Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Spiel des Tages: TuS Dirmstein und ASV Heßheim kämpfen um den Relegationsplatz

Übernimmt bis Saisonende: Lothar Schäfer.
Übernimmt bis Saisonende: Lothar Schäfer.

Ein Derby sorgt immer für Stimmung – nicht nur im Vorfeld. Doch das Spiel zwischen den Tabellenzweiten TuS Dirmstein und dem Fünften ASV Heßheim ist auch ein Spitzenspiel in der Fußball-A-Klasse. Nicht genug damit, brachten die Heßheimer doch noch weitere Brisanz in die Partie.

In Heßheim haben die Verantwortlichen „den Nagelsmann“ gemacht. Zur Erinnerung: Julian Nagelsmann war bis vor wenige Wochen noch Trainer des FC Bayern München, der bis dato noch in drei Wettbewerben vertreten war. Überraschend kam der Trainerwechsel zu Thomas Tuchel.

Fünf Spieltage vor Schluss, die Mannschaft des ASV Heßheim ist noch in aussichtsreicher Position für den Relegationsplatz, der zu Aufstiegsspielen in der Fußball-A-Klasse berechtigt und Trainer Uwe Naßhan wurde am Dienstag freigestellt. Doch es hatte wohl schon zuvor geknirscht.

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Laut geworden in der Kabine

Auslöser dürfte jedoch die Niederlage auf eigenem Platz gegen Eintracht Lambsheim gewesen sein. Lambsheim schoss in der dritten Minute ein Tor und stellte sich dann laut Naßhan hinten rein. „Ich bin dann laut geworden in der Kabine“, sagt Naßhan. Einigen Spielern habe das wohl nicht gepasst. Sie hätten sich beschwert – mit der bekannten Folge.

Naßhan hatte bereits zu Beginn der Rückrunde angekündigt, dass nach der Saison für ihn beim ASV Heßheim Schluss ist. Übernommen hat er die Mannschaft zu Beginn der Saison. Unzufrieden war der Trainer unter anderem mit den Trainingsbedingungen im Winter und der Trainingsbeteiligung.

Lothar Schäfer und Thomas Keller springen ein

Ihm hätten Spieler geschrieben, dass sie von der Freistellung überrascht seien. Sie hätten genau wie er gedacht, dass man die Saison hätte gemeinsam beenden können. „Da waren wohl einige Spieler anderer Meinung“, sagt Naßhan, der sich enttäuscht zeigt von der Art und Weise. „Die Spieler hätten das Gespräch mit mir suchen können. Ich habe aber viel erlebt im Fußball, ich weiß das einzuschätzen“, sagt Naßhan.

Für Naßhan übernehmen für den Rest der Saison Lothar Schäfer, schon bislang im Trainerteam, und Thomas Keller, der bereits die erste Mannschaft des ASV trainiert hat, aktuell die A-Jugend des 1. FC Rheinpfalz betreut. „Wir werden Jugendspieler für die restlichen Spiele brauchen. Deshalb ist es gut, dass Thomas Keller dabei ist“, sagt Schäfer. Auch Schäfer ist der Meinung, dass man die Runde mit Anstand hätte zu Ende spielen hätte können. Gegen Eintracht Lambsheim sei die Einstellung der Mannschaft katastrophal gewesen. Ob es damit zusammenhing, dass Spieler unzufrieden waren, lässt Schäfer dahingestellt. Doch es sei bereits vor dem Spiel zu spüren gewesen, dass etwas nicht stimmt. Schäfer sagt auch: „Da müssen sich auch einige Spieler an die eigene Nase fassen.“ Er hofft auf eine Trotzreaktion. Ausreden hätten die Spieler auf alle Fälle keine mehr. Gegen Dirmstein gelte es zuzuschlagen, wenn man es an der Tabellenspitze eng halten wolle.

TuS Dirmstein wieder in der Spur

Mit 46 Punkten steht Heßheim zwei Zähler hinter dem aktuellen Tabellenzweiten TuS Dirmstein. Doch der ASV Maxdorf (47) und die DJK Schwarz-Weiß Frankenthal (47, ein Spiel weniger) lauern ebenfalls noch auf den zweiten Platz. Vorne hat sich der SV Obersülzen überraschend mit nun 56 Punkten so viel Luft verschafft, dass es schwer werden dürfte, diese Mannschaft noch von dem Spitzenplatz zu verdrängen. Zumal Obersülzen aus dem Spitzenfeld nun die vermeintlich leichteste Aufgabe hat. Der SV empfängt Eintracht Lambsheim. Aber das dachte Heßheim am jüngsten Spieltag auch.

Das Trainergespann des TuS Dirmstein, Thomas Gomola und Dennis Pfeiffer, kann die Auswirkungen der Turbulenzen in Heßheim vor dem Spiel schwer einschätzen. „Das kann auch Energie freisetzen“ , meint Gomola. In Dirmstein hatten sie jüngst eine Serie mit drei Niederlagen in Folge verzeichnen müssen. Doch nun scheint die Mannschaft wieder in der Spur. 3:0 gewann der TuS zuletzt beim SC Bobenheim-Roxheim. „Wir müssen versuchen, den ASV schnell unter Druck zu setzen. Trotzdem ist es meiner Meinung nach ein 50:50-Spiel“, sagt Gomola. Die Mannschaft wolle sich auf den anschließende Veranstaltung beim TuS, den Tanz in den Mai, einstimmen, sagt Pfeiffer. Auch wenn er denkt, dass seine Spieler lieber auf dem Sportplatz den Gegner zum Tanz bitten, als auf dem Parkett. Es sei eine gute Gelegenheit, einen Verfolger auf Distanz zu halten und die DJK Schwarz-Weiß Frankenthal mit einem Sieg unter Zugzwang zu setzen.

Kai Schäfer: Wieder Lust bekommen

Nach drei Jahren ohne Trainerjob kehrt Kai Schäfer zur kommenden Saison zum ASV Heßheim zurück. Davor trainierte er ebenfalls drei Jahre die Mannschaft bis zur Saison, die in der Corona-Pandemie abgebrochen wurde. „Ich habe danach zwei Jahre ganz vom Fußball abgeschaltet, dann aber gemerkt, dass ich wieder Lust bekomme“, sagt Schäfer. Die Anfrage vom ASV sei nun überraschend gekommen. Ihn reize an der Aufgabe, dass viele Talente aus der A-Jugend zu den Aktiven stoßen, diese dann integriert werden sollen. Der Stamm an älteren Spielern bleibe in Heßheim. „Das ist eine gute Truppe, eine gewachsen Mannschaft“, sagt der 41-Jährige. Die A-Klasse werde voraussichtlich „verdammt attraktiv“, glaubt der Coach und wäre nicht allzu traurig, wenn es mit dem Aufstieg nicht klappt. Das Trainerteam wird dann komplettiert von Lothar Schäfer und Patrick Schaich.

Freigestellt: Trainer Uwe Naßhan.
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Kai Schäfer ist der künftige Trainer.
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