Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Lüftungsgeräte für Schule und Kita lassen auf sich warten

Die in die Fenster-Elemente integrierten Anschlüsse für die raumlufttechnischen Anlagen sind fertig. Erste Geräte sollen im Okto
Die in die Fenster-Elemente integrierten Anschlüsse für die raumlufttechnischen Anlagen sind fertig. Erste Geräte sollen im Oktober geliefert und montiert werden.

Der Plan hörte sich gut an: Die Stadt wollte in einer Schule und einer Kindertagesstätte die Wirkung und Praxistauglichkeit sogenannter raumlufttechnischer (RLT) Anlagen testen. Ob sie allerdings vor einer möglichen Welle von Corona-Infektionen im Herbst und Winter installiert werden können, ist derzeit völlig offen.

Die erforderlichen Ein- und Auslässe, an denen die über ein Förderprogramm des Bundes bestellten Lüftungsgeräte angeschlossen werden sollen, gibt es in der Erkenbert-Grundschule im Heßheimer Viertel schon. Die Apparate selbst allerdings noch nicht. Wie Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) bei einem Ortstermin im Gebäude berichtet, hat die im März beauftragte Firma die Lieferung verschoben. Die Hoffnung bei Stadtverwaltung und Schule: Zumindest die Standgeräte für die Klassenräume sollen im Oktober kommen. Die Deckengeräte sind Knöppel zufolge wahrscheinlich noch ein bisschen später dran.

Tatsächlich kommt damit der Plan der Stadt durcheinander. Der sah vor, in zwei Referenzobjekten Erfahrungen zu sammeln und dann zu entscheiden, ob in größerem Stil raumlufttechnische Anlagen für Frankenthaler Schulen und Kitas angeschafft werden sollen. Unter Zugzwang kommt die Verwaltung aber nicht nur, was die selbstverordnete Testphase angeht: Die Zuschüsse für die Erkenbert-Schule und die Studernheimer Kita Gotthilf-Salzmann-Straße fließen nur, wenn die Vorhaben innerhalb einer bestimmten Frist abgeschlossen sind.

Längere Frist beantragt

Deshalb hat die Stadt nach den Worten von Bürgermeister Knöppel im Haupt- und Finanzausschuss Ende August für beide Teilprojekte Fristverlängerungen für die Förderungen beantragt: bis März kommenden Jahres für die als Pilotvorhaben ausgewählte Schule und bis Juni für die Kita. Denn: Die für Studernheim vorgesehenen Geräte kommen laut Knöppel „nicht vor dem zweiten Quartal 2023“ – Lieferengpässe, mit denen zurzeit viele Kommunen zu kämpfen hätten. Auf die ersten beiden Ausschreibungen der Stadt für die Kita, immerhin mit einem Auftragsvolumen von 242.000 Euro, hatte keine Firma reagiert.

Früheren Angaben der Stadt zufolge werden in der Kita Gotthilf-Salzmann-Straße in Studernheim die Gruppen- und Stillbeschäftigungsräume, der teilbare Mehrzweckraum, der Speisesaal, das Kinder-WC sowie die Spielflure mit den RLT-Anlagen versorgt. In der Erkenbertschule ist das in 20 Räumen vorgesehen. Auch die Gymnastikhalle mit den Umkleiden und Duschräumen möchte die Stadt entsprechend ausstatten. Investitionsvolumen: rund 420.000 Euro.

„Wäre Erleichterung“

Schulleiter Thomas Koschant setzt alles darauf, dass die Geräte noch rechtzeitig eintreffen, bevor es richtig kühl wird: „Für die Kinder und Kollegen, die im vergangenen Jahr in Winterjacken bei geöffnetem Fenster Unterricht gemacht haben, wäre das eine große Erleichterung“, sagt er. Nicht zuletzt stelle es auch eine energetische Verbesserung dar, wenn nicht ständig konventionell gelüftet werden müsse.

Nach Angaben von Andrea Letschert vom städtischen Fachbereich Gebäude und Grundstücke hätten die bestellten Geräte, die rund 300 Kilogramm schwer und etwa so groß wie ein Kleiderschrank seien, auch im Sommer eine gewisse Wirkung. Sobald die Temperaturen nachts ein gutes Stück unter 20 Grad fielen, sorgten sie für einen gewissen Kühlungseffekt.

Mobile Geräte gekauft

Der Corona-Pandemie geschuldet hatte die Verwaltung schon vor dem aktuellen Referenzprojekt 19 Lüftungsanlagen für drei Schulen in ihrer Trägerschaft – Andreas-Albert-Schule, Grundschule Mörsch und Albert-Schweitzer-Schule – angeschafft. Dabei handelt es sich allerdings um mobile Geräte für Räume, die nicht über Fenster ausreichend belüftet werden können.

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