Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Event, weniger Ausstellung: Wie CDU Zukunft des Erkenbert-Museums sieht

Schon jetzt wird das Erkenbert-Museum für Veranstaltungen genutzt, wie hier die „Mittagspause im Museum“. Die CDU will das auswe
Schon jetzt wird das Erkenbert-Museum für Veranstaltungen genutzt, wie hier die »Mittagspause im Museum«. Die CDU will das ausweiten und möglicherweise um Gastronomie ergänzen.

Mit ihrem Nein zur weiteren Sanierung des Erkenbert-Museums hat die CDU im Sommer im Rat für Empörung gesorgt. Jetzt erklären der neue Fraktionschef Martin Schuff und der Kreisvorsitzende Martin Svoboda, wie sie sich die Zukunft des denkmalgeschützten Gebäudes am Rathausplatz vorstellen.

Das Erkenbert-Museum als Ort der Begegnung: Das ist die Vision der beiden CDU-Lokalpolitiker. Allein mit einer Nutzung als Ausstellungsort zur Stadtgeschichte wird jedoch nach ihrer Einschätzung eine zu kleine Zielgruppe angesprochen. Die beiden CDU-Stadträte würden das denkmalgeschützte und sanierungsbedürftige Gebäude in der Innenstadt deshalb gerne stärker als Veranstaltungsort genutzt sehen. Öffentliche Auftritte, Empfänge mit Partnerstädten, Bürgerinformationen: All das fällt für Martin Schuff und Martin Svoboda unter das Schlagwort „multifunktionale Nutzung“. Vorstellbar sei auch ein gastronomisches Angebot. Etwa die Hälfte bis ein Drittel der Fläche sollte für den Museumsbetrieb, der Rest als öffentlicher Veranstaltungsbereich genutzt werden.

Die zugesagte Förderung für die Sanierung und Neukonzeption des Erkenbert-Museums sehen Svoboda und Schuff durch ihre Idee nicht gefährdet. Vielmehr entspreche diese genau dem Förderziel, die Innenstadt attraktiver zu machen. In die bisherige Planung ließe sich die Neuausrichtung „unkompliziert einflechten“, glaubt Schuff. Der Entwurfsplan, der als nächster Schritt beauftragt werden soll, könne direkt um diese neue Perspektive ergänzt, die Raumplanung angepasst werden. Mit ihrem Vorschlag will die CDU am 11. Dezember in die Haushaltsberatungen im Stadtrat gehen. „Es ist die letzte Möglichkeit, ohne großen Aufwand den Schwerpunkt zu verschieben“, werben Schuff und Svoboda bei den übrigen Fraktionen um Zustimmung.

Fragezeichen hinter Personalstärke

Um Platz für andere Nutzung zu schaffen, könnten Ausstellungen auch andernorts im Stadtgebiet gezeigt werden, etwa im Kunsthaus, im Congress-Forum oder im Mehrgenerationenhaus. „Die Museumspädagogik könnte so in die Stadt hinaus wirken“, ist Schuff überzeugt. Das aktuell vorgelegte Museumskonzept sei stark mit dem Engagement der Leiterin Maria Lucia Weigel verbunden. „Wir wissen nicht, ob wir bei einem möglichen Weggang wieder jemanden mit diesem Feuer und dieser Begeisterung finden“, gibt der Stadtrat zu bedenken. Auch hinter die Stellenausstattung – neben Weigel sind drei Restauratoren in Teilzeit angestellt, zwei Museologen inventarisieren und dokumentieren die stadtgeschichtliche Sammlung, außerdem gibt es eine Verwaltungskraft – setzen die beiden CDU-Vertreter ein Fragezeichen. „Vielleicht muss man auch hier neu denken: Was braucht ein Museum, um die Geschichte Frankenthals abzubilden, ohne mit den großen Museen auf Augenhöhe mithalten zu wollen?“, argumentiert Schuff.

CDU warnt vor hohen Folgekosten

Ein gewichtiges Argument sind für die Christdemokraten die Folgekosten, die ein reiner Museumsbetrieb mit sich bringe. Sie rechnen mit 750.000 bis einer Million Euro jährlich – bei bislang rund 5000 Besuchern pro Jahr. Das sich an der Auslastung selbst mit einem modernen Museumskonzept viel ändern wird, glauben die CDU-Stadträte nicht und verweisen auf größere Häuser in der Region, die ebenfalls nur durch hohe Zuschüsse oder solvente Mäzene bestehen könnten. Angesichts knapper Kassen stehe das Museum als freiwillige Leistung in Konkurrenz zu anderen Angeboten, über die deutlich mehr Menschen erreicht würden. „Irgendwann muss man auch solche bitteren Entscheidungen treffen“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Schuff.

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