Frankenthal
Koenig & Bauer: Grundstücksgeschäft bringt 4,8 Millionen Euro
Am Mittwoch hat Koenig & Bauer Quartalszahlen veröffentlicht. Und die sind – in Corona-Zeiten keine große Überraschung – nicht sonderlich berauschend: Der Umsatz des als Aktiengesellschaft geführten Konzerns ist in den ersten neun Monaten dieses Jahres um ein Viertel auf 602,6 Millionen Euro eingebrochen. Der Verlust vor Steuern beträgt kumuliert für die drei Quartale 102 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr stand zum selben Zeitpunkt unterm Strich noch ein leichtes Plus von 5,2 Millionen Euro.
Auch der Ausblick aufs kommende Geschäftsjahr 2021 ist alles andere als rosig: Die Umsatzerlöse sollen nach den Vorstellungen der KBA-Führung 900 bis 950 Millionen Euro erreichen, die Manager rechnen allerdings mit Verlusten „im zweistelligen Millionenbereich“ – vor Steuern und ohne Sondereffekte. Ein solcher Sondereffekt ist in der Vierteljahresbilanz als einer der wenigen Lichtblicke eigens erwähnt: „ein Einmalbetrag aus einem Immobilienverkauf in Frankenthal“. 4,8 Millionen Euro sind demnach für den Verkauf großer Teile des früheren KBA-Betriebsgeländes nördlich der Lambsheimer Straße geflossen.
„Weiter sehr zurückhaltend“
Über diese Zahl hinaus bleiben Details zu dem Geschäft weiter im Ungefähren – beispielsweise auch, ob das historische Verwaltungsgebäude verkauft wurde. Vorstandsvorsitzender Claus Bolza-Schünemann bittet in einer über die Presseabteilung weitergeleiteten Antwort auf eine direkte RHEINPFALZ-Anfrage bei ihm „um Verständnis, dass wir hier weiter sehr zurückhaltend sind“. Dies sei mit allen Beteiligten so abgestimmt. Seine Haltung beim Albert-Frankenthal-Quartier: „Es obliegt dem Investor, sich hier öffentlich zu äußern oder auch nicht.“
Dass der Verkauf stattfinden konnte, dürfte vom Fortschritt bei einem anderen Projekt begünstigt worden sein. Laut Bolza-Schünemann ist der „Konzentrationsprozess im Westen des Areals plangemäß abgeschlossen“. Die dortige Albert-Frankenthal GmbH „ist und bleibt“ der Walzenlieferant für die Produkte von Koenig & Bauer. Ohne sie zu beziffern, betont der Vorstandschef, dass die Anzahl der Mitarbeiter am Standort Frankenthal seit Mitte vergangenen Jahres „nahezu unverändert“ sei.
Bolza-Schünemann wirbt um Geduld
Bolza-Schünemann, der Ende dieses Jahres die Verantwortung für den Konzern an Nachfolger Andreas Pleßke abgibt, wirbt in seiner Stellungnahme um Geduld: „Dass die Konversion eines großen Geländes zwischen Industrie- und Wohngebiet erhebliche Zeit in Anspruch nimmt, war absehbar.“ Der Manager verweist auf die Pläne zur zivilen Nutzung ehemaliger US-Militärgebiete am Unternehmenssitz in Würzburg, dieser Prozess sei seit mehr als einem Jahrzehnt im Gange und noch nicht abgeschlossen. Für das Albert-Frankenthal-Quartier rechne er mit „einem ähnlichen Zeitraum“.