Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Krankenhaus soll „modernes Gesundheitszentrum“ werden

Für Ministerpräsidentin Malu Dreyer gab es Blumen als nachträglichen Geburtstagsgruß, für Oberbürgermeister Martin Hebich einen
Für Ministerpräsidentin Malu Dreyer gab es Blumen als nachträglichen Geburtstagsgruß, für Oberbürgermeister Martin Hebich einen von drei Förderbescheiden für die Stadtklinik.

Das Baurecht ist da – und jetzt auch das Geld. Die Ministerpräsidentin persönlich hat am Montag den Förderbescheid für die Erweiterung der Stadtklinik nach Frankenthal gebracht. 30 Millionen Euro gibt das Land Rheinland-Pfalz für dieses Zukunftsprojekt.

Malu Dreyer setzt klare Prioritäten: Es sei schön, sozusagen mit dem Geld zu Veranstaltungen wie der am Montag in Frankenthal zu kommen, sagt die Ministerpräsidentin und SPD-Politikerin bei ihrem Besuch in der Stadtklinik. Der noch schönere Termin sei aber derjenige, bei dem sie sehen könne, was aus dem Geld geworden ist: die Einweihung des neuen Gebäudes. Die Finanzspritze für die Erweiterung und Sanierung der Klinik belege, dass ihre Regierung die Häuser im Land unabhängig von ihrer Größe und Funktion unterstütze. „Dem Hype, dass es angeblich zu viele Krankenhäuser gibt, haben wir uns in Rheinland-Pfalz nie angeschlossen“, betont Dreyer.

Für Frankenthal heißt dieses Bekenntnis der Ministerpräsidentin in Zahlen: Für den Anbau, der sich im Westen an das Haupthaus anschließen wird, kommen aus Mainz 30 Millionen Euro. Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) spricht deshalb von einem Tag, „der uns lange positiv im Gedächtnis bleiben wird“. Er sieht ihn als Auftakt für die Entwicklung der Stadtklinik zu einem „modernen Gesundheitszentrum“, die mit der Sanierung der Patientenzimmer weitergehe – in Summe ein Vorhaben mit drei Bauabschnitten und rund 80 Millionen Euro Investitionsvolumen. „Das ist in dieser Dimension und Tragweite einmalig“, hält der OB fest.

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Bei laufendem Betrieb

Monika Röther, die Kaufmännische Direktorin der Stadtklinik, unterstreicht neben den medizinisch-therapeutischen Fortschritten, die der Anbau mit rund 20.000 Quadratmeter den Patienten bringe, einen weiteren Aspekt: die Motivation für die Mitarbeiter. Trotz der Herausforderung, ein solches Projekt bei laufendem Betrieb zu stemmen, warteten alle auf den ersten Spatenstich, sagt Röther.

Was nach diesem symbolischen Akt entstehen wird, hat Linus Hofrichter, Chef des Ludwigshafener Architekturbüros Sander/Hofrichter, vorgestellt: viel Tageslicht und entsprechend helle Räume, die auf den vier Stockwerken um jeweils zwei kleinere Innenhöfe gruppiert sein werden. Der Anbau löse zunächst für die Psychiatrie das aus seiner Sicht größte Defizit der Stadtklinik: die „Unterbringungsqualität“. Ein Trend sei im Krankenhausbau eindeutig, sagt Hofrichter: „Das Drei-Bett-Zimmer hat ausgedient.“

Zuschuss für Digitales

Geld aus Mainz gibt es am Montag noch für ein anderes Thema, das in der Stadtklinik vorangetrieben werden soll: die Digitalisierung. Die rund 2,5 Millionen Euro dafür kämen Mitarbeitern und Patienten gleichermaßen zugute, findet Malu Dreyer. Denn: Moderne Arbeitsweisen entlasteten die Klinikbeschäftigten und ließen ihnen mehr Zeit für ihre eigentliche Aufgabe – Behandlung und Pflege der Kranken. Dreyer erinnert sich an ihre zehn Jahre als rheinland-pfälzischen Ministerin: Schon damals sei im Bund über die elektronische Patientenakte diskutiert worden – eingeführt sei sie bis heute nicht.

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