Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Mörsch: Ortsvorsteher Lutz übernimmt Zepter von König

Unterm Mörscher Wappen: der neue Ortsbeirat mit OB Nicolas Meyer (Zweiter von rechts). Ihn bilden (von links) Ute Hatzfeld-Bauma
Unterm Mörscher Wappen: der neue Ortsbeirat mit OB Nicolas Meyer (Zweiter von rechts). Ihn bilden (von links) Ute Hatzfeld-Baumann (Grüne), Andreas Röß (FWG), Edeltraud Ehlers (CDU), Jörg Stramitzel (SPD), Mike Köhler (FWG), Ortsvorsteher Simon Lutz, Nils Deimling (SPD), Adolf-José König (SPD), Ferdinand Fiege (CDU) und Daniela Bardas (FWG).

Er hat es sich vorgenommen, tapfer zu bleiben, aber hat es nicht durchhalten können: Mehrfach versagte Adolf-José König die Stimme, als er sich nach 20 Jahren in Mörsch als Ortsvorsteher verabschiedete. Simon Lutz hat das Zepter übernommen.

„Es liegt am Wetter.“ Mit dieser Verlegenheitserklärung versuchte Adolf-José König seine Rührung zu überspielen. Zu Beginn der konstituierenden Sitzung des neugewählten Ortsbeirats am Donnerstag in der Mörscher Au hatte der ausgeschiedene Ortsvorsteher gerade das Wort ergriffen, da versagte ihm auch schon die Stimme. Nach 20 Jahren trat der 66-Jährige bei der Kommunalwahl am 9. Juni kein fünftes Mal an. Seine Nachfolge tritt Simon Lutz (CDU) an. Als einziger Kandidat erhielt der 42-Jährige 63,2 Prozent der Stimmen. Oberbürgermeister Nicolas Meyer (FWG) führte den Förderschullehrer in sein Amt ein. „Sie treten in große Fußstapfen, aber freuen Sie sich auf diese neuen Erfahrungen“, gab ihm der OB mit.

„Ich hoffe, dass ich hineinwachse“, dankte Lutz, der zuvor noch unter dem guten Dutzend Zuschauern saß. Sein Namensschild am Präsidiumstisch musste zwar kurzerhand noch von Hand geschrieben werden, die eine oder andere Regieanweisung musste ihm von Meyer und dem routinierten Verwaltungsstellenleiter Karsten Metzger noch zugeflüstert werden, aber abgesehen davon gestaltete der neue Ortsvorsteher seine Premiere flüssig. „Ich freue mich auf viele neue Gesichter und Begegnungen“, schloss er sie.

Der neue Ortsvorsteher Simon Lutz wird ins Amt eingeführt.
Der neue Ortsvorsteher Simon Lutz wird ins Amt eingeführt.
Der langjährige Ortsvorsteher Adolf-José König wird verabschiedet.
Der langjährige Ortsvorsteher Adolf-José König wird verabschiedet.
Stehender Applaus für Adolf-José König.
Stehender Applaus für Adolf-José König.
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Das gilt auch für den Ortsbeirat, in dem CDU und SPD jeweils einen Sitz an die FWG abtreten mussten. Die SPD stellt drei Vertreter, die CDU zwei. Die Grünen konnten trotz einer annähernden Halbierung ihres vorangegangenen Wahlergebnisses ihr Mandat verteidigen. Die FWG verdreifachte ihr Ergebnis und ihre Vertretung im Beirat auf nun drei Abgeordnete. „Sie alle eint der Wille, sich für das Gemeinwesen besonders zu engagieren“, gab ihnen Meyer mit auf den Weg in die fünfjährige Legislaturperiode. Ortsbeiräte seien in Zeiten der Politikverdrossenheit wichtiger und sinnvoller denn je. „Sie sind die Augen und Ohren vor Ort, bestens vernetzt in den Strukturen.“

„Macher mit einem Lächeln“

Vor dem Neuanfang stand die Verabschiedung des „Königs von Mörsch“, des Mannes also, der in den vergangenen beiden Jahrzehnten Hirn und Herz des Vororts war. Als „Macher mit einem Lächeln“ charakterisierte der OB König. Mit einer „guten Brise Humor und so viel Menschlichkeit“ habe er Projekte vorangetrieben wie die Umwidmung des früheren Friedhofs in einen lauschigen Bürgerpark, das Parkfest dort im August oder das stadtweit erste Mittagessen für Grundschulkinder in der Mörscher Au.

„Ich bin überwältigt“, bedankte sich König, ehe ihm erneut die Stimme brach. „Vom Problem zum Ziel“, das sei seine Strategie gewesen. „Gebt das Beste für unseren Lebensmittelpunkt“, forderte der verheiratete Vater zweier Söhne seine Kollegen im Ortsbeirat auf. Als einfaches Mitglied bleibt der pensionierte Mitarbeiter im Führungsteam eines Produktionsbetriebs dort ebenso präsent wie im Stadtrat. „Mit positivem und produktivem Engagement“ sei er Veränderungen angegangen, mit vielerlei Unterstützung, wesentlich von Verwaltungsstellenleiter Metzger. „Solch einen verlässlichen Mitarbeiter können Sie lange suchen“, bedankte sich König ausdrücklich bei seiner rechten Hand.

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