Zur Sache
Mehr Platz für Psychiatrie und Geburtshilfe

Fast sieben Jahre ist es inzwischen her, dass unter dem Stichwort „Bauliche Rahmenzielplanung für die Stadtklinik“ erstmals und seinerzeit noch sehr vage über ein millionenschweres Zukunftspaket für das kommunale Krankenhaus gesprochen wurde. Der Ausgangspunkt damals: Das Gebäude am Metznerpark, in dem bis dato die psychiatrische Tagesklinik residiert, ist derart marode, dass eine Sanierung wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist.
Inzwischen sind die Planungen konkret: Westlich des Hauptgebäudes sehen sie einen vierstöckigen Anbau vor, der die komplette Psychiatrie inklusive Tagesklinik plus die Gynäkologie beherbergen soll. Es ist nach der im April 2018 abgeschlossenen Sanierung des OP-Trakts (Kosten: rund 8,3 Millionen Euro) das größte Investitionsprojekt für die 1979 an den Stadtrand verlegte Klinik. Die geschätzten Baukosten liegen bei etwa 41 Millionen Euro. Elf Millionen Euro davon muss die Stadt finanzieren. Dass die Klinik aus ihrem laufenden Geschäft dazu etwas beitragen kann, wie ursprünglich vorgesehen, muss nach den zuletzt deutlich defizitären Jahresabschlüssen mit einem Fragezeichen versehen werden.
Trotzdem ist der Anbau nur ein Teil eines größeren Plans: Neben der Erweiterung sollen auch die Zimmer des Haupthauses saniert werden. Ebenfalls vom Stadtrat im Grundsatz beschlossen ist der Bau einer neuen Großküche, die neben Patienten der Klinik auch die Frankenthaler Ganztagsschulen und Kindertagesstätten mit Mittagessen versorgen soll. Zur Verbesserung der Verkehrssituation soll außerdem ein Parkhaus beitragen.
Investitionen stehen für das als Eigenbetrieb geführte Krankenhaus auch außerhalb der Stadtgrenzen Frankenthals an: Auf einem Grundstück in der Nähe des Bahnhofs Limburgerhof soll eine psychiatrische Tagesklinik mit 20 Therapieplätzen entstehen. Geplanter Kostenrahmen: rund 3,5 Millionen Euro. Und auch bei diesem Projekt wird die Verwaltung wieder auf eine ordentliche Finanzspritze der Landesregierung angewiesen sein.
