Frankenthal
Ortsbeirat Flomersheim will flexiblere Betreuung
Mehr Flexibilität und längere Betreuungszeiten im Flomersheimer Kindergarten, aber auch für die Grundschulkinder des Vororts hat die CDU im Flomersheimer Ortsbeirat in der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl gefordert. Die SPD sieht Verbesserungsbedarf auf dem Friedhof.
In einer sich verändernden Arbeitswelt, in der von Beschäftigten Flexibilität gefordert werde, müssten sich die Betreuungszeiten für die Kinder sowohl im Kindergarten als auch für die Grundschüler anpassen, forderte Ulrich Fleischmann (CDU) in zwei getrennten Anträgen. Damit stieß er bei den übrigen Ratsmitgliedern auf allgemeine Zustimmung.
Fleischmann sagte, CDU-Ratsmitglieder seien in den vergangenen Wochen oft von Eltern angesprochen worden, die ihre Kinder gerne bereits um 7 Uhr in den Kindergarten bringen würden, eine halbe Stunde früher als bisher möglich. Auch eine Ausweitung der Betreuungszeiten über 14 Uhr hinaus sei im Flomersheimer Kindergarten wünschenswert.
Aufstockung des Personals
Das umzusetzen sei nur möglich, wenn eine Ganztagesbetreuung angeboten werde, lautete die von Ortsvorsteherin Heike Haselmaier (CDU) verlesene schriftliche Antwort der Verwaltung. Dies wiederum müsse mit einer Aufstockung des Personals im Kindergarten einhergehen. Die Verwaltung versprach, den Bedarf an erweiterten Betreuungszeiten bei den Eltern abzufragen. Dies wiederum sah Fleischmann als einen ersten guten Schritt an.
Für die Grundschüler bot die Verwaltung in einer weiteren schriftlichen Stellungnahme die zeitliche Verschiebung der Betreuungszeiten im Jugendtreff EppFlo an. Statt wie bisher ab 14.30 Uhr sollen Grundschüler dort schon ab 14 Uhr betreut werden. Das wiederum würde bedeuten, dass bei den Jugendlichen das Ende der Öffnungszeit von 20.30 auf 20 Uhr vorverlegt werden müsse. Ein Starttermin wurde noch nicht genannt.
Gerhard Bruder (Grüne) lobte dies als einen ersten pragmatischen Schritt. Als wünschenswert sah er allerdings weiterhin die Einrichtung einer Ganztagesbetreuung an der Grundschule Flomersheim an. Kirsten Sielaff (SPD) sagte, dass die Anträge „alten Forderungen der SPD“ entsprächen, die Betreuung von Kindergartenkindern und Grundschülern weitestgehend an die Bedürfnisse der Eltern anzupassen. Deshalb stimme auch die SPD für die Anträge. Auch Birgit Best (FWG) schloss sich den Forderungen an.
Der Beirat hatte sich zudem mit mehreren Anträgen zum örtlichen Friedhof zu befassen. Emotional verlief die Diskussion um die neue Urnengrabanlage. Otmar Gögel (SPD) monierte, dass Menschen, die auf Rollatoren angewiesen seien, bei Beerdigungen nicht würdevoll Abschied nehmen könnten, weil der Weg innerhalb der Anlage zu schmal ausgefallen sei. Bei Beerdigungen soll es laut Gögel zu unwürdigem Gedränge kommen. Menschen mit Rollatoren könnten auf dem schmalen Weg zwischen zwei Urnenrondellen, der keinen zweiten Ausgang hat, nicht wenden. Beerdigungsteilnehmer umgingen über Platzhaltergrabplatten den Menschenstau, ergänze Kirsten Sielaff (SPD).
Die Zustimmung des Ortsbeirates zur Gestaltung der Urnenanlage sei unter der Prämisse erfolgt, dass sie barrierefrei und für behinderte sowie beeinträchtigte Menschen problemlos zu erreichen sei. Deshalb beantragte die SPD die Umgestaltung der Urnenanlage. Ortsvorsteherin Heike Haselmaier (CDU) erwiderte, die Anlage sei einstimmig vom Ortsbeirat beschlossen worden. Sielaff entgegnete, dass man da auf die Fachleute vertraut habe. Die Verwaltung müsse auch einmal Fehler eingestehen, ergänzte Gögel.
Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) sagte, einziger Ausweg sei, einige bereits angelegte Urnengrabfelder wieder zurückzubauen und so für mehr Platz und einen Durchgang zu einem benachbarten Weg zu sorgen. Das würde allerdings Kosten verursachen und sich auf die Gebühren niederschlagen. Der Ortsbeirat stimmte dem Vorschlag trotzdem zu.
Beschwerden von Bürgern
Die SPD forderte den Austausch des Mulchs in der Urnengrabanlage, da er für eine Verfärbung der Steine sorge. „Hierzu haben uns mehrere Beschwerden aus der Bevölkerung erreicht“, so Sielaff. Knöppel widersprach. Es sei nicht der Mulch, sondern die allgemeine Feuchtigkeit, die für die Verfärbung verantwortlich sei.
Die neue Leiterin der Friedhofsabteilung, Marietta Mayer, räumte ein, dass die Steine nicht optimal ausgewählt worden seien. Die Erfahrungswerte sollen bei zukünftigen Beschaffungen berücksichtigt werden. Die Verwaltung wolle prüfen, ob den Angehörigen das Angebot gemacht werden könne, eigene Steine auf ihre Gräber zu legen. Die sollten der Gesamtoptik dann aber nicht widersprechen, sagte Knöppel.
In Flomersheim hielten sich auf dem Friedhof die Urnen- und Sargbestattungen in etwa die Waage, informierte Marietta Mayer. Die Flächen für die Sargbestattung seien noch für die kommenden elf Jahre ausreichend. Schneller müsse die Verwaltung beim Anlegen neuer Urnenfelder aktiv werden. Hier reicht der Platz nach derzeitigen Berechnungen noch etwa vier Jahre.