Drei Fragen
Kita-Eltern: „Seit einem Jahr im Spagat“
Wie geht es denn Familien nach einem Jahr Pandemie?
Wir leben seit Monaten in dem Spagat, es irgendwie alles hinzubekommen mit Kinderbetreuung und Beruf. Aber ich merke in unseren Diskussionen auch, dass es vielmehr Verständnis für die Situation gib als noch im vergangenen Frühjahr. Das sieht man auch an der Zahl der Kinder, die tatsächlich die Kita besuchen. Man versucht, sie – so gut es geht – rauszunehmen. Eltern sind insgesamt zufriedener damit, wie es läuft.
Woran liegt das?
Zum einen ist sicher das Bewusstsein für die Gefahr durch das Virus größer. Fast jeder kennt inzwischen Corona-Fälle im persönlichen Umfeld. Und auch das Bewusstsein für die Leistung der Erzieher, die wirklich in dieser ganzen Zeit ihr Bestes geben, ist gewachsen. Wir als Eltern sind außerdem froh, dass wir vom Land das Vertrauen bekommen haben, selbst zu entscheiden, ob unser Kind in die Kita geht oder nicht. Dass die Stadt als eine der ersten entschieden hat, Krippe- und Hortgebühren sowie die Essensbeiträge zu erstatten, dafür sind wir sehr dankbar. Gut ist auch, dass trotz Corona weiter Personal eingestellt wird, damit es keine Lücken in der Betreuung gibt.
In Kitas werden Kinder ja nicht nur betreut, sondern auch in ihrer Entwicklung gefördert. Was bleibt da aus Elternsicht auf der Strecke?
Die größte Sorge machen uns die Vorschulkinder. Sie könnten Verlierer dieser Krise sein. Wir haben schon vergangenes Jahr gesehen, dass der Übergang in die Schule deutlich schwieriger war. Auch wenn die Erzieher die Kinder mit Material versorgen, kann das nicht jeder zuhause so auffangen. Für die kleineren Kinder sind wenigstens die Spielplätze offen. Aber selbst wenn man im Homeoffice arbeitet, ist es ein Trugschluss, dass die Kinderbetreuung so einfach nebenher leistbar ist.
