Kommentar Malen nach Zahlen

Placeholder-Image

Das Beispiel Frankenthal zeigt: Die Bund-Länder-Beschlüsse vergangene Woche haben aus der Pandemie-Bekämpfung eine Art Zahlenlotterie gemacht.

Um es vorweg zu sagen: An der grundsätzlichen Notwendigkeit, die Infektionszahlen mit geeigneten Mitteln kleinhalten zu müssen, gibt es wenig zu rütteln. Gegen eine sich möglicherweise aufbauende oder schon laufende dritte Welle animpfen zu wollen, scheint schwierig. Aber: Indem Bund und Länder Schritte vorwärts und rückwärts an bestimmte lokale und landesweite Inzidenzwerte geknüpft haben, droht wie jetzt im Falle Frankenthals ein nerviges Hin und Her.

Während 25 Fälle in einer großen Stadt oder einem großen Landkreis den Sieben-Tages-Wert nicht sofort immens steigen lassen, schlägt diese Anzahl neuer Corona-Infektionen in Frankenthal mit rund 50.000 Einwohnern statistisch heftig ins Kontor. Für die Frage, ob Geschäfte öffnen, Kinder gemeinsam Sport treiben oder kulturelle Veranstaltungen stattfinden dürfen, gelten also Kriterien, die nicht ganz vergleichbar sind.

Die Folge: Die Grenzwerte in Verbindung mit der knappen Drei-Tages-Regel und dem Landesschnitt geben Vereinen, Geschäftsleuten und Gastronomen keine vernünftige Perspektive. Exakt das ist es aber, was fehlt: nicht nur für ein paar Tage mal sicher planen können.

Mehr zum Thema
x