frankenthal
Rückblick 2019: Genossenschaftsbanken besiegeln Fusion
Aus zwei Banken wird eine: Die RV Bank Rhein-Haardt mit Sitz in Lambsheim und die Speyerer Volksbank Kur- und Rheinpfalz fusionieren zur Vereinigten VR-Bank Kur- und Rheinpfalz. Im Juni geben die Vertreter der beiden Häuser bei getrennten Versammlungen grünes Licht, im Oktober folgt der Eintrag ins Genossenschaftsregister und wenige Wochen später auch die technische Fusion.
99,7 Prozent der „Genossen“ stimmen im Congress-Forum Frankenthal fürs Verschmelzen der Banken, in Speyer fällt diese Entscheidung sogar einstimmig. Mit der Fusion entsteht anderthalb Jahre nach ersten Gesprächen über einen Zusammenschluss ein Geldinstitut mit fast fünf Milliarden Euro Bilanzsumme. Kredite und Anlagen summieren sich auf 6,8 Milliarden Euro. An 50 Standorten werden von 800 Mitarbeitern rund 186.000 Kunden betreut.
Vorbereitet hat der Vorstand der bisher in Lambsheim ansässigen RV Bank Rhein-Haardt die Tage der Entscheidung mit Mitgliederforen und Vertreterdialogen. Dabei werben Mathias Geisert und Thomas Sold, die beide auch der Führungsspitze der Fusionsbank angehören, nach ihren Angaben bei rund 1100 Gästen für das Projekt. Begründet wird der Wille zur Kooperation auf beiden Seiten mit den für alle Regionalbanken schwierigen Rahmenbedingungen – Stichworte: Digitalisierung, Regulatorik und Niedrigzinsphase.
Einstimmige Beschlüsse der Gremien
Die vorbereitenden Beschlüsse in den Gremien beider Banken fallen einstimmig. Konsens herrscht nicht nur schnell beim Namen für das neue Institut, sondern auch darüber, dass es keine „fusionsbedingten Kündigungen“ geben, sondern Personal nur durch „normale Fluktuation“ abgebaut werden soll. Die Kosten der Fusion von geschätzten anderthalb bis zwei Millionen würden schon innerhalb weniger Jahre mehr als kompensiert, heißt es. Die Einsparungen durch Synergieeffekte beziffern die Banker mit rund 19 Millionen Euro.
Ungeachtet der Fusion startet 2019 auch der Ausbau des Standorts Frankenthal zum Regionalmarktzentrum und künftigen Vorstandssitz. Dafür soll die im Jahr zuvor erworbene Kopp’sche Villa am Jahnplatz um einen zehn bis zwölf Millionen teuren Anbau ergänzt werden. Erste Arbeiten auf dem Gelände laufen. Zu klären ist noch, wie der Wegfall von angrenzenden Parkplätzen des Congress-Forums kompensiert wird.