Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Künstlerin Nicoleta Steffan von Bundespräsident geehrt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Gattin Elke Büdenbender empfangen Nicoleta Steffan (Mitte). Als Gastgeschenke
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Gattin Elke Büdenbender empfangen Nicoleta Steffan (Mitte). Als Gastgeschenke hat die Künstlerin Eckstein-Pralinen aus Frankenthal, Rhoiwasser-Gin aus Ludwigshafen und ein Aquarell aus eigener Produktion mitgebracht.

Den Neujahrsempfang des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue in Berlin kennen die meisten nur aus dem Fernsehen. Künstlerin Nicoleta Steffan traf am Dienstag Frank-Walter Steinmeier – und fühlte sich in der Hauptstadt wie ein Staatsgast.

Gut zwei Stunden muss sich Nicoleta Steffan beim Defilee am Dienstagvormittag im Schloss Bellevue gedulden. In alphabetischer Reihenfolge werden die rund 70 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland, die sich um das Gemeinwohl verdient gemacht haben, aufgerufen. Dann ist die Künstlerin und Kunstkoordinatorin an der Reihe, die in Frankenthal und Ludwigshafen in den Corona-Jahren 2020 und 2021 die Aktionen „Raum für Kunst“ und „Künstler im Porträt“ initiiert hat, um auf die schwierige Situation der Künstler während des Lockdowns aufmerksam zu machen.

Dann steht Präsidentengattin Elke Büdenbender vor ihr, rechts daneben Staatsoberhaupt Frank-Walter Steinmeier. Hände schütteln und in die Mitte treten, Fotos werden gemacht. „Ich habe mich wie ein Staatsgast gefühlt, Gang über den Roten Teppich inklusive“, sagt Steffan nach ihrer Rückkehr nach Frankenthal im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Ehrenamtliches Engagement

Steffan ist eine von fünf Rheinland-Pfälzern, die am Dienstag mit der Einladung zum Neujahrsempfang des Bundespräsidenten für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt werden. Das Spektrum ist groß. Unter den 70 Bürgern sind Menschen, die sich in der Kinder- und Jugendarbeit oder Flüchtlingshilfe verdient machen, in der Pflege tätig sind, sich in Hilfsdiensten engagieren oder für Tierwohl und Naturschutz einsetzen. Oder sich wie Steffan für die Belange der Kultur stark machen.

Einstimmung: Nicoleta Steffan (rechts) und Traudel Burkhart vor Schloss Bellevue.
Einstimmung: Nicoleta Steffan (rechts) und Traudel Burkhart vor Schloss Bellevue.

Ihnen allen dankt Steinmeier in seiner Rede vor dem gemeinsamen Mittagessen im Großen Saal des Schlosses Bellevue. „Er hat gesagt, dass wir stellvertretend für die vielen engagierten Menschen in ganz Deutschland stehen“, berichtet Steffan. Sie nutzt das Drei-Gänge-Menü, um sich mit ihren Tischnachbarn auszutauschen. Groß ist bei allen die Neugier, wie das Bundespräsidialamt bloß auf sie gekommen sein mag. Doch dieses Geheimnis wird nicht gelüftet. Nur so viel wird Steffan verraten: Mit ihren Aktionen habe sie eine weitreichende Resonanz über Frankenthal und Ludwigshafen hinaus erzielt.

Promialarm: Foto mit Bundeskanzler Olaf Scholz.
Promialarm: Foto mit Bundeskanzler Olaf Scholz.

Für Steffan ist der Tag auch eine Gelegenheit, die Anfangszeit der Pandemie noch einmal Revue passieren zu lassen. Künstler aller Gattungen verloren ihre Auftritts- oder Ausstellungsmöglichkeiten. Ihnen wollte sie eine Plattform geben, um ihre Kunst zu zeigen. Von November 2020 bis Mai 2021 in der Frankenthaler und von Oktober bis Dezember 2021 in der Ludwigshafener Innenstadt initiierte Steffan die Aktionen „Raum für Kunst“ und „Künstler im Porträt“. Gleichzeitig machte sie damit auf den Leerstand in den Innenstädten aufmerksam. Unvermietete Geschäfte in beiden Städten wurden so zum Ausstellungsort für Kunst, aber auch in vielen Läden waren während des Betriebs Kunstwerke zu sehen. „Wir haben damit eine große Galerie mit über 70 Ausstellungsräumen in beiden Städten geschaffen“, so Steffan.

Pralinen und Gin

In Gedanken sei sie am Dienstag bei all den Einzelhändlern und Künstlern gewesen, die sich an den Aktionen beteiligt haben. „Ich habe diese Ehrung für sie alle entgegengenommen. Mir ist noch einmal bewusst geworden, was wir in den beiden Städten gemeinsam auf die Beine gestellt haben“, sagt Steffan. Zu einem unvergesslichen Erlebnis machen den Neujahrsempfang für sie dann auch noch Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (beide SPD), die kurz vorbeischauen und bereitwillig für Fotos zur Verfügung stehen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schaute ebenfalls kurz vorbei.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schaute ebenfalls kurz vorbei.

Ihre Gastgeschenke – eine Packung Frankenthaler Eckstein-Pralinen, eine Flasche des Ludwigshafener Rhoiwasser-Gins und ein gerahmtes Aquarell aus eigener Produktion – musste Steffan bereits am Montagabend im Schloss Bellevue abgeben, als alle 70 Geehrten von den Mitarbeitern des Bundespräsidialamtes auf den Neujahrsempfang vorbereitet wurden. Bei dieser Gelegenheit durfte auch Steffans Begleitung, Künstlerkollegin Traudel Burkhart aus Bobenheim-Roxheim, dabei sein und sich in den Räumen umsehen.

Für Nicoleta Steffan ist es aber das Wichtigste, dass die Aktionen, die vor über einem Jahr ihren Abschluss fanden, nicht vergessen sind. Ihr Wunsch: „Vielleicht gelingt es uns ja noch, ein Booklet zu produzieren, in dem alles zusammengefasst wird.“

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