Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Podcast-Plattform „200zentimeter“ gestartet: Pfälzer Youtube ohne Bilder

Hatte Zeit und eine Idee: Dirk Fellhauer.
Hatte Zeit und eine Idee: Dirk Fellhauer.

Der eine preist die Vorzüge ausgewählter Rebsorten, der andere referiert anschaulich über das Entwickeln von Kompetenzen im Job. Und Willi Brausch klärt mal nebenbei in 1:18 Minuten eine urpfälzische Glaubensfrage. Was kommt zuerst ins Glas: der Wein oder das Wasser? Die Bandbreite der Themen und Herangehensweisen ist also enorm. „Genau das wollte ich haben: Jeder kann darüber reden, worauf er Lust hat, was ihn gerade beschäftigt“, sagt Dirk Fellhauer über das Projekt „200zentimeter“, seine im März gestartete Podcast-Plattform.

200 Zentimeter, zwei Meter – der Name spielt auf den empfohlenen Abstand ein, den einander fremde Menschen derzeit einhalten sollen, um das Risiko einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zu reduzieren. Die Krise rund um den Krankheitserreger ist es auch, die den Marketingmann Fellhauer auf die Idee mit der Plattform „von Pfälzern für Pfälzer“ gebracht hat. Die Menschen sollen sich und der Pfalz nahe sein. Und sich dabei aber nicht zu nahe kommen.

Werbung ist tabu

Täglich ein bis zwei Stunden investiert Fellhauer, der auch treibende Kraft beim Frankenthaler Männerchor ist, ins Abhören und Schneiden der Dateien, die über die Internetseite hochgeladen worden sind. Theoretisch steht das Projekt jedem offen, der Lust hat, einen Beitrag zu sprechen. Praktisch sind derzeit vor allem noch Dirk Fellhauers Chor-Freunde aktiv. „Natürlich schaue ich, dass die Qualität stimmt. Werbung und jegliche Form von Extremismus sind natürlich auch tabu“, sagt der Entwickler der Plattform „200zentimeter“. Oder, wie er sie nennt, des „Pfälzer Youtube ohne Bild“.

Begeistert ist Fellhauer, der zusammen mit Freunden schon ein Dubbeglas in die Stratosphäre geschickt hat und auch sonst für so ziemlich jeden Spaß zu haben ist, von der Mischung der Themen. Manche sorgten eher für die nachdenkliche Komponente, andere wiederum setzten in den meist wenige Minuten kurzen Beiträgen auf alltägliche Beobachtungen. Oder sie unterhalten mit hintersinnigem Humor. Musiker Willi Brausch erinnert rührend an das „Schdiggl Fleeschworscht“, das Kindern beim Metzger über die Theke gereicht wird. Es werden aber auch existenzielle Frage geklärt, wie die nach dem verantwortungsvollen Mischen einer Schorle. Brausch rät: erst Wasser, dann Wein. Sein überzeugendes Argument: In dieser Reihenfolge werde das Wasser verfeinert und nicht der Wein verwässert.

Noch Fragen?

„200 Zentimeter – Podcasts in, aus und für seltsame Zeiten“ im Internet unter www.200zentimeter.de. Wer mitmachen möchte, findet dort auch ein Seite zum Upload der Sounddateien.
Einer der eifrigsten Autoren: Willi Brausch.
Einer der eifrigsten Autoren: Willi Brausch.
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