Motorsport RHEINPFALZ Plus Artikel Marvin Dienst mit gutem DTM-Debüt

Marvin Dienst lieferte sich im Mücke-Mercedes (vorne) ein heißes Duell mit BMW-Pilot Timo Glock.
Marvin Dienst lieferte sich im Mücke-Mercedes (vorne) ein heißes Duell mit BMW-Pilot Timo Glock.

Sechs Punkte hat Marvin Dienst bei seinem ersten Einsatz in der Deutschen-Tourenwagen-Masters-Serie (DTM) am Wochenende auf dem Hockenheimring geholt. Und es hätten sogar noch ein paar mehr sein können. Von der DTM-Atmosphäre ist der 24-jährige Mercedes-Pilot begeistert. Er hat Lust auf mehr bekommen.

Das Duell im Samstagslauf mit dem ehemaligen Formel1-Fahrer und heutigen BMW-Piloten Timo Glock (Rowe Racing) fällt Marvin Dienst im Gespräch mit der RHEINPFALZ als erstes auf die Frage nach den besonderen Eindrücken ein. „Wir haben uns über mehrere Runden einen harten Kampf geliefert. Wir sind uns einige Male sehr nahe gekommen, es ist aber immer fair geblieben“, sagt der Lampertheimer, der seit vielen Jahren für das Team Schütz Motorsport aus Bobenheim-Roxheim in verschiedenen Rennserien am Lenkrad dreht. Das bessere Ende hatte Glock. „Ich konnte ihn irgendwann nicht mehr halten. Wir hatten am Samstag große Probleme mit den Reifen“, berichtet Dienst, der am Wochenende im Mercedes-AMG GT3 des Berliner Teams Mücke Motorsport Stammfahrer Maximilian Buhk vertrat.

Mit kalten Reifen losfahren

Die Probleme wurden auch nach dem Boxenstopp mit einem neuen Satz Reifen nicht besser. Apropos Pneus: Dass die Michelin-Einheitsreifen in der DTM nicht vorgeheizt werden, daran habe er sich erst gewöhnen müssen, meint Dienst. „Mit kalten Reifen loszufahren, ist heikel, besonders in der Boxenausfahrt.“ Insofern ist er mit dem elften Platz in seinem ersten DTM-Rennen zufrieden. Mit der zehnten Startposition hatte er bereits am Morgen ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. „Für den Anfang war das nicht schlecht“, meint der 24-Jährige.

Umso enttäuschter war er am Sonntagmorgen. „Im Qualifying für das zweite Rennen hatte ich mir was ausgerechnet, zumal wir die Probleme in den Griff bekommen haben. Doch dann ist mir auf meiner schnellen Runde ein blöder Fehler unterlaufen“, räumt der Pilot ein. Er musste sich mit dem 18. Startplatz begnügen. Im Rennen machte er seinen Patzer aber wieder wett, überholte Konkurrent um Konkurrent und wurde am Ende als Achter abgewunken. Weil sein Vordermann und Markenkollege Arjun Maini vom Team Getspeed eine Zeitstrafe aufgebrummt bekam, wurde der DTM-Debütant schließlich als Siebter gewertet. „Wir hatten ein fehlerfreies Rennen. Ich konnte ein hohes Tempo fahren, ohne übers Limit gehen zu müssen“, freut sich Dienst.

Fokussierung auf einen Piloten

Der Lohn sind sechs Punkte. Damit rangiert der Lampertheimer in der Fahrerwertung unter 22 Piloten auf Rang 17 – nach nur einem Wochenende. Seinen Punktestand wird er jedoch nicht ausbauen können. Beim Saisonfinale der DTM am kommenden Wochenende am Norisring wird Stammfahrer Maximilian Buhk wieder hinter dem Steuer des Mücke-Mercedes mit der revolutionären „Steer by wire“-Lenktechnik der Firma Schaeffler Paravan sitzen.

Besonders gefallen hat Marvin Dienst, der sich in weiteren Serien ein Cockpit mit anderen Fahrern teilt, die Fokussierung in der DTM auf einen Piloten, der das gesamte Sprintrennen alleine bestreitet. „Bei der Arbeit mit dem Team am Setup muss man keine Kompromisse eingehen.“ Auch die Atmosphäre am Wochenende auf dem Hockenheimring habe ihn begeistert. Ob Zuschauer oder Medienresonanz – in der DTM sei alles eine Nummer größer als in anderen Serien, sagt der 24-Jährige. „Ich hoffe, dass ich mich mit meiner Leistung empfehlen konnte. Ein Cockpit hier wäre natürlich ein Traum.“ Seinen Kindheitstraum von den ersten Rennen in der DTM hat er sich ja bereits erfüllt.

Träumt von einem DTM-Cockpit: Marvin Dienst.
Träumt von einem DTM-Cockpit: Marvin Dienst.
x