Jahresrückblick 2022
Mörsch: Glocken-Beschwerde erhitzt die Gemüter
Den subjektiven Eindruck, auf dessen Schilderung hin die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd im Juli das Läuten der Glocken in der Nacht untersagt, bestätigt im Herbst eine Messung: Für den Frankenthaler Vorort, der planungsrechtlich als Dorfgebiet gilt, sieht das bundesweite Regelwerk zum Schutz vor Lärm Grenzwerte für Schallemissionen von 60 Dezibel (A) am Tag und 45 dB (A) nachts vor. An der zur katholischen Kirche nächstgelegenen Wohnbebauung erreicht der Schlag zur viertel, halben und vollen Stunde allerdings 54 dB (A).
Hohe Wellen geschlagen
Die Lösung, die nun ermöglichen soll, an der Tradition des akustischen Zeitsignals der Turmuhr festzuhalten, lautet: leiser drehen, noch mal messen und dann hoffen, dass es lautstärkemäßig passt. Dann hätte die Stadt der ihr von der Aufsichtsbehörde auferlegten Pflicht genügt und den Nachweis erbracht, „dass die Anlage ordnungsgemäß betrieben wird“. Damit würde zumindest im übertragenen Sinne wieder Ruhe im größten Frankenthaler Vorort einkehren. Laut Ortsvorsteher Adolf-José König (SPD) hat das Thema nämlich in Mörsch „hohe Wellen geschlagen“.