Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
Förderprogramm: Lustvolle Lektüre
Wer sich schon immer gefragt hat, was die von ihm gewählten Kommunalpolitiker in ihrer – angesichts stundenlanger Sitzungen knapp bemessenen – Freizeit tun, bekam am Donnerstag im Planungs- und Umweltausschuss zumindest eine Ahnung. Fast schon ungeduldig-euphorisch wurde hier auf die Herausgabe des gerade fertig gewordenen Entwicklungskonzepts für die Innenstadt gedrängt.
Nun muss man wissen: Die Abhandlung ist beileibe keine leichte Kost. Auf 193 Seiten Erläuterungen und 800 Seiten Anlagen wird hier die City mit all ihren Baustellen beleuchtet. Gute 20 Minuten dauerten allein die „als kurze Zusammenfassung“ angekündigten Ausführungen von Stadtplaner Thorsten Seifert. Man freue sich auf die Lektüre hieß es quer durch die Fraktionen – CDU-Chefin Gabriele Bindert sprach gar von „spannender Literatur“. Acht Leitz-Ordner: Das wird eng auf den Nachttischen. Aber bei 17,5 Millionen Euro Fördermittel, die das Konzept der Stadt einbringt, sind ruhiger Schlaf und süße Träume zumindest garantiert. Sonja Weiher
Trainingszeiten: Wertvolles Wissen
„Wissen ist das Kind der Erfahrung“, soll Leonardo da Vinci gesagt haben. Nur um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen: Das ist nicht der neue Wunderstürmer des AC Mailand. Es geht trotzdem um Fußball und die Verteilung der Trainingszeiten. Nach der Erfahrung der zurückliegenden Jahre hätte Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) wissen können, dass der Gesprächstermin am Dienstagabend alles wird, aber kein Durchmarsch. In seiner Rolle als, nun ja, Schiedsrichter dieses alljährlichen Saisonhöhepunkts hat er die gewiss nicht sehr dankbare Aufgabe, die Akteure immer wieder in ihre Schranken zu weisen. Der eine oder andere soll sich dem Vernehmen nach am Rande einer Roten Karte bewegt haben. Und an die Spielregeln – zwei Mann pro Klub – haben sich einige auch nicht gehalten. Abgepfiffen wurde die, so hört man, von einigen Nickligkeiten geprägte Partie schließlich mit 17 Minuten Nachspielzeit. Das wiederum ist – wir erinnern uns an die WM in der Wüste – fast schon Normalmaß. Ob damit auch alle Probleme vorerst ausgeräumt sind? Vielleicht sollte man es in diesem Fall mit Fredi Bobic halten. Von ihm ist der weise Satz überliefert: „Man darf jetzt nicht alles so schlecht reden, wie es war.“ Jörg Schmihing