Frankenthal
Kita St. Ludwig: Emotionaler Abschied von Leiterin Karin Wieder
Die Gebet- und Gesangsbücher reichten nicht aus – so gut besucht war die Kirche in der Wormser Straße am Sonntagvormittag. Ungewohnt viele kleine Besucher saßen in den Bänken, da zahlreiche Kitakinder zum Abschied Karin Wieders gekommen waren. Auch ehemalige Schützlinge der Leiterin aus mehreren Generationen wollten sich bei der Sozialpädagogin mit kleinen Geschenken bedanken.
Musikalisch gestaltet wurde die Messe vom Frauensingkreis St. Ludwig. Dessen 13 Sängerinnen intonierten unter Leitung von Dirigentin Margot Schäfer „Kyrie“, „Schalom“ und „Halleluja“. Der Singkreis wurde 1997 ins Leben gerufen – auf Anregung Wieders und anderer Katechetinnen. Seitdem hat der Chor bei mehr als 100 Anlässen mitgewirkt. Wegen Corona wurde das Fest zum silbernen Chorjubiläum um ein Jahr verschoben, sodass es nun als „25+1“-Feier nachgeholt wurde.
Musikalischer Abschiedsgruß
Auch der Kinderchor der Pfarrei, die Cantalinos, trat auf und intonierte „Mit Pauken, Trompeten, Geigen oder Flöten“. Und in ihrem musikalischen Abschiedsständchen hatten die Kinder das bekannte Kirchenlied für ihre scheidende Leiterin umgedichtet: „Danke für viele tolle Tage, danke für jedes gute Wort, heute gehst du fort.“
Wieder bedankte sich bei ihren Schützlingen und den Erzieherinnen ebenfalls mit einem Liedtext – sie zitierte aus dem Popsong „Der letzte Tanz“ von Axel Bosse: „Warum merkt man immer erst beim Winken, wie schön es war?“ Es sei schön gewesen, den Kindern ein zweites Zuhause zu geben, blickte die gebürtige Eppsteinerin mit einer Spur Wehmut auf ihre Berufszeit zurück. Die Laudatio übernahm Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU), der hervorhob, dass die Kita unter Federführung Wieders im Jahre 2016 als erste Einrichtung im Bistum mit dem Qualitätsbrief des Verbandes Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) ausgezeichnet wurde.
„Mit Begeisterung gearbeitet“
Seine Predigt widmete Pfarrer Andreas Rubel in weiten Teilen dem Wirken Wieders. Er zitierte aus dem Markus-Evangelium den Satz von Jesus „Lasst die Kinder zu mir kommen.“ Ebenso wie Jesus habe die Leiterin die Nächstenliebe in Form von Umarmungen weitergegeben und die Einrichtung zu einem „Wohlfühlort“ für zahlreiche Kindergenerationen gemacht. „Sie haben ihren Dienst mit Begeisterung ausgeübt“, schloss der leitende Geistliche der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit. Er kündigte an, dass Katharina Ruppert aus dem Team der Erzieherinnen die Einrichtung, die neben der Kita Heilig Kreuz in Mörsch eine von zwei katholischen Kindertagesstätten in Frankenthal ist, leiten werde. Mit einem Umtrunk klang der anderthalbstündige Gottesdienst aus.