Gerolsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Lücke von Radweg zu Radweg in Gerolsheim jetzt geschlossen

Diese Aufnahme von oben verdeutlicht das Problem und die Lösung am Knotenpunkt L520/K24 in Gerolsheim. Wo die Menschen zu sehen
Diese Aufnahme von oben verdeutlicht das Problem und die Lösung am Knotenpunkt L520/K24 in Gerolsheim. Wo die Menschen zu sehen sind, hat der Wirtschaftsweg eine Verschwenkung hoch zur Querungshilfe auf der Landesstraße bekommen.

Fußgänger und Radfahrer können am Ortsausgang Gerolsheim endlich halbwegs sicher auf den Geh- und Radweg nach Lambsheim gelangen. Am Freitag wurde der Lückenschluss gefeiert.

Menschen sind am Freitagvormittag beim Spargel- und Weingut Müller in Gerolsheim zusammengekommen, um etwas zu feiern, das wahrlich lange gebraucht und deshalb Ärger und Spott auf sich gezogen hat. Ortsbürgermeisterin Simone Ulrich (FWG) meinte sinngemäß „je länger die Planung, desto kürzer die Festrede“, bevor sie mit dem neuen Bürgermeister der Verbandsgemeinde Leiningerland, Daniel Krauß (SPD), das Band durchschnitt und die Sektgläser füllte. Jetzt ist er offiziell freigegeben, der Übergang vom Radweg an der Hauptstraße zu dem, der nach Lambsheim führt.

Die beiden Dörfer sind durch eine Straße verbunden, die den Landkreisen Bad Dürkheim und Rhein-Pfalz gehört, und an dieser 3,4 Kilometer langen Kreisstraße gibt es seit August 2022 einen Geh- und Radweg. In Verbindung damit steht eine zeitgleich gebaute Querungshilfe auf der L520. Die Idee der Planer war, dass man von Gerolsheim kommend auf dem Wirtschaftsweg an der Hauptstraße ein Stück Richtung Heßheim läuft oder radelt, beim Spargel- und Weingut Müller geordnet die L520 überquert und so auf den neuen Weg nach Lambsheim gelangt – oder umgekehrt.

Knapp 360.000 Euro für 200 Meter

Was es bis dato aber nicht gab, war ein Bauwerk, das es ermöglicht, vom tiefer liegenden Wirtschaftsweg hoch zur neuen Querungshilfe zu gelangen. Die Folge war, dass sich Spaziergänger und Radler an der Einmündung L520/K24 in Gefahr begeben mussten. Die Schuld für das, was die RHEINPFALZ im Dezember 2022 einen Schildbürgerstreich nannte, schoben die Straßenbaubehörde und die Ortsgemeinde eine Zeit lang hin und her, dann nahmen Gerolsheim und die Verbandsgemeinde eine neue Planung und die Umsetzung des Lückenschlusses in die Hand.

Gekostet hat der Tiefbau auf 1500 Quadratmetern und auf 200 Meter Länge laut Krauß 357.000 Euro, bezahlen müssen das nach Abzug eines Zuschusses der Landesbetrieb Mobilität (LBM) und die Ortsgemeinde. Zwei Förderanträge seien abgelehnt worden, erläutert der VG-Bürgermeister, warum die Planungsphase so lange gedauert hat. Zwei Monate lang hat außerdem das Wormser Straßenbauunternehmen Straub wegen des Wetters pausieren müssen.

Stromleitung verlegt

Uwe Franzreb von der Firma Seiler Ingenieure & Architekten (SIA) nennt auf Anfrage die Herausforderungen bei diesem Auftrag, den SIA im Januar 2025 erreicht habe, wenige Wochen bevor die Ausschreibung habe erfolgen müssen, um den Zuschuss nicht zu verlieren. Franzreb zufolge musste der Weg weiter als ursprünglich geplant von der Landstraße weg gebaut werden, man habe warten müssen, bis die unterirdische 20-KV-Stromleitung verlegt war und der Höhenunterschied zwischen Wirtschaftsweg und Landstraße habe barrierefrei ausgeglichen werden müssen.

Der Gerolsheimer Bürger Klaus Wahl, der von seinem Haus aus viele brenzlige Situationen an dem Knotenpunkt der schnell befahrenen L520 beobachtet und immer wieder auf den Übergang zur Querungshilfe gedrängt hat, freut sich über das Bauwerk mit Geländer. Er bezweifelt aber, dass alle Radfahrer es nutzen werden. Wie zum Beweis radelt ein sportlicher Fahrer, von Lambsheim kommend, lieber quer über die Landstraße und auf dieser weiter nach Gerolsheim. Vielleicht hat er sich das in den vergangenen dreieinhalb Jahren so angewöhnt. Simone Ulrich wünscht sich an der Stelle eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 50 Kilometer pro Stunde. Das hat der LBM mehrmals abgelehnt, aber die Bürgermeisterin will dran bleiben.

Simone Ulrich und Daniel Krauß vor Gästen am Absperrband, das gleich durchschnitten wird.
Simone Ulrich und Daniel Krauß vor Gästen am Absperrband, das gleich durchschnitten wird.
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