Frankenthal
Stadt dreht an Gebührenschraube: Wen es 2026 besonders trifft
Im Stadtrat wurde die Liste der unpopulären Entscheidungen im Schnellverfahren durchgewinkt. FWG-Fraktionschefin Tanja Mester warb um Verständnis für die „strukturellen Anpassungen“, nachdem man in den letzten Jahren zu zögerlich gewesen sei. Und Monika Reffert (SPD) erinnerte daran, dass die letzte Erhöhung auf das Jahr 2018 zurückgehe.
Im Vergleich zum Umland seien die Gebühren angemessen, die soziale Komponente werde gewahrt, betonte sie. Ähnlich äußerten sich auch Martin Svoboda (CDU) und Thomas Börstler (FDP), für den die Eltern nicht übermäßig belastet werden dürften.
Teurer: Mittagsbetreuung und Schulessen
Wer sein Kind in Frankenthal für die Betreuende Grundschule anmeldet, wird im kommenden Schuljahr für die Mittagsbetreuung bis 14 Uhr mit monatlich 34 Euro (bisher 24 Euro) zur Kasse gebeten. Bei einer Betreuung bis 16 Uhr verdoppelt sich dieser Betrag.
Für Ganztagsschüler fallen für die Freitagsbetreuung 11,50 Euro (bis 14 Uhr) beziehungsweise 23 Euro (bis 16 Uhr) an. Inhaber der Frankenthaler Ermäßigungskarte müssen lediglich die Hälfte zahlen.
Erstmals seit sechs Jahren wird auch das Schulessen teurer. Ab dem Schuljahr 2026/27 wird die monatliche Kostenpauschale für Schüler sowie pädagogische Hilfskräfte bei vier Verpflegungstagen pro Woche von 42 auf 54 Euro erhöht. Bei fünf Verpflegungstagen sind es künftig 68 Euro. Neu ist die Kalkulation für Lehreressen. Pro Mahlzeit werden an allen Ganztagsschulen 6,34 Euro kassiert.
Aufgrund des Rechtsanspruchs auf Ganztagsförderung wird es ab dem kommenden Schuljahr auch in den Ferien an Werktagen von 8 bis 16 Uhr eine Betreuung durch pädagogische Fachkräfte geben. Der Anspruch gilt zunächst für Grundschulkinder der ersten Klasse und wird in den Folgejahren stufenweise ausgeweitet. Die Teilnahmegebühr beträgt pro Kind und Woche 195 Euro.
Auch Klassenfahrten werden kostspieliger
Angepasst werden ab 1. Januar 2026 die Sätze für einen Aufenthalt im Schullandheim Hertlingshausen. Für Klassenverbände von Frankenthaler Schulen kostet ein Tag bei Vollpension 27 Euro (bisher 26 Euro) pro Schüler. Zusätzlich fällt ein Fahrtkostenanteil von 15 Euro (bisher 14 Euro) für Hin- und Rücktransport an. Alle anderen Personen müssen pro Tag 42,02 Euro (bisher 36,13 Euro) zahlen.
Auch die Stadtbücherei kommt im Zuge der Haushaltskonsolidierung um eine Anhebung der Gebühren nicht herum. Bei Erwachsenen wird künftig eine Jahresgebühr von 24 Euro (bisher 20 Euro) fällig. Für Schüler, Auszubildende, Studierende und Inhaber der Ermäßigungskarte, die älter als 18 Jahre sind, steigt die Gebühr von zehn auf zwölf Euro. Eheleute und Lebenspartner mit gleicher Anschrift zahlen 36 Euro (bisher 28 Euro). Die Metropol-Card kostet 28 Euro (bisher 24 Euro).
Wer ohne Jahresausweis ausleiht, wird pro Medium um fünf Euro (bisher vier Euro) erleichtert. Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr zahlen keine Jahresgebühr. Auch die Ausleihe für den pädagogischen Dienstgebrauch ist kostenlos.
Autofahrer werden nicht verschont
Von der Teuerungswelle werden letztlich auch die Autofahrer nicht verschont bleiben. Um 60 Prozent will die Verwaltung die Parkgebühren in der Innenstadt anheben. Eine Stunde kostet dann 1,60 Euro. Der Stadtrat war in seiner Sitzung lediglich zum Thema zu hören, diskutiert wurde darüber nicht. Die Stadtverwaltung kann die neue Gebührenordnung ohne Ratsbeschluss erlassen.
Dazu gehört auch: An Samstagen wird die Gebührenpflicht gleich um sieben Stunden bis 19 Uhr verlängert. Besonders deutlich ist der Kostensprung beim Anwohnerparken. Bisher waren für ein Jahresausweis 30,70 Euro fällig, künftig müssen 160 Euro berappt werden.