Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel KSB erhöht Dividende kräftig

Zufriedene Aktionäre, stolze Mitarbeiter: Pausengespräche bei der KSB-Versammlung im Congress Forum.
Zufriedene Aktionäre, stolze Mitarbeiter: Pausengespräche bei der KSB-Versammlung im Congress Forum.

„Einen Schnaps mehr“ – größer war der von einem KSB-Aktionär geäußerte Wunsch nach einem weiteren Aufschlag nicht, als er sich vor einem Jahr für eine Dividende von 19,50 Euro bedankte. Nach der harmonischen Hauptversammlung am Mittwoch im Congress Forum kann auch er zu einer guten Flasche Rotwein greifen.

Stephan Timmermann, Sprecher der Geschäftsleitung des Pumpen- und Armaturenherstellers KSB, fing behutsam an. Der Auftragseingang für Produkte und Services ist im vorigen Geschäftsjahr schon mal um 3,4 Prozent auf 2,96 Milliarden Euro gestiegen, teilte er den 190 Aktionären auf der Hauptversammlung am Mittwoch im Congress Forum mit. Die Umsatzrendite lag vor Ermittlung des Finanzergebnisses und Abführung der Ertragssteuern mit 224 Millionen Euro bei 7,9 Prozent. Und als Belohnung der Anteilseigner für das „tolle Geschäftsjahr 2023“ wurden 26 Euro Dividendenausschüttung zur Abstimmung gestellt. Im vorigen Jahr waren es 19,50 Euro, 2022 noch zwölf Euro. Nicht nur Carola Rinker, Sprecherin der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, wollte es sich zu Beginn ihres Redebeitrags in der Aussprache „nochmal überlegen“, ob sie ihr Depot mit KSB-Aktien anreichern will.

Gleich zu Beginn seines rund einstündigen Geschäftsberichts nahm Timmmermann „alle Spannung raus: Wir hatten eines der besten Geschäftsjahre seit Langem“. Obwohl auch das 1871 in Frankenthal gegründete Traditionsunternehmen angesichts globaler Spannungen im Ungewissen habe geführt werden müssen, sei es gelungen, einen „ganz vernünftigen Job zu machen“, formulierte Timmermann diplomatisch. Solides Wirtschaften, Anpassung der Unternehmensorganisation und engmaschiger Kundenservice nach dem Verkauf führte der seit 2017 in der Verantwortung stehende Manager als nachhaltige Erfolgsfaktoren an.

In SDax aufgerückt

Lohn der Unternehmensstrategie: Seit einem halben Jahr werden die KSB-Aktien im SDax, einem Auswahlindex für 70 kleinere Unternehmen, gehandelt, aktuell zu einem Preis von rund 608 Euro. Seit Februar sind sie im Prime Standard der Deutschen Börse notiert, was sie zunehmend für internationale Investoren interessant macht. „Das wird noch nicht das Ende sein“, kündigte Timmermann beim Vorschlag für die Dividende an. Spätestens in sechs Jahren will er die Umsatzrendite auf zehn Prozent anheben. Die krisenbehafteten globalen Trends sieht er nicht nur als Risiken, sondern auch als Chance. Ein Beispiel: Die Folgen des Klimawandels werde mehr Pumpen und Armaturen erfordern, um etwa Brände zu verhindern oder Überflutungen zu bekämpfen. Sie werden weltweit von rund 16.000 Mitarbeitern gefertigt, 1900 von ihnen arbeiten im Stammwerk in Frankenthal.

Dass sich Aktionäre und Geschäftsführung von Angesicht zu Angesicht im Congress Forum trafen, wurde einhellig begrüßt.
Dass sich Aktionäre und Geschäftsführung von Angesicht zu Angesicht im Congress Forum trafen, wurde einhellig begrüßt.

Leise Molltöne stimmte Timmermann nur bei einem Thema an: den Rahmenbedingungen für Engagement im eigenen Land. „In Deutschland zu investieren ist etwas für Mutige“, sagte er vor den Aktionären. Dennoch und auch ohne Subventionen habe sich das Management entschieden, die Produktion am Stammsitz massiv auszubauen und rund 60 Millionen Euro in die moderne Fertigung von Eta-Pumpen zu investieren. Das Kompetenzzentrum soll 2029 betriebsbereit sein. Mit der letztlichen Entscheidung für Frankenthal ist ein Thema, das auf der vorherigen Hauptversammlung noch kontrovers diskutiert worden ist, abgeräumt worden.

Nach einem optimistisch stimmenden ersten Quartal 2024 erwartet Timmermann ein „herausforderndes Jahr“ mit keinen absehbaren externen Wachstumstreibern. Dennoch will er beim Auftragseingang die Schwelle von drei Milliarden Euro überschreiten. Die Hälfte davon kommt heute von europäischen Partnern. „Die Bilanz für 2023 war keine Eintagsfliege“, verbreitete der Sprecher Zuversicht. „Das ist Erfolg mit System.“

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