Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Neugestaltung des Bahnhofsumfelds: Was Bürgern wichtig ist

Fast alle Befragten wünschen sich vor dem Hauptbahnhof einen Platz, auf dem man sich gerne aufhält. Hier der aktuelle Entwurf de
Fast alle Befragten wünschen sich vor dem Hauptbahnhof einen Platz, auf dem man sich gerne aufhält. Hier der aktuelle Entwurf der Planer.

Ein freundliches Entree für die Frankenthaler Innenstadt: Das soll das Umfeld des Hauptbahnhofs nach der rund neun Millionen Euro teuren Neugestaltung werden. Die Arbeiten könnten nach Auskunft der Stadt 2026 beginnen. Wir haben in einer repräsentativen Umfrage bei Bürgern nachgehört, was ihnen an diesem zentralen Verkehrsknotenpunkt wichtig ist.

Einen Platz, auf dem man gerne verweilt, idealerweise im Schatten von Bäumen und in der Nähe von Wasser: So sieht die Wunschvorstellung vieler der Befragten für den künftigen Bahnhofsvorplatz aus. 91 Prozent gaben bei einer Umfrage im Auftrag der RHEINPFALZ im Vorfeld der Kommunalwahl an, dass ihnen die Aufenthaltsqualität sehr wichtig oder wichtig ist. Nur zehn Prozent – aufgrund von Rundungen nach dem Komma ergibt sich die Gesamtzahl von 101 Prozent – halten diesen Aspekt für weniger oder gar nicht wichtig.

Bei einem Dialogforum im April, bei dem die Stadt über ihre Pläne zur Neugestaltung informierte, hatten sich Besucher für eine stärkere Begrünung des 12.000 Quadratmeter großen Areals ausgesprochen. 22 der vorhandenen Bäume müssen dem Umbau weichen, zugesagt ist – nicht zuletzt aufgrund von Forderungen aus der Kommunalpolitik – die Neupflanzung von 37 klimaresistenten Laubbäumen. Geplant sind außerdem ein langgezogenes Wasserbecken und Platz für Außengastronomie. Beim Bürgerdialog wurden zusätzliche Pergolagänge mit Sitzgelegenheiten angeregt.

Sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder: Diesem Wunsch kommt das geplante Rad-Parkhaus entgegen.
Sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder: Diesem Wunsch kommt das geplante Rad-Parkhaus entgegen.

Ähnlich eindeutig wie beim Thema Aufenthaltsqualität ist das Votum gegenüber den Meinungsforschern bei der Frage nach guten Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer. 94 Prozent wünschen sich ausreichende sichere Stellplätze, verkehrsberuhigte Bereiche und kurze Wege zu den Gleisen sowie in die Innenstadt für die im Schnitt 8000 Reisenden täglich. Für Radfahrer sind die Pläne der Stadt schon sehr konkret: Neben einem komplett mit Fördermitteln finanzierten vollautomatischen Fahrradturm soll es nach dem Umbau 340 statt bislang 140 Fahrradabstellplätze geben. Der Zugang von den Gleisen zu den Bussteigen und Richtung City soll barrierefrei werden, die angrenzende Eisenbahnstraße wird verkehrsberuhigt.

Dass bei der Konzeption des Bahnhofsumfelds auch auf die Belange von Autofahrern geachtet wird, nennen in der RHEINPFALZ-Umfrage immerhin noch 72 Prozent der Befragten sehr wichtig oder wichtig, für knapp ein Drittel hat das keine so große Bedeutung. Fast 500 Stellplätze gibt es derzeit bereits im Parkhaus am Bahnhof. Die Verkehrsführung soll – anders als ursprünglich geplant – durch das farbliche Absetzen des Belags von Straße und Gehweg erleichtert werden. Statt der bisherigen Ampel wird ein Kreisel eingerichtet.

Zur Sache: Die Umfrage

Für die Umfrage im Auftrag der RHEINPFALZ hat das Mannheimer Institut für Communication & Marketing-Research (CMR) von 15. bis 21. Mai 500 Personen im Alter ab 18 Jahren telefonisch befragt. Stichprobengröße, Befragungszeitpunkte und Zufallsverfahren garantieren ein für das Untersuchungsgebiet repräsentatives Ergebnis, so CMR. Bei den angerufenen Haushalten kam überwiegend das „Last-Birthday-Verfahren“ zum Einsatz, befragt wurde also das Mitglied des Haushaltes, das wahlberechtigt ist und zuletzt Geburtstag hatte. Angerufen wurden nur Festnetznummern, da Mobilfunknummern nicht lokal verortet sind. Die jüngeren Wähler seien so etwas unterrepräsentiert. Die Daten wurden daher anhand aktueller Zahlen des Statistischen Landesamts in Bad Ems unter anderem nach Alter, Geschlecht und Bildung gewichtet.

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