Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Wochenkolumne

Hier geht’s lang: Bürger aus dem Kreisnorden bekommen ab sofort Termine im Frankenthaler Impfzentrum.
Hier geht’s lang: Bürger aus dem Kreisnorden bekommen ab sofort Termine im Frankenthaler Impfzentrum.

Impfzentrum: Kurze Wege

67240, 67245, 67258 – Zusatzzahl 67259. Bevor jemand Zettel und Stift zückt: Das sind nicht die Lottozahlen. Apropos: Böse Zungen behaupten, dass es wahrscheinlicher ist, im Lotto zu gewinnen als einen Impftermin zu bekommen. Kleiner Spaß. Jedenfalls sind das die Postleitzahlen jener Orte aus dem Norden des Rhein-Pfalz-Kreises, deren Bewohner ab sofort die Spritze, die vor schweren Covid-19-Verläufen, schützt, im Frankenthaler Impfzentrum bekommen. Und denen damit im Sinne kurzer Wege die Anfahrt nach Schifferstadt erspart bleibt.

In normalen Zeiten wäre diese pragmatische Lösung über kommunale Grenzen hinweg ein Anlass für die beteiligten Verwaltungsspitzen gewesen, sich gegenseitig für Weitblick und Bürgernähe zu rühmen. Und vielleicht noch lobend zu erwähnen, dass dieses Wunderwerk an Organisationskunst in der Rekordzeit von sechs Wochen auf die Beine gestellt wurde. Stattdessen erreichte die Redaktion zur Wochenmitte ein, ja, eher nüchternes Stück Prosa, in dem die Verwaltungen der Stadt Frankenthal und des Rhein-Pfalz-Kreises gemeinsam den eingangs erwähnten Umstand mitteilen. Dieser Begriff trifft es irgendwie noch am besten.

Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium Rheinland-Pfalz habe „grünes Licht für die Zuordnung der Bürgerinnen und Bürger des nördlichen Rhein-Pfalz-Kreises (...) im Impfzentrum Frankenthal“ gegeben, heißt es . Hatte es das nicht schon die ganze Zeit? Sei’s drum. „Landrat Clemens Körner und Oberbürgermeister Martin Hebich begrüßen“, dass dem Wunsch der Bürger nun entsprochen werde – das klingt nach echter Euphorie, oder? Der Grund für diese kühle Betrachtung wird nur angedeutet: Die beiden CDU-Männer wollten – stark zugesp(r)itzt – beim Impfstoff nicht zu kurz kommen. Am Ende die erleichternde Botschaft: „Das Land sichert zu, dass die vorhandenen Impfstoffkapazitäten entsprechend ausgerechnet sind und auch ausreichend vorhanden sein werden.“ Da dürfen die Menschen in 67227, 67105, 67112, 67117, 67122, 67125, 67126, 67127, 67133, 67134, 67136, 67141, 67165, 67166, 67354, 67373, 67374, 67376 und 67459 einmal tief durchschnaufen. Alles wird gut ...

Stadtrat: Lange Leitung

Die allerallerneueste Allgemeinverfügung beschränkt die Kontakte der Frankenthaler angesichts steigender Corona-Infektionszahlen wieder auf die Minimalvariante ein Haushalt plus eine weitere Person. Von gewissen Verhaltensähnlichkeiten mit familiären Strukturen einmal abgesehen, gilt das natürlich nicht für den Stadtrat und seine Ausschüsse. Insofern saßen am Mittwoch im großen Saal des Congress-Forums knappe 50 Hausstände beieinander: Rat, Krankenhausausschuss, Stadtspitze, Verwaltungsmenschen. Dass es bei einer Präsenzsitzung blieb und nicht vor Eintritt in die Tagesordnung noch der Wechsel zur Videokonferenz stattfand, gehört zu den kurioseren Episoden in der kommunalpolitischen Familie. Denn die meisten der Gremienmitglieder dürften sich der Tatsache bewusst sein, dass es kein so glückliches Signal ist, mitten in der Pandemie an stundenlangen persönlichen Treffen festzuhalten. Zumindest der Beginn einer Lernkurve ist erkennbar: Die Grünen verzichteten auf die Behandlung einer Anfrage zum Fahrradverkehr, bei vier weiteren Anfragen gaben sich die Mandatsträger mit schriftlichen Antworten der Verwaltung zufrieden. Dreieinhalb Stunden waren es am Ende doch noch. Aber: Alles wird gut ... Jörg Schmihing

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