Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Kulturzentrum Gleis4: Neues Domizil gefunden

Ortstermin bei FK Kälte- und Klimatechnik in der Eisenbahnstraße 82 (von links): Christian Baldauf, Architekt Norbert Bentz, Ges
Ortstermin bei FK Kälte- und Klimatechnik in der Eisenbahnstraße 82 (von links): Christian Baldauf, Architekt Norbert Bentz, Geschäftsführer Stefan Rieger, Gleis4-Chef Tiemo Feldmann, Sara Wagner-Mergen vom Förderverein, Initiatorin Carmen Noppenberger und Gesellschafter Yves Buchsrucker.

Die Suche nach einer Alternative zum bisherigen Domizil in der Johann-Klein-Straße läuft schon seit Jahren. Kurz bevor dort der Mietvertrag ausläuft, hat das Kulturzentrum Gleis 4 eine neue Bleibe gefunden – auf der anderen Seite der Bahnschienen und etwas größer als die bisherige.

Erleichterung, Vorfreude, Optimismus – das ist die dominierende Gefühlslage bei Tiemo Feldmann an diesem kühlen Freitagmorgen. Der Geschäftsführer des Kulturzentrums Gleis4 ist sich aber auch bewusst: Die nächsten Wochen bringen jede Menge (Überzeugungs-)Arbeit für ihn und seine Mitstreiter: Sie brauchen eine Baugenehmigung, Unterstützer mit handwerklichem Geschick und großzügige Spender. Und wenn das alles klappt wie erhofft, kann Feldmann in ein paar Monaten an einem neuen Standort in Frankenthal Konzerte und Partys organisieren – kurz bevor der Mietvertrag für die Räume ausläuft, in denen das Projekt Gleis4 vor zehn Jahren gestartet ist.

Dass der Umzug vom früheren Brauerei-Gelände in der Johann-Klein-Straße ans Ende der Eisenbahnstraße zustandekommt, ist eine Co-Produktion. Yves Buchsrucker und Stefan Rieger, Gesellschafter und Geschäftsführer der FK Kälte- und Klimatechnik GmbH, kennen die schwierige Situation des Kulturzentrums, das seit geraumer Zeit auf der Suche nach Alternativen zum bisherigen Domizil ist. Die Überlegung der beiden: Wenn sich ein Ort findet, an dem sie ihre Firma „ohne Abstriche“ weiterführen können, dann stellen sie ihre Immobilie – eine unterkellerte Halle mit angebautem Bürotrakt – als Plattform fürs Gleis4 zur Verfügung. „Wir wollen gerne etwa für Frankenthal und das kulturelle Leben hier tun“, betont Buchsrucker.

„Wir räumen schon aus“

Fündig wurden die Unternehmer im Industriegebiet Nord, wo das frühere Gelände von Reifen Sutter an der Ecke Industriestraße/Zeppelinstraße die gewünschten Bedingungen erfüllt. Über Geschäftsfrau Carmen Noppenberger kommt im Herbst der Kontakt zu Tiemo Feldmann und Christian Baldauf als dessen juristischem Berater zustande. Und während das Gleis4-Team mit Architekt Norbert Bentz inzwischen an Plänen für den Umbau der Gewerbeimmobilie direkt an der Nordbrücke feilt, bereiten die Kälte- und Klimaspezialisten den Umzug vor. „Wir räumen schon die Büros aus“, berichtet Yves Buchsrucker.

Sowohl Feldmann als Chef des Kulturzentrums, der seine Musikschule Music-Academy ins neue Gebäude mitnehmen, aber beide Betriebe wie bisher strikt voneinander trennen möchte, als auch Sara Wagner-Mergen vom Gleis4-Förderverein sind seit den ersten Besichtigungen schwer begeistert: Die Lage des Objekts – weit weg von Anwohnern, die über laute Musik meckern könnten, dafür aber mit genügend Parkplätzen vor der Tür – sei ideal. Und auch die inneren Werte stimmen: Für Veranstaltungen stehen in der Halle rund 360 Quadratmeter zur Verfügung – deutlich mehr als am bisherigen Standort. Im Keller ist Platz für ein Materiallager, auch eine Dusche für die Künstler gibt es schon.

„Das ist der Hammer“

Wie teuer der Umbau wird, das hängt laut Planer Bentz nicht zuletzt davon ab, welche energetischen Vorgaben im Zuge der Nutzungsänderung vom Gewerbebetrieb zur Veranstaltungsstätte zu erfüllen sind. Eine konkrete Zahl und damit eine Größenordnung, in welchem Umfang Spender und Sponsoren gefragt sind, gibt es noch nicht. Aber eine ziemlich genaue Vorstellung über den zeitlichen Ablauf: Während das Programm in der Johann-Klein-Straße im Mai endet, soll es nach dem Umzug im Herbst auf der anderen Seite der Bahngleise weitergehen. Vorsichtshalber würden Termine erst einmal vom Jahresende her rückwärts gebucht, sagt Tiemo Feldmann. Bei allen Unwägbarkeiten überwiegt aber bei ihm die Euphorie: „Das ist echt der Hammer.“

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