Frankenthal
Museum: Breite Ablehnung für CDU-Pläne
Martin Svoboda (CDU) bemüht sich schon in seiner Antragsbegründung um Schadensbegrenzung. Bei dem Vorschlag seiner Fraktion, die Zukunft des Gebäudes am Rathausplatz noch einmal zu überdenken, gehe es „nicht um eine Revolution, sondern um eine Schwerpunktverschiebung“. Oberstes Ziel: Kosten reduzieren und die Innenstadt beleben. Die Zeit bis zu einer geplanten Beauftragung eines Projektsteuerers solle man nutzen, um das bisherige Konzept zu überprüfen. Schon in den Haushaltsreden der Ratskollegen hatte sich zuvor breiter Widerstand gegen das angedeutet, was die Christdemokraten unter dem Schlagwort „multifunktionale Nutzungsmöglichkeiten“ jetzt in den Raum stellen – nachdem sie im Sommer das Projekt komplett infrage gestellt hatten.
„Warum sollten wir jetzt ohne Not von vorne anfangen?“, fragt Ute Hatzfeld-Baumann (Grüne). Sie erinnert an den jahrelangen und teils zähen Genehmigungsprozess für die anstehende Generalsanierung und Neukonzeption des Erkenbert-Museums. Deutlicher wird die Freie Wählergruppe (FWG) am Mittwoch im Stadtrat in ihrer Kritik: Mit Landesgeld solle eine Eventlocation mit Gastronomie geschaffen werden, sagt Celina Sturm. Dieter Schiffmann (SPD) wirft den Christdemokraten „Geschichtsvergessenheit“ vor. Diese wollten kein „modernes stadtgeschichtliches Museum“. Zumindest der Befürchtung hoher Folgekosten kann sich Thomas Börstler (FDP) anschließen.
Mit einem eindringlichen Appell schaltet sich die Museumsleiterin Maria Lucia Weigel in die Debatte ein: „Nutzen Sie die 90 Prozent Fördersatz, um das Haus auf den Weg zu bringen, vertun Sie diese Chance nicht.“ Das Erkenbert-Museum sei mit dem 2020 beschlossenen Konzept ein wesentlicher Teil des Tourismuskonzepts. Der CDU-Vorschlag würde nicht Kosten sparen, sondern im Gegenteil Mehrkosten erforderlich machen, etwa bei der Sicherung der Exponate. Das Museum biete „Inhalt, nicht nur Begegnung“.
Seine Fraktion fühle sich „missverstanden“, betont CDU-Sprecher Martin Schuff. Es gehe ihr darum, „gemeinsam zu schauen, ob das, was 2019 beschlossen wurde, 2025 noch richtig ist“.