Frankenthal
Polizei: Die Unfallschwerpunkte im Stadtgebiet
Zehn Unfälle mit Personenschaden gab es in den zurückliegenden beiden Jahren laut Polizeistatistik allein an der Ecke Benderstraße/ Frankenstraße, nahe der Benderwerke. Erst im Januar wurde bei einem Zusammenstoß ein Mann leicht verletzt, der Sachschaden war mit 30.000 Euro hoch. Die Verkehrssituation dort beschäftigt auch die Kommunalpolitik schon seit Längerem. Man sei mit den Verantwortlichen in der Stadt in engem Austausch, sagt Alexander Dvorak aus dem Sachbereich Einsatz und Verkehr. Ein Minikreisverkehr, wie er bereits 2018 beschlossen wurde, könnte aus Sicht des Polizisten helfen, die Verkehrsführung eindeutiger zu gestalten.
Weitere neun Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, gab es zwischen 2019 und 2021 laut Polizeistatistik an der Kreuzung Wormser Straße/ Industriestraße, kurz vor der Anschlussstelle der Autobahn 6 in Fahrtrichtung Bobenheim-Roxheim. Acht Unfalleinsätze mit Verletzten verzeichnet die Polizei im genannten Zeitraum an der Kreuzung von Robert-Bosch- und Zeppelinstraße mit der Industriestraße nördlich der Innenstadt. Hier seien insbesondere für den Schwerlastverkehr die Bedingungen „nicht optimal“, führt Dvorak aus. Als „hoch frequentierte Strecke“ sei auch die Kreuzung von Nord- und Ostring mit der Mörscher Straße ein Unfallschwerpunkt. Autofahrer aus Richtung Ludwigshafen nutzen die Route, um am Rande der Innenstadt in Richtung Autobahn und Bobenheim-Roxheim zu gelangen.
Ziel: Null Verkehrstote
Alle gemeinsamen Bemühungen von Polizei und Verwaltung um mehr Sicherheit an diesen und anderen Stellen dienten letztlich dem Ziel: Null Verkehrstote. Um das zu erreichen, müsse auch die Zahl der Verletzten weiter sinken, sagt Dvorak. Laut Statistik ist das seit 2019 der Fall. Allerdings ist nicht abzuschätzen, wie hoch der Einfluss der Pandemie auf die Zahlen ist. Die Polizei verzeichnet 2020 und 2021 ein niedrigeres Verkehrsaufkommen, weil viele Menschen im Homeoffice arbeiteten und das öffentliche Leben durch Corona-Maßnahmen zeitweise stark eingeschränkt war.
Mit 1843 Verkehrsunfällen (2020 waren es 1784) hat die Anzahl insgesamt zwar zugenommen, in den allermeisten Fällen handelte es sich um Sachschäden, die etwa beim Ein- und Ausparken oder durch zu geringen Abstand verursacht wurden. Allerdings: Im vergangenen Jahr starben laut Polizei drei Menschen bei Unfällen – zweimal spielte Alkohol am Steuer eine Rolle, einmal sei das Opfer zudem nicht angeschnallt gewesen. Im dritten Fall sei ein Fahrradfahrer ohne Beteiligung Dritter gestürzt und laut Bericht später seinen Verletzungen erlegen.
Neun schwerverletzte Radfahrer
Grundsätzlich habe sich aber die Lage für Radfahrer entspannt. 97-mal war ein Zweirad in einen Unfall verwickelt (120-mal war das 2020 der Fall). In knapp der Hälfte der Zusammenstöße war der Radfahrer schuld. Das Risiko, bei einem Unfall schwer verletzt zu werden, ist für diese Verkehrsteilnehmer laut Statistik besonders hoch: Neun von 23 Schwerverletzten waren Radfahrer. Insbesondere bei Senioren, die in der Zahlenübersicht als Risikogruppe geführt werden, war fast die Hälfte der Unfallbeteiligten mit dem Rad unterwegs. „Obwohl bei den über 65-Jährigen das Auto das Hauptverkehrsmittel ist“, sagt Dvorak, der die Unfallstatistik der Polizeiinspektion zusammengestellt hat. Bei den jungen Verkehrsteilnehmern zwischen 18 und 24 Jahren seien die allermeisten (192 von 223 insgesamt) Unfallverursacher mit dem Auto gefahren.
E-Scooter: Gefahr nicht unterschätzen
Ein relativ neuer Trend hat die Polizei im Vorjahr ebenfalls beschäftigt: E-Scooter. Siebenmal waren sie in Unfälle verwickelt (2020: zweimal). Vier Fahrer seien dabei leicht verletzt worden. Er geht davon aus, dass der Anteil der Elektrokleinstfahrzeuge in der Unfallstatistik in den kommenden Jahren noch steigen wird. Die allermeisten E-Scooter-Nutzer seien ohne Helm unterwegs. Dvorak warnt davor, die Gefahr zu unterschätzen. „Ein Aufprall bei 25 Stundenkilometern kann schwere Kopfverletzungen verursachen.“