Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Pilgerpfad: Studenten entwickeln Pläne für Quartier

Seit mehr als zwei Jahren wird diskutiert, wie das Gebiet rund um den Jakobsplatz einladender gestaltet werden könnte.
Seit mehr als zwei Jahren wird diskutiert, wie das Gebiet rund um den Jakobsplatz einladender gestaltet werden könnte.

Wie kann ein umstrittenes Bauprojekt am Jakobsplatz dafür genutzt werden, den Stadtteil Pilgerpfad aufzuwerten? Mit dieser Frage, die die Kommunalpolitik seit gut zwei Jahren umtreibt, wollen sich nun auch Studierende der Technischen Universität Kaiserslautern beschäftigen.

Es scheint sich in Fachkreisen rumzusprechen, dass der Bereich rund um den Jakobsplatz südlich der Frankenthaler Innenstadt eine interessante Projektionsfläche für Ideen bietet, die sich mit der Zukunft des Wohnens und Zusammenlebens beschäftigten. Ausgelöst durch ein Bauprojekt des Investors Pro Concept, dessen Pläne für zwei Wohntürme mit einer Höhe von 70 beziehungsweise 26 Metern unter den Anwohnern auf massiven Widerstand stießen, wird hier seit gut zwei Jahren erprobt, wie Bürgerbeteiligung und soziale Stadtentwicklung funktionieren können.

Investor präsentiert Pläne

In diesen Prozess werden sich nun auch Studierende aus dem Fachbereich Raum- und Umweltplanung der Technischen Universität Kaiserslautern einbringen. Nachdem der Planungs- und Umweltausschuss am Dienstag dafür seine Zustimmung gab, wollen die jungen Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Holger Schmidt laut Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) bereits ab April und für die Dauer von vier Monaten Ideen für einen innovativen Umbau entwickeln. Dazu seien unter anderem Treffen mit Vertretern der Bürgerinitiative geplant, die sich Ende 2019 gegen die ursprünglichen Hochhaus-Pläne formiert hat.

Erfahrungen bringt das Team des renommierten Stadtplaners Schmidt unter anderem aus Projekten zur Entwicklung des Gebiets Speyer-Nord sowie des Ortsteils Fischerrück im Westen von Kaiserslautern mit, der geprägt ist von Hochhäusern und einem hohen Anteil von Sozialhilfeempfängern. In Frankenthal sollen die Erkenntnisse und Vorschläge der Studierenden als Grundlage für eine Bewerbung um Fördermittel zum sozialen Städtebau genutzt werden, sagt Hebich.

In den kommenden Wochen werden laut OB Hebich außerdem die noch einmal überarbeiteten Entwürfe des Investors Pro Concept sowohl den kommunalen Gremien als auch den Anwohnern präsentiert. Das Mannheimer Unternehmen hat sich dabei unter anderem an Wünschen der Bürger und an einer Sozialverträglichkeitsstudie orientiert, die im Zuge des umfangreichen Beteiligungsprozesses 2021 entstand. Flacher – etwa 19 und 15 Meter hoch – und deutlich grüner durch Dachgärten sollen die geplanten Gebäude nun werden. Ziel sei es, mit dem Objekt den Jakobsplatz insgesamt aufzuwerten, sagte Architekt Hans Jakel bei einer Präsentation seiner Ideen im Oktober 2021. Der Bürgerinitiative im Pilgerpfad gingen diese Pläne damals nicht weit genug. Ihr Vorsitzender Herbert Hildebrandt kritisierte sie als „ideenlos“. Es handle sich um die alten Pläne in etwas gekürzter Form.

Einer weiteren Forderung im Zuge der Diskussionen um das Bauprojekt ist die Stadt inzwischen nachgekommen. Im Bereich Bauen wurde laut Hebich eine zusätzliche Stelle für die Quartiersarbeit im Pilgerpfad geschaffen, die demnächst ausgeschrieben werden soll.

Mehr zum Thema
x